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Glaube und Hoffnung – das Stadtgeld von Ahrensburg

Wie vielleicht bekannt, vertrete ich die SPD in meiner Heimatstadt in der Stadtverordnetenversammlung und in diversen Ausschüssen. Wahrscheinlich wissen Sie als regelmäßiger Leser auch, dass ich verschiedentlich Ahrensburg als Beispiel für die missliche Situation im stationären Handel verwendet habe. Sonst schauen Sie gern einmal bei etailment.de ins Archiv.

Nun hatten wir gerade eine Sitzung des Finanzausschusses. Wichtigster Punkt auf der Agenda. Die Einführung von „Stadtgeld“ für Ahrensburg nach dem Vorbild von Marburg.

Die missliche Situation sind die Mehrheitsverhältnisse hier am Ort. Denn die Grünen und die CDU halten in allen Gremien eine komfortable Mehrheit. Dummerweise hatten sie vor der Wahl lediglich vergessen, ihre Koalition auch dem Wähler mitzuteilen. Das macht die Durchsetzung vernünftiger Argumente oft recht schwierig, denn wir reden von Kommunalpolitik.

Wenn Sie sich also schon häufiger gefragt haben, welche Sachkenntnis einen Berufspolitiker eigentlich für seine Aufgabe qualifiziert, nehmen wir als fiktives Beispiel mal den Bundesverkehrsminister, dann stellen Sie sich das auf Kommunalebene noch einmal viel schlimmer vor.

Das Stadtgeld für Ahrensburg – künstliche Beatmung vor der Insolvenz

Nun, um Ihnen einen Klick zu sparen. Auf Basis des Marburger Vorbilds sollen auf Antrag der Grünen und der CDU die Ahrensburger Bürger 30 (Erwachsene) bzw. 50 Euro (Kinder) als Gutschein erhalten, den sie dann in Ahrensburger Geschäften zum Einkauf nutzen können. Dazu soll die Stadt bitte schön 1,3 Mio. Euro als Kredit aufnehmen.

Begründet wurde diese durchaus nennenswerte Verschuldung (immerhin 10 Prozent des Kassenkreditvolumens der Stadt) im mündlichen Vortrag durch die Grünen damit, dass man „glaube“, das jetzt tun zu müssen, um die Läden in der Innenstadt zu retten. Man könne zwar nicht beweisen, dass das etwas nutze, aber man müsse jetzt schnell handeln, weil man „glaube“, dass vielen Händlern das Wasser bis zum Hals stünde.

Moment, „Glaube“ als Begründung für einen Kredit, an dem die beschenkten Einwohner dann noch Jahre abzahlen? Scheint eine durchaus stabile Brücke zu sein, über die man da schreiten soll.

Es entspann sich eine lebhafte Diskussion. Die Mehrheitsfraktionen waren augenscheinlich überrascht davon, dass die anderen Parteien da nicht sofort mitgehen wollen. Ich habe im mündlichen Vortrag ebenfalls Bedenken angemeldet. Letztlich führte das dann zur Aussage des Fraktionsführers der Mehrheitsfraktion, dass SPD und FDP schuld daran sind, wenn die Innenstadt stirbt. Letztlich der Auslöser für diesen Beitrag.

Als besonders erhaltenswerte Geschäfte, denen auf Pump künstlich Luft zugefächelt werden soll, wurden exemplarisch ein „Jeans-Geschäft“ und ein kleiner Laden mit Holzspielzeug und Schulranzen genannt. Und das leitet mich dann über zu dem Thema:

Intermezzo: Zwei Läden, für die es schwer wird

Sie sind bestimmt keine Ahrensburger, deshalb ein paar Worte zu den beiden exemplarisch genannten Geschäften.

In dem besagten Jeansladen habe ich vor über 40 Jahren auch schon mal eine Jeans gekauft. Nun wird es nostalgisch. Aber die jüngeren unter Ihnen werden sich nicht vorstellen können, was für ein Krampf der Einkauf von Jeanshosen Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre war. In Kaufhäusern waren die Dinger kaum zu bekommen, schon gar nicht irgendwelche Markenjeans. Und Ende der 70er Jahre waren Jeans halt „in“. So gab es in Ahrensburg sogar drei solcher Läden. Zwei davon hat der heutige Store auch überlebt. Aber seitdem nichts geändert. Ja, es gibt Hosen bis unter das Dach. Der Inhaber ermittelt die Größe eines Kunden durch bloßes Anschauen. Das ist alles toll. Wirklich!

Aber wer nicht mit der Zeit geht, geht eben mit der Zeit. Homepage? Fehlanzeige! Besondere Marken, die junge Leute attraktiv finden? Fehlanzeige! Ein einladender Store? Fehlanzeige! Das genügt heute eben nicht mehr, weil die ursprüngliche Zielgruppe, pardon, immer älter wird und junge Konsumenten nicht adressiert werden.

Ähnlich verhält es sich mit Laden für Holzspielzeug. Ja, das war vor 30 Jahren auch eine tolle Idee. In den Spielzeugabteilungen quietschte und piepte es und fast alles war aus Kunststoff. Aber wir sind 30 Jahre weiter. Eltern sind preisbewusst. Immer. Und Tiere von Schleich, Brio-Bahnen und andere Produkte kauft man eben preiswerter im Internet. Denn beratungsintensiv ist daran nun leider gar nichts. Die Brio-Bahn kommt binnen 24 Stunden via Amazon & Co zu mir. Mit Zubehör und allem. Wenn ich will sogar als Geschenk verpackt. Auch Spielzeug ist ein schwieriges Segment, es sei denn, man schafft eine herausragende Spezialisierung (Lego, Slotcars etc.).

Warum Ahrensburg nicht Marburg ist

Auch hier erspare ich Ihnen etwas Arbeit. Marburg hat zweimal so viele Einwohner, ist Universitätsstadt und besitzt ein Gewerbesteueraufkommen, dass Ahrensburg locker in den Schatten stellt. Und vor allen Dingen hat Marburg das Stadtgeld nicht auf Pump finanziert.

Marburg musste aber in der Diskussion ständig als Beispiel herhalten, weil (welche Sensation) die Bons höher als die Gutscheine ausfielen. Das könne ja auch in Ahrensburg der Fall sein. Womit wir wieder im Bereich des Glaubens sind.

Beginnen wir mal mit den Voraussetzungen. Man braucht kein Statistiker zu sein, um schon mal a priori die Vermutung anzustellen, dass die Altersstruktur in Marburg als Universitätsstadt eine ganz andere als in Ahrensburg ist.

Um die Verwaltung der Gutscheine kümmerte sich in Marburg das junge Unternehmen Youbuyda (das auch im Antrag hier in Ahrensburg erwähnt wurde). Es wäre ja durchaus denkbar, dass junge Leute wie Studenten sich tatsächlich stärker online über solche Gutscheinaktionen informieren als der durchschnittliche Ahrensburger. Aber das ist Spekulation.

Marburg besitzt einen ausgeprägten gastronomischen Schwerpunkt. Wenn ich also mit meinem 30 Euro Gutschein einen trinken gehe, werde ich den Abend sicherlich nicht bei 30 Euro beenden (wenn es gemütlich war). In Ahrensburg ist das gastronomische Angebot deutlich kleiner.

Und die Zahl der inhabergeführten Lädchen auch inzwischen überschaubar. Die Einwohner würden also das Geld wohl eher zu so notleidenden Ahrensburger Unternehmen wie Deichmann, C&A, Kik, Tedi oder Woolworth tragen (müssen).

Der größte Unterschied bleibt aber die Finanzierung. Denn Kredit ist eben Kredit. Wir nehmen also erst einmal Geld, das wir gar nicht haben, weil wir daran glauben, dass es notleidenden Firmen hilft, wenn wir das Geld unabhängig von der Einkommenssituation an die Einwohner verschenken, die es uns dann indirekt über Steuern und Abgaben wieder zurückgeben.

Populismus in allen Ehren. Aber das ist Wirtschaftspolitik die ein Milchmädchen als BWL-Genie erscheinen lässt.

Ich bin übrigens auch Mitglied im Ausschuss, der sich mit Bildung und Kultur beschäftigt. Wie soll ich eigentlich Eltern erklären, dass die Stadt 1,3 Mio Euro für Geschäftsleute in die Hand nehmen will, aber nicht für digitale Arbeitshilfen in Schulen oder deren Modernisierung?

Warum die Innenstadt in Ahrensburg mit Stadtgeld nicht zu retten ist

Der Erfolg eines Stadtgelds steht sprichwörtlich in den Sternen. Denn nach allen aktuellen Berichten, mit denen ich es ja täglich zu tun habe, hat die Senkung der Mehrwertsteuer im stationären Handel keinen Turbo gezündet. Mal abwarten, wie es mit dem Kindergeldbonus wird. Gegen diese Summe bleibt ein Stadtgeld eine nette Geste.

Aber machen wir uns mal nichts vor, die Leute gehen nicht deswegen nicht in die Geschäfte, weil sie kein Geld mehr haben (die Konsumbarometer erholen sich ja inzwischen), sondern weil sie persönlichen Begegnungen aus dem Weg gehen wollen, plötzlich das Online-Shopping für sich entdecken und Bummeln mit Maske eher nicht jedermanns Sache ist.

Das alles ändert aber nichts an der grundsätzlichen Situation der Ahrensburger Innenstadt, die beispielsweise für den von mir sehr geschätzten Professor Dr. Gerrit Heinemann fast als Labor dienen könnte.

  • Auch wenn ich mich hier bei Parteifreunden in die Nesseln setze. Man kann, wie in Hamburg, eine Innenstadt soweit möglich autofrei machen. Als notorischer Nicht-Autofahrer ist das für mich auch nicht schlimm. Aber keine Zufahrten und keine Parkplätze ohne Ausbau des ÖPNV ist halt vielleicht doch keine gute Idee gewesen. Gerade unser Städtchen lebt von seinem Umland. Und die Kunden, die von dort mit dem Auto kommen, sind eher die Angehörigen meiner Generation und Älter. Die kommen eben mit dem Auto, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Und die gibt es eben nicht. Denn mal im Ernst: Wenn Sie zwischen 16 und 25 sind, und es keine 20 Minuten dauert, und sie können in bekannten Einkaufsmeilen wie Neuer Wall, Mönckebergstraße oder Jungfernstieg bummeln, würden sie es dann in einer sehr kleinen Innenstadt tun? Wir brauchen also Möglichkeiten, damit Menschen meiner Generation und die Älteren auch zu den Geschäften kommen. Parallel sollten wir aber auch darüber nachdenken, wie die Innenstadt attraktiv sein kann, wenn die Geschäfte weniger werden.
  • Ach ja. Die Innenstadt. Seit Jahren diskutiert die Politik hier am Ort über Quartiersmanagement und Stadtmarketing. Passiert ist wenig. Ein paar inhabergeführter Boutiquen, jede Menge Apotheken, Friseure beschreibt schon den „Mix“ des Angebots. Dazwischen dann Kleinodien, für die die Zeit bis zum Ende des  Geschäftsmodells unweigerlich tickt. Attraktiv wird eine Innenstadt nicht dadurch, dass man etwas Mobiliar aufstellt, sondern als Gemeinde sich aktiv mit Vermietern und Geschäftsleuten an einen Tisch setzt, um das Angebot attraktiv zu machen.
  • Und schließlich (auch wenn es bereits angeklungen ist): Wir schreiben das Jahr 2020, das bedeutet E-Commerce, Multi- und Omnichannel. Gerade all den Komfort, den inzwischen auch Ältere dank Corona zu schätzen wissen. Von Bestandsabfragen über Lieferdienste oder wenigstens einen vernünftigen Onlineaufritt. Eine Spezialisierung des Stores: Denn weder in der Breite und der Tiefe des Sortiments kann es ein Geschäft auf 200-300 Quadratmetern nicht mit Marktplätzen aufnehmen.

Diese Fakten liegen alle schon lange auf dem Tisch. Nur weite Teile des Handels schalten hier auf stur. Das stimmt mich traurig, denn das Ergebnis ist vorhersehbar, wie im Falle Karstadt. Da hilft auch kein Stadtgeld.

Individuelle Absatzformate in Pandoc und Word verwenden

Seit Jahren schreibe ich alle meine Artikel und Blogbeiträge in Markdown. Für die Konvertierung nutze ich Pandoc. Das unterstützt inzwischen dermaßen viele Formate, dass ich wirklich jeden Kundenwunsch in Sachen Ausgabeformate erfüllen kann. Der Einsatz von Markdown bietet mir diese Vorteile:

  1. Die Zeitersparnis beim Schreiben: Das beginnt bereits damit, dass ein klassischer Texteditor wie Atom auf jeder Plattform einfach schneller reagiert als eine Textverarbeitung. Und während des Schreibens muss ich mich nicht durch Menüs mit Formatvorlagen hangeln.
  2. Flexibilität beim Ausgabeformat: Aus der gleichen einfachen Textdatei entstehen Artikel im HTML-Format oder als DOCX (ODT).

Im Alltag mit Redaktionen und Verlagen tritt das regelmäßig ein kleines Detailproblem auf:

Wie nutzen Sie eigene Formatvorlagen in Pandoc und Word?

Viele Verlagshäuser haben eigene Arbeitsabläufe entwickelt, um das Layout von Artikeln und Büchern zu beschleunigen. Sie stellen den Autoren eine Formatvorlage für Word zur Verfügung. Das so formatierte Dokument kann dann beispielsweise schneller in InDesign oder andere Anwendungen eingelesen werden, da die in Word verwendeten Vorlagen mit einem Template im DTP-Programm korrespondieren.

Das Problem: Pandoc und Markdown kennen diese Formate natürlich nicht. Die naheliegende Lösung: Sie nutzen in Word die Funktion „Suchen&Ersetzen“, die ja bekanntlich auch Formatvorlagen austauschen kann. Den Rest formatieren Sie dann manuell.

Eleganter ist es, wenn Sie für Pandoc eine Word-Vorlage, genauer das „Reference.docx“, anpassen. Und in Ihrem Markdown-Text nutzen Sie dann diese Formate.

Wie Sie dies anstellen, zeige ich Ihnen in diesem Beitrag. In einem weiteren Artikel zeige ich Ihnen dann noch, wie Sie diese Formatvorlagen in Scrivener einsetzen.

Diese Voraussetzungen sollten Sie erfüllen

Sie sollten wissen, wie Sie in Word eigene Formatvorlagen für Absätze anlegen. Außerdem gehe ich davon aus, dass Sie Pandoc auf Ihrem Mac als separate Anwendung installiert haben, also nicht auf eine Programmversion setzen, die beispielsweise Teil eines Editors ist.

Das überprüfen Sie am besten in einem Terminal mit which pandoc. Wenn die Antwort des Systems etwa „/usr/local/bin/pandoc“ lautet, ist alles okay.

Der generelle Ablauf

Ich zeige Ihnen:

  1. Wie Sie sich eine Kopie der Datei „reference.docx“ ziehen,
  2. diese bearbeiten,
  3. Pandoc dazu bringen, diese Datei für die Konvertierung zu nutzen und
  4. die Formatvorlagen in Markdown einsetzen.

Reference.docx von Pandoc anpassen

Unmittelbar nach der Installation nutzt Pandoc eine eigene Formatvorlage für die Konvertierung in das Word-Format. Diese ist aber vor Ihrem Zugriff verborgen. Das ist auch gut so. Falls Sie einen gravierenden Fehler beim Aufbau einer eigenen Datei machen, können Sie so immer auf diese interne Lösung ausweichen.

Am einfachsten erreichen Sie eigene Formatvorlagen, wenn Sie auf dieser internen Vorlage aufbauen. Dazu müssen Sie sich diese erst einmal sichern. In einem Terminal geben Sie ein:

pandoc --print-default-data-file reference.docx > ~/custom-reference.docx

Mit diesem Kommando geben Sie den Inhalt der Vorlage aus, die nun in Ihrem Benutzerverzeichnis gespeichert ist.

Die Datei öffnen Sie anschließend in Word und legen dort die Formatvorlagen an, die der Verlag von Ihnen erwartet. Die bereits vorliegenden Absatzformate, z.B. „First Paragraph“ lassen Sie am besten in Ruhe. Pandoc ignoriert übrigens den eigentlichen Textinhalt in der Datei. Wichtig sind lediglich die Formate. Die Datei speichern Sie unter dem Namen „reference.docx“.

Diese kopieren Sie in das versteckte Verzeichnis Users\NUTZERNAME\.pandoc. Sie müssen sich im Finder also versteckte Dateien anzeigen lassen.

Pandoc ist beim Konvertieren in das Word-Format so gebaut, dass Sie beim Konvertieren eine Vorlagendatei angeben können. Fehlt diese Angabe, schaut Pandoc in diesem Datenverzeichnis nach. Befindet sich darin die „reference.docx“ wird diese verwendet. Fehlt sie, greift Pandoc auf die interne Vorlage zurück. Sofern es also beim Kompilieren einen Fehler gibt, können Sie die Datei einfach wieder aus dem Pandoc-Datenverzeichnis löschen.

Die Absatzformate aus Word in Markdown verwenden

Die größte Arbeit liegt hinter Ihnen. Sie haben eine Vorlage für Pandoc geschaffen, die bereits die neuen Absatzformate kennt. Jetzt müssen Sie diese nur noch in Ihrem Markdown-Text verwenden. Da dies auf die Dauer mit etwas mehr Schreibarbeit verbunden ist, nutzen Sie am besten ein Tool wie Textexpander oder PhraseExpress.

Lautet der Name einer Vorlage in Word beispielsweise „PCWFliesstext“, dann markieren Sie einen solchen Absatz in Markdown so:

::: {custom-style=“PCWFliesstext“}
Hier steht dann Ihr Text.
:::

Wichtig ist nur, dass Sie den Namen der Vorlage genauso schreiben, wie er in der Vorlage in Word vorkommt. Beim nächsten Kompilieren der Datei werden dann Ihre individuellen Stile verwendet.

Mein Lektürejahr 2019

Trotz der guten Auftragslage in diesem Jahr habe ich doch noch reichlich Zeit für Lektüre gefunden. Folgende Bücher habe ich neu bzw. wiedergelesen.

Erneut gelesen:

  • Theodor Fontane: Effi Briest
  • Rudolf Lorenzen: Eine Art Held
  • Thomas Mann: Der Zauberberg
  • Thomas Mann: Buddenbrooks
  • Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Neue Lektüre:

  • Morten Brask: Das perfekte Leben des Wiliam Sidis
  • Theodor Fontane: Die Poggenpuhls
  • Theodor Fontane: Unwiederbringlich
  • Theodor Fontane: Meine Kinderjahre
  • Theodor Fontane: Mathilde Möhring
  • Jonathan Franzen: Freiheit
  • Ian Kershaw: Hitler
  • Tilmann Lahme: Golo Mann
  • Bernard MacLaverty: Schnee in Amsterdam
  • Arthur Miller: Fokus
  • Alexander Münninghoff
  • Paul Sahner: Karl
  • Susanne Schattenberg: Leonid Breschnew
  • George Simenon: Maigrets Jugendfreund
  • George Simenon: Maigret zögert
  • George Simenon: Maigret stellt eine Falle
  • George Simenon: Maigrets Nacht an der Kreuzung
  • George Simenon: Maigrets Memoiren
  • George Simenon: Mein Freund Maigret
  • George Simenon: Maigret und sein Toter
  • George Simenon: Maigret im Haus des Richters
  • George Simenon: Maigret bei den Flamen
  • George Simenon: Das blaue Zimmer
  • George Simenon: Striptease
  • George Simenon: Der Uhrmacher von Everton
  • George Simenon: Der Schnee war schmutzig
  • George Simenon: Chez Krull
  • George Simenon: Die Schwarze von Panama
  • George Simenon: Die Pitards
  • George Simenon: Das Haus am Kanal
  • Gabriele Tergit: Etwas Seltenes überhaupt
  • Gabriele Tergit: Käsebier erobert den Kurfürstendamm
  • Gabriele Tergit: Effingers

Dinge, die funktionieren: Bissel Crosswave Pet Pro

An dieser Stelle stelle ich in loser Folge ein paar Geräte und Dinge vor, die ich gern zur Hand nehme, die ihre Aufgabe perfekt erledigen oder mich mit ihrem Design begeistern. Den Anfang macht der Crosswave Pet Pro von Bissel. Das Gerät ist ein Bodenreiniger. Wenn ich ihn Wasch- oder Nasssauger nennen würde, wäre das schlicht falsch. Dazu gleich mehr. Wenn Ihnen Hersteller Bissel nicht auf Anhieb etwas sagt: In den USA hat das 1876 gegründete Unternehmen einen Marktanteil von 20 Prozent, ist somit kein Newcomer.

Was kann der Bissel Crosswave Pet Pro?

Der Bissel wird teilweise als Waschsauger bezeichnet. Da habe ich ein anderes Produktverständnis. Bei solchen Saugern und Teppichreinigungssystemen, die es leihweise im Baumarkt gibt, wird ja meist nur frisches Wasser auf den Untergrund gesprüht, das dann wieder vom Gerät eingesaugt wird. Der Bissel ist dagegen aus meiner Sicht treffender als Bodenreiniger beschrieben. Seine motorgetriebene Rolle wischt unter Zugabe von Reinigungsmittel und Wasser den Boden, dabei wird nicht nur das schmutzige Wasser, sondern zusätzlich loser Schmutz aufgesaugt. Sofern keine neue Reinigungslösung darauf gesprüht wird, trocknet die Bürste beim Wischen den Boden. Der Bissel saugt, wischt und trocknet in einem Arbeitsgang.

Der Lieferumfang

Der Karton enthält das zerlegte Gerät, die Basisstation, eine Flasche Reiniger für verschiedene Oberflächen sowie zwei kurze Anleitungen. Diese kommen mit erstaunlich wenig Text aus. Stattdessen weisen Piktogramme den Weg durch den Zusammenbau und die tägliche Arbeit. 
Der Bissel zusammengebaut in der Aufbewahrungsstation.
Der Zusammenbau ist in ein paar Augenblicken erledigt. Handgriff mit Steuerung in Motorblock einklicken, motorisierte Bürste mit dem Motorblock verbinden. Das war es schon.

So arbeitet es sich mit dem Bodenreiniger

Bevor es mit der Reinigung losgeht, muss das Gerät erst einmal vorbereitet werden. Dazu wird der Frischwassertank mit warmen Wasser gefüllt. Möglich, wenn auch vom Hersteller nicht empfohlen, ist der Betrieb ohne die Zugabe von Bodenreiniger. Damit habe ich keine so guten Erfahrungen gemacht. Also lieber Reinigungsmittel verwenden! Je nach Fläche, die zu wischen ist, füllt man das Wasser bis zur Markierung ein und ergänzt dann mit dem Konzentrat. Danach wird der Tank zugeschraubt und in das Gerät eingeklickt.  Anschließend geht es los. Über die Bedientasten am Griff wählen Sie zwischen Hartböden und Teppich. Damit wird der Bissel eingeschaltet. Falls Sie eine Produktpräsentation im Video sehen: Da wurden die Mikrofone auf jeden Fall heruntergeregelt. Der Bissel ist deutlich hörbar. Nachdem Start drücken Sie einen Wippschalter für einige Sekunden. Darüber steuern Sie die Düse, die die Reinigungsbürste mit dem Frischwasser benetzt. Danach bewegen Sie das Gerät wie jeden anderen Staubsauger über die zu reinigende Fläche. Durch den Wippschalter regulieren Sie, wie nass der Boden beim Wischen wird. Das erfordert ein paar Minuten Erfahrung, um die richtige Menge herauszufinden. Ich empfehle, die ersten Meter auf klassischen Fliesen zu üben. 
Über die Schalter am Handgriff wird zwischen den beiden Betriebsarten umgestellt.
Holzböden und Laminat reinigen Sie ebenfalls in einem Arbeitsgang. Da die Bürste durch das Saugen rasch trocknet, ist das eigentliche Wischen dann tatsächlich nebelfeucht, so wie es für Laminat eben sein soll. Schmutzwasser und eingesaugter Dreck landen in einem entsprechenden Tank. Das Netzkabel ist lang genug, um einen ordentlichen Aktionsradius zu ermöglichen. Wenn Sie die Arbeit unterbrechen, rasten Sie den Motorblock über dem Standfuß ein. Zum Lieferumfang gehört eine Arbeitsstation, die nicht nur zur Aufbewahrung dient. Mit einem Messbecher gießen Sie sauberes Wasser in die Station, schalten den Bissel ein, die Bürsten rotieren im Wasser, das sofort eingesaugt wird. So reinigt sich die Rolle selbsttätig. Nach Beendigung der Arbeit entfernen Sie den Schmutzwassertank, entleeren ihn und spülen ihn mit klarem Wasser. Danach wird die Bürste entnommen, dazu genügen zwei Tastendrücke. Auf der Station wird sie zum Trocknen geparkt. Klingt einfach? Ist es auch!
Nach der Arbeit wird die Bürste herausgenommen und zum Trocknen in der Arbeitsstation geparkt.

Reinigt perfekt

Der Bissel würde nicht an dieser Stelle auftauchen, wenn ich davon nicht angetan wäre. Das Gerät macht, was es verspricht. Es wischt, saugt und trocknet in einem Arbeitsgang. Der Boden ist nach kürzester Zeit begehbar und die Hände landen nicht im Schmutzwasser. Da der Bissel gleichzeitig saugt, spart er Zeit. Eine Einschränkung gibt es aus meiner Sicht. Wenn Sie feinen Sand aus den Schuhen auf Parkett oder Laminat liegen haben, würde ich doch vorher konventionell mit einer Parkettdüse saugen. Bei der Geschwindigkeit der Bürste des Bissels besteht die Befürchtung, dass der Boden zerkratzt. Mit dem Bissel können Sie auch über Teppiche oder Schmutzfangmatten gehen. Dazu wählen Sie nur das entsprechende Programm. 

Bissel Pet Pro oder Crosswave?

Den Crosswave von Bissel gibt es aktuell in zwei Varianten. Der Pet Pro ist teurer, aber was ist sonst der Unterschied? Technisch bedingt gibt es einen schmalen Rand zwischen Wand und gereinigter Bodenfläche. Die Bürste muss ja von irgendetwas gehalten werden. Dieser Rand wurde gegenüber dem einfachen Crosswave verkleinert.  Dem Pet Pro wird eine Reinigungslösung mit Febreze-Duft beigelegt. Das soll, nun ja, Haustiergerüche überdecken. Der Duft ist angenehm frisch und nicht aufdringlich. Wichtigster Unterschied ist der Grobschmutzfilter im Schmutzwassertank, der zuverlässig die Haare unseres Hundes aus dem Wasser fischt. So gibt es nach dem Entleeren des Schmutzwassertanks keine Verstopfung in den Rohrleitungen. Fazit: Ich habe schon eine Weile mit mir gerungen, bis ich den Crosswave Pet Pro gekauft habe. Aber ich würde es jederzeit wieder tun. Er reinigt perfekt, spart Zeit, ist durchdacht und gegenüber dem klassischen Wischen eine echte Erleichterung.

Rechthaberei galore: Wie LogPay unberechtigt mein Konto sperrte

Kennen Sie die Firma LogPay? Nein? Vielleicht doch, nämlich dann, wenn Sie beispielsweise die Ticket-Apps der BVG oder des HVV benutzen. Und die Firma scheint alles, nur nicht besonders kundenorientiert zu sein. Wie ich drauf komme?

In der vergangenen Woche wollte ich mit meiner HVV-App einen Fahrschein kaufen. Das hat in den vergangenen Jahren hervorragend geklappt. Nur leider an diesem Tag nicht. Das System meldete mir, mein Konto sei gesperrt. Leider stand da nicht dabei, um welches Konto es sich handelt. Also habe ich mich zunächst an den HVV gewendet. Dieses Konto war es aber nicht. Aber die netten Mitarbeiter teilten mir binnen kurzer Zeit mit, dass es eine Kontosperre bei der Firma LogPay gäbe. Das ist der Finanzdienstleister für das Forderungsmanagement.

Ich habe mich also an die Firma gewendet. Und tue es inzwischen seit acht E-Mails. LogPay teilte mir mit, dass ich 8 Fahrscheine erworben hätte, die aber nicht bezahlt wurden. Außerdem wäre ich auch angemahnt worden. Hätte aber den offenen Betrag nicht beglichen.

Im deutlichen Tonfall „Wir haben recht, Du bist ein Betrüger“ habe ich dann heute den Sachverhalt gänzlich auf dem Tisch.

1. Es geht um Tickets, die ich im BVG erworben haben soll. Allerdings war ich im genannten Zeitraum nicht in Berlin. Laut meinen Kontoauszügen habe ich sogar an zwei der Tage hier in Ahrensburg bei meiner Bank Geld abgehoben. Klar. Ich kann in Berlin gewesen sein und am gleichen Tag hier zu Hause. Soweit ist das ja nicht entfernt. Allerdings tauchen die Fahrscheine, wie könnten sie auch, nicht in der BVG-App auf meinem Smartphone auf.

2. Die Mahnungen sind an eine mir nicht bekannte E-Mail-Adresse gegangen. Jetzt wird es schon interessanter. Beim HVV loggt man sich per Mailadresse ein. Und auch in der Kommunikation mit LogPay nutze ich die gleiche. In der BVG-App per Mobilnummer und PIN, die initial an diese Nummer gesendet wird. Aber wahrscheinlich unterstellen die Rechthaber bei LogPay dann noch, dass ich im Besitz mehrerer Mobilnummern bin. Was ich übrigens nicht bin.

3. Nicht abgebucht werden konnte von einem mir ebenfalls nicht bekannten Konto. Dass die Buchung platzte, ist bei Betrügern eher die Regel. Aber für LogPay handelt es sich ganz offenbar unzweifelhaft um eines meiner Konten. Zumindest stellen sie eine Verbindung zwischen meinem Account und dem des Betrügers her.

Die Frage ist nur, basierend auf welchen Erkenntnissen? Postalische Adresse, die aus jedem Impressum herausgelesen werden kann? Oder nur aus dem Namen?

Ich habe jetzt vorsichtig beim Kundendienst die Frage aufgeworfen, was sie eigentlich so sicher macht, keinem Betrüger aufgesessen zu sein. Ich bin auf die Antwort gespannt.