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Superminder – gutes Ticklerfile

Empfehlenswert ist es sicherlich nicht: das Arbeitsleben ganz ohne Aufgabenliste oder Terminkalender. Denn in Ihrem Hinterkopf müssten Sie reichlich lose Enden an Aufgaben und Terminen im Griff behalten. Zwar wirbt Superminder damit, dass der Dienst eine einfache Alternative zu Termin- und Aufgabenplanern darstellt, für mich ist der Service nicht mehr als eine leicht bedienbare und elegante Wiedervorlage, oder ganz im Neudeutsch des GTD, ein Tickler File. Nach der äußerst unkomplizierten Anmeldung betreten Sie einen übersichtlichen Arbeitsbereich. Legen Sie zunächst über „Settings“ Ihre Zeitzone und das Ziel der Erinnerungen fest. Sie haben hier die Wahl zwischen einer Mailadresse oder einer Mobilfunknummer. Beide müssen Sie allerdings durch einen Zahlencode bestätigen. Sind diese Vorarbeiten abgeschlossen, wählen Sie den Monat aus und klicken auf den Link „Add“. Vergeben Sie einen Text und markieren Sie das gewünschte Datum sowie die Uhrzeit. Das war es schon. Der Eintrag Ihrer Merker wandert in die Übergangsliste und Sie werden pünktlich zur verabredeten Zeit eine Mail oder eine SMS als Erinnerung erhalten. Blitzsauber programmiert und einfach in der Nutzung, so soll es sein. Was setzen Sie als Wiedervorlage ein? Kennen Sie ähnliche Dienste, die Ihnen noch mehr zusagen?

superminder

Thinking Rock macht sehr gute Fortschritte

Es ist schon eine Weile her, seit ich an dieser Stelle über Thinking Rock geschrieben habe. Inzwischen haben die Entwickler doch eine Menge an dem Programm geändert und auch ein Business-Modell dahinterlegt. Fangen wir damit an: Neben der völlig kostenfreien Version wird eine Variante für Clubmitglieder angeboten. Gegen eine Jahresgebühr bekommt das Clubmitglied exklusiv programmierte Funktionen angeboten. Diese können nach dem Ende der Mitgliedschaft weiter genutzt werden. Ebenfalls enthalten ist ein bevorzugter Support. Der Preis für die Einjahresmitgliedschaft beträgt 40 Dollar. Bewährte Funktionen, wie der übersichtliche Startbildschirm, der durch den GTD-Workflow führt, sind beibehalten worden.

thinking rock 2

Die aktuelle Version 2.2.1 glänzt aber mit vielen praktischen Zusatzfunktionen. Das beginnt mit der Zusammenstellung von Reports. Wenn Sie sich ansehen wollen, welche Aktionen in der nächsten Zeit anstehen, genügt ein Mausklick, um sich ein PDF auf den Rechner zu zaubern. Die Liste können Sie ausdrucken, um sie in einen Terminplaner oder andere Unterlagen einzusortieren. Die Aktionen gleichen Sie bei Bedarf mit einer lokalen ICS-Datei ab. So verbinden Sie Ihren Kalender mit Ihrer Aufgabenplanung. In den Einstellungen entscheiden Sie sich, ob Sie die Aufgaben ebenfalls als To-Do oder als Termin eintragen lassen wollen. Mein absoluter Favorit ist allerdings die in Intervallen erfolgende Abfrage eines E-Mail-Kontos. Damit ruft Thinking Rock die Nachrichten des Postfachs ab und importiert diese in die Eingangsbox der Software selbst, wo Sie dann darüber entscheiden, was Sie mit diesen Gedanken unternehmen wollen. Die Handhabung der Software ist einfach und dank der Programmierung in Java auch auf unterschiedlichen Plattformen möglich. War der Einsatz auf einem USB-Stick in der ersten Version zwar möglich, aber ab und an etwas umständlich, gelingt dies nun ohne Probleme. Auch um das Backup der gespeicherten Daten kümmert sich Thinking Rock zuverlässig. Tatsächlich hat mich das aktuelle Release noch einmal über mein bestehendes Outlook-RTM-System nachdenken lassen. Da ich hiermit aber bestens zurechtkomme, werde ich nicht wechseln. Wer allerdings noch nach einer Software für die Selbstorganisation sucht, dem sei ein weiteres Mal Thinking Rock ans Herz gelegt.

RIP IScrybe, wie gehts mit Remember the milk weiter?

Wohl wenige Angebote im Umfeld des GTD wurden so enthusiastisch erwartet und besprochen wie IScrybe. Dazu trug natürlich eine Prise virales Marketing und ein kurzes Video bei, das versprach, der Dienst werde die Brücke zwischen Online- und Offline-Welt schlagen. Ganz so neu war das Rad dann nicht, was die Entwickler erfunden hatten. Zwar lassen sich die Einträge in Scrybe auch offline nutzen, aber dank Gears ist das für viele Onlinedienste heute keine Besonderheit mehr. Kurzum: Die Erwartungen waren hoch, herausgekommen ist recht wenig und seit gut einem Jahr herrscht dort Stillstand. Keine Neuigkeiten, keine neuen Funktionen und offensichtlich auch kein Business-Plan. Schade drum, aber IScrybe dürfte sich, trotz guter Anlagen, erledigt haben.
Ähnliches verhält es sich aus meiner Sicht derzeit mit Remember the milk. Eigentlich ein toller Service, der dank seiner API und diversen Anwendungen auch recht populär ist. Wo aber bleiben neue Funktionen? Nett wären etwa Massenänderungen auch des Fälligkeitsdatums oder aber zumindest eine rudimentäre Exportmöglichkeit, um seine Daten anderswo weiter zu verwenden. Ob ich am Ende meiner Nutzungsperiode nochmals meinen Pro-Account verlängere, bezweifle ich.

Verb – ziemlich blasse Aufgabenverwaltung

verb

Mit Verb geht eine weitere Aufgabenverwaltung an den Start, die dem Anwender verspricht, seine Aktivitäten schnell und einfach zu verwalten. Nach der kostenfreien Registrierung können Sie unmittelbar loslegen. Verb lehnt sich an das Prinzip des GTD an, ohne diesem sklavisch zu folgen. Andererseits ist das aber auch zugleich der größte Kritikpunkt. Denn so kommt eine mehr oder weniger halbherzige Lösung dabei heraus, die wenig mehr als eine einfache Wiki-Seite kann. Aufgaben können Sie Projekten zuweisen, erfreulicherweise darf sie aber auch ohne einen entsprechenden Bezug erfasst werden. Die Seiten erstrahlen in der Web 2.0 Optik, an der sich die meisten Nutzer inzwischen aber wohl sattgesehen haben dürften. Ich trage zwar eine Brille, deswegen muss aber nicht jeder Buchstabe in Schriftgrößen von 24 Punkt erscheinen. Zu jeder Aufgabe erfassen Sie optional eine Notiz und weisen auch ein Erledigungsdatum zu. Das alles funktioniert reibungslos und ohne Probleme, aber Verb bietet nicht eine einzige Funktion, die einzigartig und nur hier zu finden ist. Wer Rememberthemilk oder Nozbe nutzt, würde im Falle eines Wechsels einen eindeutigen Rückschritt machen.