Writeboard: Web 2.0 Textverarbeitung von 37 Signals

Logo Writeboard

Mit Writeboard präsentiert 37 Signals, Macher von Basecamp, über das ich hier berichtet habe, eine neue Textverarbeitung für das Web, das die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten gestattet.

Textverarbeitung ist für den schlichten Editor allerdings ein großes Wort. Die Formatierung erfolgt ausschließlich mit Sonderzeichen. Damit ist Writeboard mehr Wiki als Textverarbeitung. Noch dazu ein schlechtes: Die Zahl der unterstützten Formate ist gering. Gerade mal der Grundstock an HTML-Formaten ist enthalten. Überschriften der ersten und zweiten Ebene, nummerierte und nicht nummerierte Aufzählungen, Verweise und Fett- bzw. Kursivdruck stehen dem Nutzer zur Verfügung. Auf eine Oberflächengestaltung oder Symbolleisten haben die Entwickler unverständlicherweise verzichtet.

Oberfläche Writeboard

Writeboard eignet sich damit allenfalls für das flüchtige Skizzieren einiger Gedanken. Gepeicherte Texte können aber wenigstens als reine Textdateien exportiert werden.

Zur gemeinsamen Bearbeitung eines Dokuments laden Sie die Kollegen per E-Mail ein. Um in den entstehenden Versionen nicht den Überblick zu verlieren, bietet Writeboard eine leicht bedienbare Versionierung an.

Fazit: Die Schwäche in der zentralen Funktionalität machen auch die hübsch mit AJAX realisierten Dialoge und Verwaltungsfunktionen nicht wett. Writeboard bietet im Vergleich zu Writely und selbst zu Zoho Writer einfach zu wenig.

Zoho Writer gestartet – eine neue Web 2.0 Textverarbeitung

Logo Zoho Writer

Mit dem Zoho Writer buhlt eine neue webbasierende Textverarbeitung in einer Alphaversion um die Gunst der Anwender. Im Gegensatz zu Writely haben sich die Entwickler zu einem nicht beschränkten öffentlichen Test entschieden. Die Anmeldung ist mit zwei Mausklicks erledigt. Anschließend können Sie bereits Ihr erstes Dokument anlegen.

Der aufgeräumte wirkende Editor stellt alle wesentlichen Funktionen zur Verfügung. Dank AJAX ist flüssiges Arbeiten mit Zoho Writer möglich. Im direkten Vergleich zu Writely fehlen Zoho Writer aber noch viele Funktionen. Zwar ist eine Versionierung vorhanden, die sich auch intuitiv bedienen lässt, allerdings können bislang weder Dokumente hoch- noch heruntergeladen werden. Eine Speicherung der Inhalte in einem der verbreiteten Office-Formate ist auch nicht möglich.

Editor von Zoho Writer

Aufgrund seines Alphastatus dürfte es noch zu früh sein, Zoho Writer fair zu bewerten. Handwerklich wirkt der Dienst bisher sehr sauber, bietet aber einfach noch zu wenig Funktionen.

Rollyo – die persönliche Suchmaschine

Logo Rollyo
Mit Rollyo startet eine neue persönliche Suchmaschine für das Web! Damit ist nicht die übliche Konfiguration einer individuellen Startseite gemeint, wie Sie etwa Google anbietet.

Rollyo erlaubt es seinen Benutzern, bis zu 25 Webadressen frei zu kombinieren und diese Zusammenstellung wie eine Suchmaschine zu befragen. Zum Einsatz kommt dabei die Technologie von Yahoo. Die Anmeldung bei Rollyo ist in zwei Schritten erledigt. Anschließend können Sie schon Ihre erste so genannte Searchroll anlegen. Dazu tragen Sie die URL der Sites ein, deren Ergebnissen Sie vertrauen. Dies können beliebige Angebote sein, egal ob Blogs oder Online-Magazine. Durch den Einsatz von AJAX ist die Bedienung einfach und auch optisch ein Leckerbissen.

Anlegen einer Searchroll in Rollyo

Wie bei allen Angeboten aus dem Bereich Socialsoftware macht das Stöbern in den Searchrolls der anderen Mitglieder am meisten Spaß. Der Dienst erfreut sich bereits jetzt einer recht großen Beliebtheit und so ist das Angebot an thematischen Searchrolls recht umfassend. Wenn Sie wollen, stöbern Sie einfach in den angelegten Searchrolls und fügen Sie diese dann Ihrer persönlichen Rollyo-Startseite hinzu.

Stöbern in Searchrolls anderer Mitglieder

Sukzessive soll das Angebot weiter ausgebaut werden: Verfügbar ist bereits ein Plugin für Firefox sowie die Möglichkeit, eine Searchroll aus den eigenen Bookmarks zu erzeugen. Angekündigt ist dagegen erst eine Suchmaske für die eigene Homepage.

Fazit: Die Arbeit mit Rollyo macht Spaß und liefert zum Teil sehr interessante Ergebnisse. Einen Besuch lohnt die Site auf jeden Fall!

Schöner del.icio.us Clone aus deutschen Landen

Endlich tut sich auch etwas in deutschen Landen in Sachen Socialsoftware. Nach Scuttle möchte ich Ihnen heute Taggle vorstellen. Der Dienst ist ein Clone von del.icio.us, aber ein sehr guter. Taggle etikettiert sich derzeit noch selbst mit “Beta”, läuft aber bereits sehr rund. Die Eröffnung eines Accounts ist unkompliziert und schnell. Erfahrene Del.icio.us-Nutzer finden sich auch hier sofort zurecht.

Logo von Taggle.de

Es sind alle Funktionen enthalten, die einen solchen Service derzeit ausmachen:

  • Import aus Bookmarklisten und del.icio.us: Wer auf Link hinzufügen drückt, stolpert sofort über einen Hinweis, dass bereits vorhandene Lesezeichensammlungen aus dem Browser importiert werden können. Etwas in den Einstellungen versteckt, befindet sich auch die Möglichkeit, die XML-Datei aus del.icio.us zu importieren. Den Import quittierte der Dienst zwar mit einer Fehlermeldung, übernahm aber die Daten.
  • Zuordnung beliebiger Tags zu einer URL. Sind bereits Tags vergeben worden, erhalten Sie während der Eingabe per AJAX passende Vorschläge.
  • Oberfläche Taggle

  • Ein Bookmarklet zur Integration in den Browser: Einfach in Firefox oder Internet Explorer integrieren und schon kann aus einer aktuell besuchten Seite heraus ein Lesezeichen angelegt werden.
  • Darstellung der Tags in Wolken- und Listenform. Tags können nach Häufigkeit oder Alphabet sortiert werden.
  • Mit Scuttle hat Taggle gemein, dass Sie für jedes Lesezeichen bestimmen können, ob dieses öffentlich oder privat sein soll.
  • Fast schon selbstverständlich, aber der Vollständigkeit halber erwähnt: Die Links anderer Nutzer oder Links zu ausgewählten Tags können abonniert werden.

Taggle macht bereits jetzt einen sehr vollständigen Eindruck. Schön gestaltet und funktional ziemlich komplett. Der Service ist del.icio.us absolut ebenbürtig und bietet eben den Vorteil, die Tags in seiner Muttersprache vergeben zu können.

WordPress.com – Erster Eindruck vom neuen Blogdienst

Dass Matt auf WordPress.com ein neues Hostingsangebot für WordPress plant, ist ja kein Geheimnis mehr. Noch ist das Angebot nicht öffentlich, dennoch hier eine ausführlichere Vorstellung des Dienstes.

Bereits bei der Anmeldung bei WordPress.com muss ein Benutzername angegeben werden. Der Name sollte mit Bedacht gewählt werden, ist das neue Blog doch über die URL benutzername.wordpress.com erreichbar. Wie von WordPress selbst gewohnt, erhält man ein automatisch generiertes Passwort, das aber nach dem ersten Login sofort geändert werden kann.

Nutzer, die bereits Erfahrungen mit WordPress sammeln konnten, werden sich in der Menüstruktur sofort zurecht finden. Nachdem Login wird der Blogger vom Dashboard begrüßt. Im oberen Bereich sind die wichtigsten Funktionen für Einsteiger per Link erreichbar. Vielleicht werden diese ja noch auffälliger gestaltet, um Anfängern die erste Orientierung zu erleichtern.

Dashboard WordPress.com

Ansonsten bietet das Dashboard keine Besonderheiten. Es werden die übliche Zusammenstellung der Kurzstatistik und einige aktuelle Beiträge anderer Blogs präsentiert.

Eine große Überraschung erleben erfahrene WordPress Nutzer, wenn Sie einen Artikel schreiben wollen. Statt des üblichen Editors blicken Sie hier auf TinyCME. Gerade Einsteiger werden sich aber im Umgang damit leichter tun als mit dem bisher eingesetzten, funktionalen, doch schmucklosen Editor.

Die Funktionen für das Schreiben neuer Beiträge machen den bisher ausgereiftesten Eindruck. Statt mit „erweiterten Schreiboptionen“ hantieren zu müssen, sind alle Funktionen dank AJAX nur einen Mausklick entfernt. Ein Komfort, der bald zur angenehmen Selbstverständlichkeit wird.

Editor WordPress.com

Sehr intuitiv ist auch der Upload und das Einbinden von Bildern gelöst. Derzeit stehen 26 MB Speicherplatz für Bildmaterial zur Verfügung. Über den Browser werden die Abbildungen in eine kleine Vorschau geladen. Mit Klicken und Ziehen fügen Sie dann dem Artikel ein Bild hinzu.

Bilderupload WordPress.com

Die anderen Programmbereiche präsentieren sich wie in der 1.5 gewohnt. Eine Ausnahme bildet der neue Abschnitt Referers im Bereich Verwaltung. Hier steht ein kleines Statistikmodul zur Verfügung. Zugleich können darüber auch gleich Adressen in die Blacklist aufgenommen werden.


Meine Bewertung

Im Vergleich zu einer eigenen WordPress-Lösung ist WordPress.com bisher deutlich zu schwach auf der Brust. Es gibt (bisher) keine Plugins, keinen FTP-Zugang und keine manuelle Änderung der Templates. Wer mit WordPress auf seinem eigenen Server bloggt, wird kaum wechseln. Freuen darf man sich auf jeden Fall auf die AJAX-Unterstützung und das neue Layout im Editiermodus, das sicherlich in Version 1.6 eingehen wird.

Einsteiger finden in WordPress.com hingegen eine Lösung, die sich bereits jetzt einfach in Betrieb nehmen lässt und (mehr oder weniger) leicht zu bedienen ist. Die acht angebotenen Templates (von Kubrick bis Blix) sind gefällig und durchdacht. Typepad und Blogger dürfen den neuen Dienst bereits jetzt schon einmal als ernstzunehmenden Mitbewerber betrachten!