Disziplin im Notizmanagement

Ich organisiere meine Termine und Aufgaben mit einem klassischen Zeitplanbuch im Format A5. Als Einlage nutze ich das System von Tempus, das ich als das beste für ein umfassendes Selbstmanagement halte. Die Einlagen geben mir genug Raum für Notizen allert Art.

Wo viel Raum ist aber auch viel Platz, um sich selber sprichtwörtlich zu “verzetteln”. Mal eben eine Telefonnummer oder Mailadresse notieren, einen Gedanken kurz festhalten: Nach einiger Zeit habe ich es als unproduktiv empfunden, solche schnellen Notizen auf den Seiten der Tagesplanung festzuhalten, da man sie kaum finden kann. Deshalb habe ich einen kleinen Haftnotizzettel auf das Deckblatt des Kalendariums geklebt. Diese erste Seite ist immer schnell aufgeblättert und mein Speicher für die Notizen des aktuellen Tages.

Bevor ich meinen Arbeitstag beende, sehe ich diese Notizen durch. Neue Kontakte wandern in das Adressregister, Notizen, die ich länger aufheben möchte, auf ein neue Notizeinlage, die ich im alphabetischen Teil des Zeitplanbuches notiere. Ist alles durchgesehen, schmeisse ich den Haftnotizzettel weg und klebe einen neuen für den nächsten Tag ein.

Die leidige Frage: Was essen wir heute

Kennen Sie die Fragen? “Was wollen wir denn heute essen?” “Was soll ich denn einkaufen?” Rätselhafterweise hatte ich immer dann einen schieren Heißhunger auf ein Gericht, wenn der Einkauf bereits erfolgt war. Fragte mich meine Frau aber direkt nach einer Idee für den Familienspeiseplan, fiel mir gerade nichts ein. Das kann ganz schön auf die Nerven gehen, dachten wir uns. Gelöst haben wir das Problem auf einfache Weise.

Wir haben uns alle einmal hingesetzt und jeder musste eine Zahl von Lieblingsgerichten aufschreiben. Ganz in Ruhe oder jeder für sich. Je nach Größe Ihrer Familie und vor allem dem Alter der Kinder, reicht es hier schon, wenn jeder zwischen fünf und acht Gerichte nominiert. So sind wir schnell auf eine Liste von gut zwanzig Gerichten gekommen. Selbst wenn uns nun gar nichts einfällt, haben wir einen Speiseplan in der Hinterhand, der sich erst nach zwanzig Tagen wiederholt. Wurde ein neues Gericht ausprobiert, das allen geschmeckt hat, wird es mit auf die Liste gesetzt. Auf diese Weise hat die berüchtigte Frage ein Ende!

Zeit-Gedanke 5

“Keine Zukunft vermag gutzumachen, was du in der Gegenwart versäumst.” (Albert Schweitzer) Gefunden im Newsletter 08/02-2005 des Seiwert-Institut.

Unheilvolle Allianz

Na super. Wie gestern zahlreiche Medien, zum Beispiel “Spiegel Online“, berichteten, haben AOL Deutschland, Google Deutschland, Lycos Europe, MSN Deutschland, T-Online, t-info und Yahoo Deutschland eine Vereinbarung geschlossen, in den Trefferlisten ihrer Suchdienste jugendgefährdende Seiten herauszufiltern. In Zusammenarbeit mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien sollen in den nächsten Monaten entsprechende Listen erarbeitet werden.

Nun ist es nicht so, dass der Herr L. begierig auf der Suche nach pornographischen Dokumenten ist, sondern sich durchaus manchmal über vermeintlich relevante Suchergebnisse ärgert, die sich dann doch als Rotlicht-Seiten entpuppen. Aber meine Erfahrungen als Softwaretester mit Filterprogrammen waren bisher alles andere als ermutigend. Falsche Klassifizierung von harmlosen Seiten als jugendgefährdend, nazistisch oder in anderer Form verwerflich, gehörte zur Tagesordnung.

Sicher: Jugendliche, die allein ohne Anleitung im Web surfen, können schnell auf dem sumpfigen Nebenpfaden des Datendschungels landen. Aber, wie es sich anscheinend für Deutschland gehört, wird das Problem nicht durch Anleitung und Aufklärung der Eltern und Jugendlichen gelöst, verantwortungsvoll mit dem Medium umzugehen, sondern durch die Anrufung einer zentralen Instanz, deren Vorgänger ihre Blüte in den 50er und 60er Jahren gehabt haben dürfte.

Insbesondere auf die Lösung von Google bin ich gespannt: Wie wird der Dienst mit Treffern umgehen, die lediglich auf eine inkriminierte Seite verweisen. Werden diese dann gesperrt? Wie sieht es mit den Seiten aus, die auf diese Seiten verweisen?

Alles Schaumschlägerei? Technisch eigentlich nicht lösbar und vor allem anhand der Datenmassen gar nicht zu bewältigen? Ich persönlich halte diese Allianz für unheilvoll, denn konnten die Suchmaschinenbetreiber trotz Advertising und Adwords noch bisher glaubhaft argumentieren, dass sie sich um eine neutrale Position bemühen, verlassen sie diese Neutralität damit endgültig. Ich glaube, ich schau öfter mal beim Open Directory rein.

Als Gartenarbeit noch idyllisch und ein Wintermorgen stille war

Gehören Sie zu den Menschen, die am Ende der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts oder sogar früher geboren worden sind? Dann erinnern Sie sich vielleicht noch daran, dass der Beruf des Gärtners durchaus idyllische Züge hatte. In meinem Elternhaus gab es nicht ausreichend liquide Mittel und schon gar keinen Garten, somit entfiel Kenntnisse über die Gartenarbeit durch Beobachtung eines “eigenen” Gärtners zu gewinnen. Meine Beobachtungen beschränken sich also auf städtische Angestellte, die es (vielleicht) schon wegen ihres Status etwas ruhiger haben angehen lassen. Aber ich erinnere mich, dass es Spaß machte, beispielsweise im Herbst einen Gärtner dabei zu beobachten, wie er Laub zusammenharkte und -fegte. Gleichmäßig und anmutig waren die Bewegungen und dank der besonders großen Harken und breiten Besen bildete sich in kürzester Zeit ein beeindruckender Laubhaufen. Hörbar war davon allenfalls ein leichtes, gemächliches Kratzen der Werkzeuge auf dem Erdboden.

Das ist heute leider vorbei. Nach meiner Einschätzung seit etwa zwei bis drei Jahren haben knatternde, stinkige Laubbläser ihren Siegeszug auch in privaten Haushalten angetreten. Vorbei sind idyllische Herbstnachmittage, schließlich soll der Garten ja sauber werden. Da wird geblasen, was das Zeug hält. Abgesehen davon, dass ich befürchte, dass diese Laubsauger zu den größten ökologischen Irrtümern zumindest seit Erfindung der FCKW-Spraydosen gehören, frage ich mich, wieso eigenlich noch niemand auf die Idee gekommen ist, einen “Führerschein” für Laubsauger anzubieten oder zu fordern. Anscheinend ist das Gros der Nutzer von diesen Geräten überfordert oder das Laub schlicht zu widerspenstig. Da wird in alle möglichen Richtungen und Ecken geblasen, nur ein Laubhaufen will sich einfach nicht bilden. Interessanterweise passiert dies auch Profis, wenn ich unterstellen darf, dass die Angestellten einer Gartenbaufirma Profis sind. So nerven die Zweitakter lautstark vor sich hin und meine Erinnerung sagt mir, dass mit Harke und Besen der Fall wohl schon erledigt wäre.

Doch nicht genug, dass die Idylle des Herbstes entschwindet. Vernahm ich in meiner Jugend an einem Wintermorgen wie diesem ein gleichmäßiges Schaben und Kratzen auf den Bürgersteigen, sind motorbetriebene Schneebesen offenbar in einem Preissegment angelangt, dass ihren breiten Einsatz auch in privaten Haushalten befürchten läßt. So räumte ein Nachbar heute morgen ab 5 Uhr in der Frühe den vor seinem Grundstück liegenden Bürgersteig. Das ist im Vergleich zu anderen Grundstückseigentümern in meinem Viertel durchaus lobenswert, da diese gern etwas länger schlafen und den Schnee einfach liegen lassen. Aber für knappe 7 cm Neuschnee und etwa 30 laufende Meter Grundstück ratterte der Motor lautstark nervende 45 Minuten. Eine Zeitspanne, die mich gegen 5 Uhr in der Früh durchaus stört. Es scheint mir, dass die Schneeräumungswerkzeuge für die privaten Haushalte dem klassischen Schema der Industrie entsprechen. Damit sie zu einem profitablen Preis angeboten werden können, der den Privatmann nicht abschreckt, wird an der Qualität gespart. Damit braucht der Nutzer zwar viel länger, als mit einem professionellen Werkzeug, hat aber zugleich den Eindruck, gaaaaanz viel Zeit und vor allem Mühe im Vergleich zu früheren Zeiten gespart zu haben. Nerven tut es trotzdem…