2025: Was schön war

Blutengel in Hamburg

Zeit für den Jahresrückblick! Chronologisch oder nicht? Ich habe keine Lust, mich durch meinen Kalender zu pflügen, also werden es eher so Schlaglichter.

Im Job zwei ganz wunderbare Menschen kennengelernt, wie sie unterschiedlicher fast nicht sein könnten. Schon tolle Gespräche gehabt und viel gelacht. Freue mich darauf, das zu vertiefen.

Apropos: Im Sommer bisschen Zeit mit einem Menschen verbracht, den ich (witzigerweise) seit KiTaKindergartentagen kenne. Grundschule, Gymnasium – teilweise auch in einer Klasse. Ebenso schön waren die Begegnungen mit einem anderen Menschen, der in der 5. und 6. Klasse mein „Crush“ gewesen ist.

Sen-sa-tio-nelles Konzert von Blutengel in HH erlebt. Und endlich auch mal die Gelegenheit, meiner besten Freundin zu zeigen, wie viel mir die Musik von denen bedeutet. Das Titelbild habe ich mir von ihr geklaut. Ach ja: Und dann war da auch noch Minuit Machine im Hafenklang. Das war ebenso ganz wunderbar. Da war ich zuletzt … Denken wir mal besser nicht drüber nach. Jedenfalls war es da noch ein Studio. Geniales Clubkonzert im Sommer. Der Schweiß lief in Strömen. Grüße gehen raus an den netten Typen, der auf mein „Hey, dit jibt es ja nich. Der ist kleener als ick“ souverän und witzig reagierte.

50 Dollar Diktator“: Riesenspaß und endlich mal wieder ein Stück mit Schulkameradin Caroline gesehen.

Gut durch meine Juli-Depression gekommen.

Vier Konzerte mit Tim geschaut. Eines davon im Pauli-Theater mit meiner Lieblingsfreundin aus Berlin. In Bargteheide (!!!) sogar Zeit für einen kleinen Plausch über «Früher»™.

Trotz Job und all das Zeit gefunden, viel zu lesen.

Wie konnte ich bisher Mark Waschke vergessen? Gibt es ja gar nicht. Jedenfalls tolle Performance in Lübeck. Mir hat es extrem gut gefallen, bei vielen Anekdötchen über Queersein in den 80ern hätte ich fast „Fühl ick“ geschrien.

Und dann war da noch die Lesung „Bruchzeiten – Leben nach dem 7. Oktober“. Die arbeitet irgendwie immer noch im Hinterkopf. Und es war ein sehr bewegender Abend, nicht zuletzt wegen einer engen Freundin, die ich begleiten durfte. Und hey, wann habe ich zuletzt Rotwein aus einem Becher mit Blick auf die Alster getrunken?

Mein Lektürejahr 2025

lektüre-2025

Rätselhafterweise gab es eine kleine Unterbrechung der Tradition, meine gelesenen Bücher in einem Post zu verwursten. Hier also die Liste der Bücher, die ich in diesem Jahr neu oder erneut gelesen habe. Und eigentlich lese ich gerade noch zwei Titel. Aber die mogele ich dann einfach in die Liste des kommenden Jahres.

Meine Höhepunkte in diesem Jahr

Diese Titel möchte ich besonders hervorheben.

Johan Harstad: Unter dem Pflaster liegt der Strand

Ich mache bestimmt jetzt nicht den zum Scheitern verurteilten Versuch, eben schnell den Inhalt von 1.000 Seiten zusammenzufassen. Dieses Epos gehört zu den Büchern, die ihre Leser am Ende wehmütig zur Seite legen. Traurig darüber, die Lektürewelt wieder verlassen zu müssen und die zu Freunden gewordenen Protagonisten für eine Weile nicht mehr zu sehen.

Tilmann Lahme: Thomas Mann

Endlich! Tilmann Lahme ist es in seiner Biografie auf Basis unveröffentlichter Tagebuchpassagen und Briefe gelungen, den Menschen Thomas Mann als den zu zeigen, der er war. Ein Schwuler, der sich auf Basis der Konventionen seiner Zeit, für ein Leben entschied, ohne sein Begehren und seine Gefühle öffentlich auszuleben. Die Chiffren in seinen Texten sprachen zu meinem jugendlichen Ich, was zu Gefechten mit meinem Deutschlehrer in der Oberstufe führte. Wer sehen wollte, konnte sehen.

Florian Huber: Hinter den Türen warten die Gespenster

Ein für mich essenzielles Buch. Erklärte es mir doch die Stimmungen, die ich als Kind in Teilen meiner Familie wahrgenommen hatte. Und mir nicht erklären konnte. Wer sich für dafür interessiert, wie das drückende Schweigen in der Gesellschaft der Bundesrepublik entstand, gegen das die 68er aufbegehrten, lese dieses Buch.

Und hier die Liste komplett

  • Daniel Schreiber: Allein.
  • Volker Heise: 1945
  • Neue Rundschau 2024/3
  • J. J. Voskuil: Das Büro 5: Und auch Wehmütigkeit
  • Benjamin Moser: Sontag
  • Gerbrand Bakker: Birnbäume blühen weiß.
  • Jens Bisky: Die Entscheidung
  • Marcel Proust: Der Weg nach Guermantes
  • Thomas Korsgaard: Stadt
  • Barbara Eschenburg (Hrsg.), Caren Heuer (Hrsg.): Thomas Manns Der Zauberberg – Fiebertraum und Höhenrausch
  • Fjodor Dostojewskij: Der Spieler
  • J. J. Voskuil: Das Büro 6. Abgang
  • Tove Ditlevsen: Kindheit
  • Daniel Schreiber: Zuhause.
  • Nora Bossong: Reichskanzlerplatz
  • George Simenon: Maigret und Monsieur Charles
  • Susanne zur Nieden: Homosexualität und Staatsräson
  • Johan Harstad: Unter dem Pflaster liegt der Strand
  • Berend, Alice: Frau Hempels Tochter
  • Tove Ditlevsen: Jugend
  • Tove Ditlevsen: Abhängigkeit
  • Felix Bohr: Vor dem Untergang.
  • Beatriz Serrano: Geht so
  • Tilmann Lahme: Thomas Mann
  • Kaiser, Alfons: Karl Lagerfeld
  • André Aciman: Fünf Lieben lang
  • József Debreczeni: Kaltes Krematorium
  • Ian Kershaw: Höllensturz
  • Hermann Langbein: Menschen in Auschwitz
  • Clemens Böckmann: Was du kriegen kannst
  • Simon Raven: Zur Leichenschau
  • Margaret Atwood: Der Report der Magd
  • Margaret Atwood: Die Zeuginnen
  • Florian Huber: Hinter den Türen warten die Gespenster
  • Kerstin Holzer: Monascella
  • Christoph Hein: Das Narrenschiff.
  • Oliver Hilmes: Das Verschwinden des Dr. Mühe
  • Ocean Vuong: Auf Erden sind wir kurz grandios
  • Silke Maier-Witt: Ich dachte, bis dahin bin ich tot
  • Leo Tolstoi: Kreutzersonate
  • Maya Lasker-Wallfisch: Briefe nach Breslau.
  • Ralph Brühwiler: Die Caran d’Ache Saga: Von Genf in die Welt
  • Kerstin Holzer: Thomas Mann macht Ferien
  • Roger Willemsen: Liegen Sie bequem? Vom Lesen und von Büchern
  • Patricia Highsmith: Der Junge, der Ripley folgte
  • Patricia Highsmith: Ediths Tagebuch
  • Uwe Neumahr: Das Schloss der Schriftsteller
  • Thomas Pynchon: Schattennummer
  • Dorothy Thompson: Ich traf Hitler
  • Harald Jähner: Wunderland
  • Volker Weiß: Das Deutsche Demokratische Reich

Ein visuelles Wörterbuch rund um die Mode

fashionpedia

Seit einigen Monaten habe ich das große Vergnügen, regelmäßig beruflich über eines meiner Hobbys schreiben zu dürfen. Es geht um …Mode. Und zwar für Frauen und Männer primär weiblich und primär männlich gelesene Personen.

Was die Mode mit der Welt der IT gemein hat? Eines auf jeden Fall. Es gibt absurd viele Fachbegriffe – und dies teilweise für Dinge, die sich tatsächlich nur in Nuancen unterscheiden. Da kann es im hektischen Redaktionsalltag schon mal passieren, dass einem das Fachwort nicht so recht einfallen will. Und da kommt dieses wunderbare Buch ins Spiel:

fashionpedia

Die „Fashionpedia“ ist ein visuelles Wörterbuch in englischer Sprache, das sich ausschließlich der Mode widmet. 

Die abgehandelten Themen sind vielfältig: Schnitte für Oberbekleidung und Unterwäsche, Kragenformen, Slip und BH-Arten, die Vielfalt unter den Handtaschen. Und selbst Stoffe und deren Eigenschaften werden kurz und prägnant dargestellt. Sogar Haarschnitte sind visuell mitsamt ihrem Namen aufzufinden.

Auch wenn das Buch bereits vor einigen Jahren erschienen ist, erweist es sich immer noch als hilfreich. Zudem sind die über 300 Seiten auch noch in einem handwerklich schönen Buch zusammengefasst: Leineneinband, Lesebändchen und roter Schnitt. 

Eine Augenweide, Handschmeichler und zuverlässiges Nachschlagewerk!

Mein Lektürejahr 2023

In schöner Tradition rechtzeitig zum Jahreswechsel die Liste meiner Lektüre. Ich habe erneut mit viel Vergnügen „Das Büro“ gelesen. Und natürlich bin ich auch nicht um den Zauberberg herumgekommen. Durchschlagene Leseerlebnisse waren in diesem Jahr (leider) rar. Ausnahme: „Lichte Tage“. Ein ganz wunderbares und berührendes Buch, das einen zu Tränen rühren kann.

  • Julian Barnes: Elizabeth Finch
  • Simenon: Maigret und sein Rivale
  • Samuel Pepys: Tagebücher 1665
  • Franz Kafka: Tagebücher 1909–1912
  • Robert Gerwarth: Reinhard Heydrich
  • Hanjo Kesting: Thomas Mann.
  • Thomas Mann: Tagebücher 1951 – 1952
  • Katia Mann: Meine ungeschriebenen Memoiren
  • Samuel Pepys: Tagebücher 1666
  • Franz Kafka: Tagebücher 1912–1914
  • Stephan Lehnstaedt: Der Kern des Holocaust
  • Simenon: Maigret vor dem Schwurgericht
  • Simenon: Der Grenzgänger
  • Tolstoi: Der Tod des Iwan Iljitsch
  • C. Brandstätter: Das Wiener Kaffeehaus
  • Samuel Pepys: Tagebücher 1667
  • Peter Longerich: Goebbels
  • Kim Young-Ha: Aufzeichnungen eines Serienmörders
  • Franz Kafka: Tagebücher 1914–1923
  • Peter Longerich: Himmler
  • Rainer Stach: Ist das Kafka?
  • Virginia Woolf: Tagebücher 2 1920–1924
  • A. Powell: Tod am Morgen
  • Annemarie Stoltenberg: Magie des Lesens
  • Jens Wietschorke: Wien. Berlin.
  • Paul Zifferer: Kaiserstadt
  • Samuel Pepys: Tagebücher 1668/1669
  • Virginia Woolf: Tagebücher 3 1925–1930
  • Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften 1. Buch
  • E. + J. de Goncourt: Journal: 1861–1863
  • Virginia Woolf: Tagebücher 4 1931–1935
  • Simon Raven: Wo man singt
  • Thomas Mann: Der Zauberberg
  • Alain Claude Sulzer: Doppelleben
  • Michael Wildt: Zerborstene Zeit
  • G. Simenon: Maigret und der Verrückte von Bergerac
  • Benno Gammel: Queer
  • Voskuil: Das Büro Bd. 1
  • Voskuil: Das Büro Bd. 2
  • A. Powell: Täuschung und Selbsttäuschung
  • Voskuil: Das Büro Bd. 3
  • Joan Schenkar: Die talentierte Miss Highsmith
  • C. Isherwood: Die Welt am Abend
  • Voskuil: Das Büro Bd. 4
  • C. Isherwood: Begegnung am Fluss
  • Volker Weidermann: Mann vom Meer
  • Melville: Bartleby der Schreiber
  • Dörte Hansen: Mittagsstunde
  • Volker Weidermann: Lichtjahre
  • Christopher Clark: Die Schlafwandler
  • Nina-Sophia Miralles: Inside Vogue
  • Olivia Laing: Die einsame Stadt
  • Bruce Chatwin: Was mache ich hier
  • Helge Hesse: Ein deutsches Versprechen
  • Simenon: Maigret als möblierter Herr
  • Simenon: Maigret beim Minister
  • Simenon: Maigret und die kleine Landkneipe
  • Simenon: Mai­gret und das Gespenst
  • Sarah Winman: Lichte Tage
  • Voskuil: Das Büro Bd. 5
  • Ann Marks: Das Leben der Vivian Maier
  • Simenon: Maigret verliert eine Verehrerin
  • Richard Yates: Eine strahlende Zukunft
  • Richard Yates: Zeiten des Aufruhrs

Mein Lektürejahr 2022

Gerade noch rechtzeitig bevor das neue Jahr beginnt, hier mein Rückblick auf mein Lekürejahr.

Wiedergelesen

  • Franz Kafka: Der Process
  • Franz Kafka: Das Schloß
  • Thomas Mann: Der Zauberberg
  • Proust: Auf dem Weg zu Swann
  • Heinrich Mann: Der Untertan
  • Stendhal: Rot und Schwarz
  • E.T.A. Hoffmann: Das Fräulein von Scuderi
  • Raymond Radiguet: Den Teufel im Leib
  • Proust: Im Schatten junger Mädchenblüte
  • Proust: Die Welt der Guermantes
  • Proust: Sodom und Gomorrha

Wie man gleich sehen wird, habe ich dieses Jahr viel Kafka gelesen. Streng genommen, das Gesamtwerk. Die Tagebücher aber nur eher kursorisch. Angeregt durch die wunderbare dreiteilige Biografie. Eine seltsame Neuentdeckung war für mich Radiguets „Teufel im Leib“, den ich zuletzt wohl mit 16 las. Der zeitliche Abstand eröffnet neue Perspektiven. Aber das Buch spricht noch zu mir. Im Gegensatz zu „Rot und Schwarz“. Die Neuübersetzung ist schön, aber ich habe die Verbindung zu dem Buch verloren. Mit 18 hatte es mich enorm gefesselt.

Streng genommen müsste hier auch das „Büro“ hin. Das hatte ich Ende des vergangenen Jahres angefangen und dann doch glatt noch einmal gelesen. Dafür habe ich meinen Proust nicht ganz geschafft.

Neu gelesen

  • Voskuil: Das A. P. Beerta-Institut
  • Simenon: Maigret und sein Revolver
  • Voskuil: Und auch Wehmütigkeit
  • Patricia Highsmith: Tage- und Notizbücher
  • Patricia Highsmith: Der talentierte Mr. Ripley
  • Djuna Barnes: Nachtgewächs
  • Voskuil: Abgang
  • Grass: Katz und Maus
  • Voskuil: Der Tod des Marten Koning
  • Iwan Gontscharow: Oblomov
  • Rolf Lappert: Leben ist ein unregelmäßiges Verb
  • Patricia Highsmith: Ripley Under Ground
  • Husch Josten: Eine redliche Lüge
  • Sigrid Nunez: Was fehlt dir
  • Thomas von Steinaecker: Ende offen
  • Andreas Pflüger: Ritchie Girl
  • Rainer Stach: Kafka – die frühen Jahre
  • Franz Kafka: Tagebücher 1909-1912
  • Rainer Stach: Kafka – die Jahre der Entscheidungen
  • Franz Kafka: Ein Landarzt und Drucke zu Lebzeiten
  • Simenon: Maigret und der Samstagsklient
  • Adrian Newey: Wie man ein Auto baut
  • Rolf Lappert: Nach Hause schwimmen
  • Harry Graf Kessler: Das Tagebuch Bd. 8
  • Voskuil: Direktor Beerta
  • Kafka: Der Verschollene
  • Stefan Zweig: Die Welt von Gestern
  • Voskuil: Das Büro Bd. 2
  • Reiner Stach: Kafka. Die Jahre der Erkenntnis.
  • Blake Gopnik: Warhol
  • Tobias Hürter: Das Zeitalter der Unschärfe
  • Edgar Selge: Hast Du uns endlich gefunden
  • Eva Menasse: Dunkelblum
  • Emma Stone: Die Leuchtturmwärter
  • Heimito von Doderer: Die Strudlhofstiege
  • Klaus Nüchtern: Kontinent Doderer
  • Simenon: Maigret auf Reisen
  • Simenon: Maigret und sein Neffe
  • Doderer: Die Dämonen
  • William Boyd: Die Fotografin
  • Anthony Powell: Eine Frage der Erziehung
  • Simenon: Maigret und die Kopflose Leiche
  • A. Powell: Tendenz: steigend
  • A. Powell: Die Welt des Wechsels
  • A. Powell: Bei Lady Molly
  • Simenon: Im Falle eines Unfalls
  • A. Powell: Casanovas chinesisches Restaurant
  • A. Powell: Die Wohlwollenden
  • A. Powell: Das Tal der Gebeine
  • Simenon: Maigret, Lognon und die Gangster
  • David de Jong: Braunes Erbe
  • Simon Raven: Fielding Gray
  • Simon Raven: Blast nun zum Rückzug
  • A. Powell: Die Kunst des Soldaten
  • Simenon: Ankunft Allerheiligen
  • Powell: Die Philosophen des Krieges
  • A. Powell: Bücher schmücken ein Zimmer
  • Simenon: Maigret und die widerspenstigen Zeugen
  • Simenon: Maigrets Geständnis
  • A. Powell: Könige auf Zeit
  • Simon Raven: Die Säbelschwadron
  • Simon Raven: Die Reichen zahlen spät
  • A. Powell: Der Klang geheimer Harmonien
  • Simon Raven: Gute Beziehungen nach unten
  • Rolf Lappert: über den Winter
  • E. M. Remarque: Die Nacht von Lissabon
  • Joyce: Ulysses
  • Simenon: Maigret gerät in Wut
  • A. Powell: Die Ziellosen
  • Leo Tolstoi: Kreutzersonate
  • Friedrich Lenger: Metropolen der Moderne
  • Simenon: Der Glaskäfig
  • Simenon: Das Testament Donadieu
  • Simenon: Die Tür
  • Simenon: Zum weißen Ross
  • Simenon: Tante Jeanne
  • Michael Maar: Proust Pharao
  • Katherine Mansfield: In einer deutschen Pension
  • Simenon: Drei Frauen
  • Bernd Roeck: Der Morgen der Welt
  • A. Powell: Handelnde und Duldende
  • Carl Tillessen: Konsum
  • A. Powell: Venusberg
  • Bernd Stöver: Zuflucht DDR
  • Simenon: Maigret im Gai-Moulin
  • Simon Raven: Judasjunge

Meine absoluten Empfehlungen

Anthony Powell und Simon Raven: Ein großes Kompliment an den Elfenbein-Verlag dafür, diese beiden Autoren in liebevollen Bänden auf Deutsch herauszubringen.

Powell lässt einen in seinem zwölf Bände umfassenden Werk „Ein Tanz zur Musik der Zeit“ in die Welt Englands des frühen 20. Jahrhunderts eintauchen. Ganz wunderbar. Und wer alle zwölf Bücher durch hat, versteht, warum er in mancher Hinsicht mit Proust verglichen wird. Unbedingt das Handbuch „Einladung zum Tanz“ von Hilary Spurling dazu kaufen!

Simon Raven: Völlig anders, aber großer Lesespaß. Teilweise absurd komische Figuren und überraschende Plots.

Und meine Top 3 des Jahres:

  1. Emma Stone – Die Leuchtturmwärter. Drei Männer arbeiten gemeinsam in einem Leuchtturm und verschwinden spurlos. Die Angehörigen und die Leserinnen und Leser stehen vor einem Rätsel, das Seite um Seite aufgelöst wird. Spannend und extrem unterhaltsam.
  2. Bernd Stöver – Zuflucht DDR. Ich glaube, ich habe noch nie ein Sachbuch empfohlen. Dieses hat es verdient. Von einem studierten Historiker beschrieben und dementsprechend mit entsprechendem Anmerkungsapparat versehen, widmet sich Stöver sehr lesenswert einem Phänomen, das bisher kaum aufgearbeitet wurde. Nämlich der Migration von West-Deutschen in die DDR.
  3. Rolf Lappert – Leben ist ein unregelmäßiges Verb: Es gibt so viele großartige Rezensionen zu diesem Buch. Da spare ich mir weitere Ausführungen. Ein anrührendes, melancholisches, trauriges, witziges, auf jeden Fall aber fesselndes und berührendes Buch.