Um das Fazit gleich vorwegzunehmen: Jeff Jarvis hat ein kluges Buch geschrieben, aber ist es auch ein wichtiges? “Was würde Google tun” lautet der Titel der deutschen Übersetzung, die im Heyne-Verlag erschienen ist und schon länger auf meinem Stapel ungelesener Bücher lag. Um diese Fragestellung aus seiner Sicht erschöpfend zu beantworten, benötigt der Autor immerhin gute 400 Seiten. Im ersten Teil des Werks geht es weniger um die Frage, was Google tun würde, sondern mehr, was Google getan hat. Einige der Strategien, die aus Sicht von Jarvis zum Erfolg des Giganten geführt haben, werden beschrieben und erklärt. Das durchweg amüsant und anschaulich geschriebene Buch (Danke, Frau Holtsch für die Übersetzung) streift dabei auch nebenbei vieles aus der jüngeren Historie des World Wide Webs wie Flickr oder Twitter. Erst im zweiten Abschnitt seines Buches werden die tradierten Geschäftsmodelle in einigen Brachen untersucht und die Frage beantwortet, wie sich Google in einem solchen Markt verhalten würde. Was Jarvis hier schreibt, liest sich durchaus amüsant, es steht natürlich der Beweis aus, ob das denn alles in der Praxis auch so funktionieren würde. Verantwortliche aus der Medien-, Finanz- und auch Immobilienbranche rate ich allerdings sehr zur Lektüre dieses Buches. Insbesondere Zeitschriften- und Zeitungsverlage sind aus meiner Sicht deutlich besser daran, den einen oder anderen Hinweis von Jarvis zu befolgen, als die immer gleiche Diskussion über (Mikro-) Paid Content zu führen und über die Gratiskultur des Web zu lamentieren. Wer sich beruflich mit dem Internet auseinandersetzt, wird im Buch von Jarvis nichts tiefgreifend Neues finden. Wenn Sie sich für die Entwicklung des Internets interessieren, greifen Sie zu diesem Buch. Es ist lesenswert und wichtig für Sie!
Was ich bei Twitter diese Woche (2009-08-09) sagte
- so #
- @laTuya jupp in reply to laTuya #
- @mosmann ich bin erst am 18. wieder im büro in reply to mosmann #
- @laTuya das kommt dir nur so vor. Falls Du es noch nicht kennst: lies mal die wunderbaren passagen über die zeit im Zauberberg. in reply to laTuya #
- hach ja #
- und auch herrn burda muss ich da enttäuschen. vielleicht sollten die doch mal jarvis buch lesen #wwgd #
- riesenidee von springer wegen der bezahlinhalte im web. ich lese nur keine einzige springer website… #
- @mosmann ich fand das buch schon klasse. alles gut 🙂 in reply to mosmann #
- gucke stadt der blinden auf dvd #
- so #
- gucke blade runner #
- so #
- Boah..ist das hässlich. Prototyp von “Ribbons” ala OOO http://icio.us/sjnfv2 #
- Auch Focus fasst nochmal XING &Co fürs Reputationsmanagement zusammen: http://icio.us/wszugn #
- so #
- sitze auf der terrasse und lese ein gutes buch … hach #
- Mythos Changemanagement http://icio.us/d33cmo #
- Schöner Artikel zum Thema Fehler in Projektmanagement http://icio.us/h4jkjd #
- http://icio.us/d33cmo #
- @mosmann bin noch dabei 🙂 in reply to mosmann #
- Gelungener Artikel zur Zukunft von Verlagen im Spannungsfeld Online http://icio.us/oouzog #
- Gelungener Artikel in der neuen gegenwart http://icio.us/xt01ct #
- http://icio.us/iwmb1n #
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GDI Impuls – eine sehr anregende Lektüre
Auf der Suche nach neuem Lesestoff bin ich auf die Schweizer Publikation GDI Impuls gestoßen. Die Zeitschrift erscheint viermal im Jahr und wird vom renommierten Gottlieb Duttweiler Institut herausgegeben. Für 22 Euro pro Ausgabe erhalten Sie Anregungen und fundierte Betrachtungen zu Themen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Handel. Die aktuelle Nummer beschäftigt sich mit der Ehrbarkeit (nicht nur unter Kaufleuten). Das Magazin ist hochwertig produziert. Zurückliegende Ausgaben sind bestellbar und für Abonnenten im Volltext online recherchierbar. Hier sind bereits Mikro- und Nischenmärkte beleuchtet worden. Ich habe allein in einer Ausgabe mehr Denkanstöße erhalten, als in einem vollständigen Jahrgang des Zukunftsletters. Die Brand Eins hat damit arge Konkurrenz um den Platz auf meinem Nachttisch bekommen.
Die neue Ausgabe von Productive ist da!
So eben ist die dritte Ausgabe von Productive erschienen. Für alle Freunde des GTD Pflichtlektüre!
Ein Stück wiedergefundener Kindheit
Was machen Männern in einem gewissen Alter (fast) zwangsläufig? Richtig! Sie erinnern sich an die eigene Kindheit. Bei mir war es in den vergangenen Monaten verstärkt der Fall. Ein Umstand, der natürlich durch die Tatsache, dass ich Vater eines Sohnes bin, durchaus gefördert wird. Ohne jetzt darüber philosophieren zu wollen, ob dies bereits der Beginn einer solchen oder gar schon eine Midlife-Crises ist, möchte ich an dieser Stelle über die neueste Anschaffung unseres Haushalts berichten. Es begann im Jahr 1976 (ja, damals, vor den Computern und diesem neumodischen Internet). Da bekam ich eine gebrauchte Carrera Universal Bahn zum Geschenk. Wenn Ihnen das wenig sagen sollte, möchte ich hier an die stabile Bauweise und vor allem den großen Maßstab der Fahrzeuge von 1:24 erinnern. Stundenlang konnte ich mit Freunden aber auch allein davor sitzen und die kleinen Boliden ihre Runden im Kreis absolvieren lassen. Das war alles schön und toll, bis die Bahn kaputt war und es im Handel keine Ersatzteile mehr gab. Denn einerseits hatte sich Carrera das Servo-System ausgedacht, zum anderen steckte das Unternehmen in ernsten Absatzschwierigkeiten. Und die bleiben einige Jahre. In den 90er Jahren hatte ich mir aus Spaß einmal eine kleine Bahn für unter 100 DM besorgt, die zwar den Namen Carrera trug, aber nur ein Schatten von dem war, an das ich mich erinnerte. Kleine Fahrzeuge, klappernde und schlecht passende Schienen und kleine Drahtbürsten als Stromabnehmer, die schnell kaputt gingen. So landete die Bahn selbst, als auch die Erinnerungen an den Spielspaß in den hintersten Ecken. Natürlich verfolgte ich mit Interesse die ab und an im Fernsehen gesendeten Beiträge zur Renaissance von Carrera, die die Sammler und Hobbyisten wieder ernst nahmen. Zwar wurde nach wie vor in China produziert, aber die Qualität stimmte wieder. So bekam unser Sohn vor knapp eineinhalb Jahren eine Carrera Profi-Bahn. Diese ist robust und die kleinen Flitzer lassen sich auf den breiten Schienen gut beherrschen. So einmal im Monat wird die Bahn für gut eine Woche aufgebaut, aber dann möchte Junior wieder mit anderen Dingen spielen. Beginnend mit meinem diesjährigen Sommerurlaub kam aber beim Herrn Papa der Wunsch auf, sich doch erneut etwas eingehender mit seinem früheren Lieblingshobby zu beschäftigen und nach einiger Überlegung wurde Amazon damit beauftragt, ein Carrera Digital 132 Startset zu liefern. Und dies ist nun seit drei Tagen in Betrieb. Es gibt kein Video des Unboxing, es war aber dennoch fast mit einer sakralen Handlung vergleichbar. Alles ist solide verpackt und die Schienen fühlen sich so stabil an, wie die aus den 70er Jahren. Die Fahrzeuge sind für den kleinen Maßstab überraschend detailreich und vor allem so konzipiert, dass klassische Bruchstellen vermieden werden. Trägt es ein Fahrzeug im Eifer des Zweikampfes einmal aus der Kurve, brechen die Teile nicht, sondern lösen sich an den vorgesehenen Sollstellen. So überlässt der Vater seinem Sohn auch vertrauensvoller die Lenkung eines filigranen Formel 1 Boliden. Was einen Heidenspaß, verglichen mit den früheren Systemen macht, sind die Spurwechsel über Weichen, die per Handregler gesteuert werden sowie die Erfindung des Ghost-Cars. Ein Fahrzeug wird dabei so programmiert, dass es von allein über die Bahn gleitet. Bis zu sechs Fahrzeuge können auf einer Bahn betrieben werden (mit nur zwei Spuren), was für interessante Rennszenen sorgen kann. Vater und Sohn sind jedenfalls begeistert und ich habe das Gefühl, ein Stück verlorener Zeit wiedergefunden zu haben!
