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Das Gesabbel vom nächsten Schritt und die Hamburg Freezers (23.1.2015)

»Neue Besen kehren gut« – diesen Ausspruch kennt wohl jeder. Bei den Hamburg Freezers ist (war) der neuer Besen in diesem Sinne Co-Trainer Serge Aubin, der den erfolglosen Benoit Laporte beerben durfte bzw. musste. Nicht nur die Fans, sondern auch Sponsoren und vor allen Dingen der sportliche Direktor Stéphane Richer verloren mit Laporte die Geduld. Richer war im Sommer der Königtransfer gelungen, Top-Scorer Kevin Clark an die Elbe zu lotsen. Kein preiswertes Unterfangen. Nur kam besagter Clark mit dem System Laporte nicht sonderlich gut zurecht.

In der Liga selbst (bzw. bei den Anhängern einiger Clubs) sind die Freezers immer noch der »Retortenclub«, der am unermesslichen Tropf der Anschutz-Gruppe hängt und unbegrenzt Geld zur Verfügung hat. Tatsächlich ist der Spieleretat eher im Mittelfeld angesiedelt. Wobei es da in DEL ohnehin schon recht eng zugeht, Ausnahmen wie Red Bull und Mannheim einmal unbetrachtet.

Da man sich mit Dimitri Kotschnew und Sébastien Caron den Luxus eines recht teuren Goalie-Duos leistet (warum Kotschnew als Nummer zwei eigentlich zu teuer ist, steht in diesem sehr lesenswerten Artikel ), muss dann an anderen Stellen des Etats gespart werden. Deutlich preiswerter arbeiten zum Beispiel die beiden Spieler Pohl und Sertich. Zu preiswert, wie sich herausstellen wird. Mit Fug und Recht dürfen beide als Totalausfälle bezeichnet werden.

Sertich kommt nicht im Ansatz an seine Leistungen in Iserlohn heran. In Patrick Pohl hat wohl nur die sportliche Leitung etwas gesehen, was gar nicht da ist.

Mit spitzem Bleistift wurde ein kleiner Kader zusammengestellt. Ein Kader, der eigentlich nur dann ausreicht, wenn tatsächlich auch alle Spieler fit sind und Leistung erbringen.

Die Sache mit den Verletzten

Leider mussten sich die Freezers seit Beginn der Saison mit verletzten Spielern herumschlagen. Teilweise bereits seit der Saisonvorbereitung. So stand ein Frederick Cabana (der allerdings schon unter Laporte nicht glänzen konnte) faktisch nie auf dem Eis. Es hagelte Finger- und Gelenkbrüche und ausgekugelte Gelenke. Von Seuche und Pech ist und war die Rede. Benoit Laporte stand bereits seit den ersten Spielen kein vollständiger Kader zur Verfügung. Dies gilt auch für Aubin.

Allerdings müssen sich die Freezers auch die Kritik gefallen lassen, sich in das Abenteuer der CHL eingelassen zu haben. Statt die Reihen sich erst einmal in Spielen gegen so genannte »Aufbaugegner« finden zu lassen, wurde gegen europäische Top-Teams gespielt. Denen man sportlich aber so gar nicht das Wasser reichen konnte.

Das Ergebnis. Eine angeschlagene Psyche und ein immer ruhiger werdender Coach, insbesondere als sich der Negativtrend dann auch in den ersten Wochen der DEL-Saison fortsetzte. Laporte forderte ein Durchhalten, sah sich aber nicht in der Lage, die Spielstrategie der Personalnot und dem neuen Regelwerk anzupassen.
Die Freezers zogen die Notbremse und beurlaubten ihren Chefcoach.

Der Impuls des neuen Trainers …

Die Verpflichtung von Serge Aubin kam dann doch einigermaßen überraschend. Denn weitergehende Erfahrungen in seinem Metier konnte der neue Coach nicht vorweisen. Es mangelt noch an der formalen Qualifikation, die aber nachgeholt werden soll. Der Personalwechsel fruchtete indes.

Wohl keine Mannschaft dürfte auf dem Standpunkt beharren, alles richtig gemacht zu haben, wenn die Spitze ausgetauscht wird. Es wurde mehr gekämpft, das kritisierte Powerplay zeigte plötzlich Erfolge und eine kleine Straße an Siegen begann. Vom Tabellenende kämpften sich die Freezers bis unter die ersten drei. Eine beachtliche Leistung.

Nachhaltig oder Impuls – das ist und war die spannende Frage. Die Ergebnisse seit dem Jahreswechsel lassen vermuten, dass es sich eher um einen Impuls gehandelt hat.

Willkommen auf dem Boden der Tatsachen

Wer sich einmal die Statistiken durchaus erfolgreicher Trainer ansieht, stellt rasch fest, dass sich die Bilanz aus Sieg und Niederlagen im arithmetischen Mittel von 50 zu 50 bewegt. Es ist eine Gesetzmäßigkeit, dass auch Aubin Niederlagen (auch in Serie) erleben muss. Allerdings gab es eine Reihe von Vorschusslorbeeren für den neuen Trainer. Einerseits betonte Sportchef Richer in öffentlichen Stellungnahmen früh, dass es Aubin gelungen sei, der Mannschaft ihre Identität wiederzugeben. Und vor wenigen Tagen wurde der Vertrag mit dem Headcoach dann verlängert, mit der durchaus beachtenswerten Begründung, dass ihm die Zukunft gehöre.

Umso mehr, als ich derzeit keine wesentlichen Veränderungen gegenüber seinem Vorgänger ausmachen kann, außer der von den Spielern stets betonten Rückkehr von »Spaß auf dem Eis«.

Fehlende Disziplin und Cleverness

Machen Sie sich doch einmal die Mühe, und lesen Sie in Ruhe die Vorberichte der vergangenen Spiele. Sie werden häufig genug die Aussage finden, dass diszipliniert gespielt werden müsse. Dass gerade bei einem kleinen Kader es enorm wichtig sei, dass man von der Strafbank fernbleibt.

Und dann sehen Sie sich die nackten Zahlen an. Es lässt sich nicht weg diskutieren. Es mangelt an Disziplin.

Sie rennen offene Türen bei mir ein, wenn Sie betonen, dass die DEL ein Schiedsrichterproblem hat. Aber das hat sie nicht seit gestern. Und vor der Herausforderung stehen auch alle anderen Teams.

So spektakulär ein Faustkampf auch ist. Er muss nicht sein. So sehr es Christoph Schubert auch reizt, einen krachenden Check zu landen. In eigener Über- oder gar Unterzahl muss der nicht sein. Hier klappt anscheinend etwas nicht in der Kommunikation zwischen Trainer und Mannschaft.

Ständige Unterzahl ermüdet. Noch dazu, wenn Spieler fehlen und die heiße Phase der Saison beginnt, wo extrem viele Spiele in kürzester Zeit folgen. Hier müsse man »clever spielen«. Und wenn sich die Mannschaft an sein System halte, könnte sie Kraft sparen. So Aubin in einem Vorbericht.

Auch hier scheint es noch Koordinationsschwierigkeiten zwischen Trainer und Mannschaft zu geben. Denn diese clevere Spielweise haben die Männer um Kapitän Schubert noch nicht gezeigt. Viel Laufarbeit, mit zum Schluss wenig Ertrag. Spätestens Ende des zweiten Drittels geht dann die Puste aus. Kein Wunder bei ständiger Unterzahl und vielen Scheibenverlusten, die dann durch Laufarbeit wieder eingefangen werden muss.

Eine wirklich alte Weisheit des Eishockeys besagt, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Tor steigt, wenn die Scheibe möglichst häufig und einfach vor den gegnerischen Kasten gebracht wird. Hier muss leider eine deutliche Tendenz zum Schönspielen attestiert werden. Sieht oft gut aus, es mangelt aber an Ertrag. Inzwischen auch vereinzelt an Selbstvertrauen. Kevin Schmidt, Ende der vergangenen Saison noch als Kandidat für die Nationalmannschaft gehandelt, läuft seit Monaten dieser Form hinterher.
All das zusammengenommen, ist es nicht verwunderlich, dass die alte Heimstärke der Freezers inzwischen futsch ist. Im vergangenen Jahr hoffte man auf eine Platzierung unter den ersten vier, um das wichtige Heimrecht zu erhalten. In dieser Saison spielt das eigentlich keine Rolle mehr.

Trotzige Torhüterrotation

Serge Aubin hält an der aus meiner Sicht unerklärlichen Torhüter-Rotation fest. Trainer und Torhüter betonen ständig, dass sie mit dem Thema professionell umgehen.
Allerdings wollen Spieler natürlich Eiszeit bekommen. Und der Wechsel kann auch als mangelndes Vertrauen verstanden werden. Die Verteidiger müssen sich von Partie zu Partie umstellen. Ob das tatsächlich zur Ruhe und zu einer konstanten Spielweise beiträgt, wage ich persönlich zu bezweifeln.

Ob es nun an dem permanenten Wechsel liegt, vermag natürlich niemand verlässlich zu sagen. Fakt ist aber, dass sowohl Kotschnew als auch Caron extrem schwankende Leistungen erbringen und Spiele zu selten festhalten. An beide haben sich die Freezers aber vertraglich langfristig gebunden.

Es ist schon Ironie, dass der in Hamburg gescholtene Niklas Treutle derzeit statistisch der beste Torhüter der Liga ist. Seine Anlagen waren bereits in Hamburg zu erkennen, aber hier musste er dann Caron weichen.

Die Sache mit den neuen Besen… Sie erinnern sich. Apropos. Bei den anderen DEL-Vereinen leistet man sich den Luxus des ständigen Wechsels weniger.

Wann liefern die Führungsspieler etwas ab?

Seit dem Jahreswechsel haben die Hamburg Freezers lediglich eine Partie (knapp) gewonnen. Eine streng genommen nicht bessere Bilanz als in den Tagen Benoit Laportes. Indes betont die Hamburger (Fach-) Presse, die sich in merkwürdiger Kritiklosigkeit und anbiedernder Nähe zur Franchise befindet, dass keine Panik angesagt sei.

Jeder Bericht, der sich mit dem HSV auseinandersetzt, ist inzwischen kritischer als alles, was zu den Freezers veröffentlicht wird. Oder gibt es bei Artikeln über die Freezers nicht dieses Kitzeln, das sich bei Schreibern und Lesern einstellt, wenn über den Untergang berichtet wird?

Die Stellungnahmen nach den Spielen ähneln fast schablonenartig den Aussagen Laportes:

  • Die vielen Verletzten und die daraus resultierende Eiszeit der anderen Spieler bringen eine mentale Müdigkeit mit. Diese führt zu Fehlern, die der Gegner eiskalt ausnutzt.
  • Die Freezers müssten ständig in Unterzahl spielen, weil sie zu viel Strafzeiten kassieren. Und das, obwohl man sich vor jedem Spiel vornimmt, der Strafbank fern zu bleiben.
  • Insgesamt habe man aber gut gespielt. Nur individuelle Fehler gemacht.
  • Die Saisonziele bleiben unangetastet.

Die Aussagen des Trainers werden dann stets von Thomas Oppenheimer und Kapitän Christoph Schubert bestätigt. Zwei ausgesprochene Führungsspieler. Dieser Anspruch zeigt sich derzeit aber lediglich in der öffentlichen Wahrnehmung oder vielleicht in der Kabine. Aber nicht auf dem Eis.

Schubert leistet sich zum Teil extrem riskante (Fehl-)Pässe in der eigenen Zone, lässt sich auf Laufduelle ein, die er nicht (mehr) gewinnen kann, und präsentiert sich gerade hinter dem eigenen Tor als unsicher. Thomas Oppenheimer trifft das Tor nicht. Sein Spiel (gerade im Powerplay) wirkt ideenlos, und auch er erlaubt sich an der blauen Linie haarsträubende Fehler.

Statt sich in den Analysen zu verlieren, wäre es schön, wenn beide mal die Leistung abrufen würden, die von ihnen als Führungsspieler und unter monetären Gesichtspunkten erwartet werden darf.

Fazit: Das Gerede vom nächsten Schritt

Die Punktebilanz der ersten vier Wochen in diesem Jahr ist verheerend. Die Fans auf Facebook trösten sich mit dem Gedanken, dass dies ja alles das berühmte Jammern auf hohem Niveau sei. Andererseits schmilzt der Punkteabstand von Spieltag zu Spieltag. Und so weit entfernt ist der Platz 7 nun auch wieder nicht.

Auf wen auch immer die Mannschaft von Serge Aubin in den Playoffs trifft. Leichtes Spiel hatten die Freezers in der Hauptrunde mit keinem Gegner.

Wenig, bis gar nichts ist Serge Aubin bisher gegen das Spielsystem von Uwe Krupp eingefallen. Sowohl gegen Köln (ehemalige Wirkungsstätte) als auch gegen Berlin (neuer Arbeitgeber Krupps) tat man sich schwer, überhaupt die neutrale Zone zu überbrücken.

Auch besonders körperbetontes Spiel wie es der ERC Ingolstadt oder die DEG praktizieren, liegt den Hamburg Freezers nicht. Am überzeugendsten waren die Spielzüge noch gegen München und Mannheim. Eine Begegnung mit diesen Mannschaften in der ersten Runde der Playoffs ist nicht ausgeschlossen, aber (mit Glück) unwahrscheinlich. Es geht also gegen Gegner, die entweder besonders heimstark sind oder gerade dem Spielsystem der Freezers nicht entgegenkommen.

Doch, doch. Die Hamburg Freezers haben sich mit ihrem kleinem Kader und den personellen Turbulenzen (Langzeitverletzte, Cabana usw.) gut aus der Affäre gezogen. Aber sie werden auch in diesem Jahr definitiv nicht den »nächsten Schritt« machen.

  • Ein Einzug in das Finale ist derzeit eher unwahrscheinlich.
  • Die Zuschauerzahlen stagnieren und entsprechen nahezu dem Vorjahresniveau.
  • Der Mannschaft mangelt es an Konstanz (verniedlichend als »Wundertüte« bezeichnet).

Diesen nächsten Schritt hat aber ohnehin nur die überschaubare Schar der Lokalpresse erwartet und gefordert. Wie sagte ein großer deutscher Journalist mal so schön: Man dürfe sich als Journalist nicht gemein mit einer Sache machen. Statt Heimgeschichten wäre mir in diversen Sportteilen mal eine Analyse der Spielweise und kritische Fragen zum Fortgang deutlich lieber.

Aber das mag persönlicher Geschmack sein.

Als Meisterkandidat fehlten die Hamburger in den Meinungsumfragen der Fachpresse vor Saisonbeginn.

Und das ganz zurecht. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr… In dieser Saison braucht es dazu mehr als ein Eishockeywunder. Und die sind selten.

Oberliga hautnah – als Zuschauer mit den Crocodiles auf Auswärtsfahrt

Wer Eishockey nur aus den modernen Mehrzweckarenen kennt, erhält einen falschen Eindruck von diesem wunderbaren Sport. Eishockey findet bundesweit überwiegend in kleinen, kalten und lauten Hallen statt, in denen ein (mehr oder weniger kleiner) Haufen von Fans lautstark sein Heimteam anfeuert. Pucks knallen hier nicht mit einem leichten Schnalzen in die Bande, sondern krachen deutlich hörbar mit ihrer Urgewalt in die Spielfeldbegrenzung.

Eishockey lebt (nicht nur in Deutschland) von der Opferbereitschaft seiner Spieler und Anhänger. Wer als Kleinstschüler auf Auswärtsfahrt geht, muss am Wochenende oft sehr früh aufstehen. Denn meistens müssen die Begegnungen bereits spätestens um 10 Uhr beendet sein, wenn die Eishalle für den Publikumsverkehr eröffnet wird. Und in Ober- und Regionalligen gibt es in jedem Team zumindest eine gute Seele, die sich rührend um die Spieler kümmert, und von Getränken über Heftpflaster bis zu Handyladekabeln alles dabei hat, was so gebraucht werden könnte.

Wer diesen Sport völlig ungefiltert und abseits des Glamours der DEL erleben will, hat im Hamburger Raum dank der Hamburg Crocodiles eine gute Gelegenheit dazu. Unter dem Motto „Oberliga hautnah“ können Fans und solche, die es werden wollen, die Mannschaft im Teambus zu einer Auswärtsfahrt zu begleiten.

Klar, dass mein Sohn und ich die Gelegenheit ergriffen, um gleich bei der ersten Ausfahrt nach Timmendorf mit dabei zu sein. Nachdem sich die Abfahrt am Treffpunkt etwas verzögerte, wurde die Zaungäste von Crocodiles-Legende Wolfgang Asmuß kurzerhand zu einem Glas Mineralwasser in den Aufenthaltsraum direkt an der Eishalle Farmsen eingeladen. Gegen 17 Uhr war der Bus dann da. Bis aber Spieler, Material und Gäste verladen waren, dauerte es erneut eine Weile. Gegen 17 Uhr 30 ging es dann endlich Richtung Timmendorf.

Der Empfang ist herzlich. Die Mannschaft sitzt wenige Meter entfernt. Klar ist aber auch, dass es sich um eine Auswärtsfahrt handelt, nicht um eine touristische Rundreise. Entsprechend stehen die Pläne und Bedürfnisse der Spieler im Vordergrund.

Sportlich hatte sich die Fahrt spätestens gegen 21:30 Uhr gelohnt, dann da führten die Crocodiles bereits deutlich. Der Endstand der Begegnung täuscht etwas über die Leistung der Beach Boys hinweg. Diese waren nicht so unterlegen, wie das 1:4 nahelegt. Allerdings war das Spiel der Timmendorfer oft zu kompliziert und wenn sich einmal eine gute Möglichkeit ergab, trafen die Spieler entweder das leere Tor nicht oder scheiterten am glänzend aufgelegten Keeper der Crocos. Der Farmsener Sieg erschien so nie gefährdet.

Auf die Rückreise ging es erst gegen 23 Uhr 30, und da noch ein Zwischenstopp für hungrige Kufencracks bei McDonald fällig war, traf die Reisegruppe dann auch erst um kurz nach 1 Uhr nachts wieder an der Eishalle ein. Steht zu vermuten, dass im Falle der Niederlage die Abfahrt etwas rascher erfolgt wäre.

Fazit: Für unter 20 Euro bieten die Crocodiles da eine wirkliche tolle Möglichkeit, Eishockey authentisch zu erleben. Ob Sohnemann und ich es in dieser Saison noch einmal schaffen, ist etwas zweifelhaft. Wünschenswert wäre aber auf jeden Fall, das Angebot auch in der nächsten Spielzeit beizubehalten. Wer jetzt Lust bekommen hat, sieht am besten auf der Homepage der Crocos vorbei und meldet sich dann per Mail an mifahren@crocodiles-eishockey.de.

DEL 2 Spiele mit Sprade.TV ansehen – meine Erfahrungen

Gerade habe ich mir über das NHL Gamecenter auf dem Apple TV die Höhepunkte der gestrigen Begegnungen angesehen. Als Eishockey-Fan in Deutschland kann man in solchen Dingen ja immer nur neidisch auf die Amerikaner schauen. Alle Partien werden live in hoher Auflösung ins Internet übertragen. Davon ist die DEL leider noch ganz weit entfernt, auch wenn mit Laola1.TV im Rahmen der „Fanübertragung“ erste, wenn auch zarte, Versuche unternommen werden.

Aus meiner Sicht haben Teile der DEL2 hier die erste Liga teilweise bereits überholt. Wer es etwa nicht zu den Heimspielen der Fishtown Pinguins schafft, kann sich deren Spiele im Livestream ansehen. Möglich macht dies Sprade.TV. Direkt über das Internet verfolgen Sie in HD Übertragungen aus den Stadien einiger DEL 2 Clubs. Aktuell sind das:

  • Fishtown Pinguins
  • Frankfurt Löwen
  • Dresdner Eislöwen
  • Eispiraten Crimmitschau
  • Lausitzer Füchse

Inzwischen macht auch der erste Verein der Oberliga Ost mit. Eine Übertragung kostet 5,50 EUR. Es können aber auch rabattierte Pakete gebucht werden. Sehen können Sie nur den Live-Stream. Höhepunkte oder Archivspiele sind nicht im Angebot.

Klar, war ich bei meiner ersten Buchung etwas skeptisch, aber dann angenehm überrascht. Die Übertragung funktionierte einwandfrei. Die Bilder aus Bremerhaven trafen in HD auf dem iPad ein und der Stream blieb stabil. Hervorheben möchte ich dabei auch den Kommentar. Vom Fachwissen und Unterhaltungswert kann sich der eine oder andere so genannte Experte durchaus eine Scheibe abschneiden.

Ich kann Sprade.TV rundherum empfehlen. Wer es nicht in die Eishalle schafft oder auch gar nicht vorhat, ist damit wirklich live dabei! Wann immer es zeitlich möglich ist, bin ich so von zu Hause mitten im Geschehen in Bremerhaven. Ein toller Service, dem ich den Erfolg wünsche, den er aus meiner Sicht verdient!

Stiga Tischhockey – Spielspaß für jeden Eishockey-Fan

Haben Sie einen glühenden Eishockey-Fan zu Hause? Lieben Sie selbst diesen Sport und sind auf der Suche nach einer Alternative zum klassischen Tischkicker? Dann kann ich Ihnen das Tischhockey-Spiel von Stiga empfehlen.

Es ist seit Jahrzehnten in nahezu identischer Ausstattung auf dem Markt und damit ein wahrer Klassiker. Sogar Turniere werden damit veranstaltet!

Die Grundfläche des Spiels umfasst etwa 90 x 50 Zentimeter. Der Platz reicht in der Praxis aber nicht aus, um damit zu spielen. Dazu aber gleich noch mehr.

Das Spiel wird in einem stabilen Karton geliefert. Zu Beginn ist etwas Einsatz gefragt. Die Figuren müssen auf die Spielfläche geklippst werden und auch die Banden (wie beim Vorbild) sind noch zu installieren. Das alles ist in der Anleitung sehr gut geschrieben und dauert wenige Minuten.

Bedient wird das Spiel mit langen Stangen, die unter der Eisfläche den Eishockey-Spieler auf einer vorgefertigten Bahn laufen lassen. Um den Puck auch hinter dem Tor spielen zu können, muss der Verteidiger schon einen recht langen Weg zurücklegen. Entsprechend weit schaut die Spielstange dann aus dem Aufbau heraus. Realistischer ist somit auf beiden Schmalseiten jeweils einen Meter Freiraum für die Spieler einzuplanen bzw. das Spiel auf einen entsprechend großen Tisch zu stellen.

Stiga bietet das Spiel in verschiedenen Aufmachungen zu Preisen zwischen 60 und 80 Euro an. Im Fachhandel und Versand werden auch Spielfiguren im Design anderer Nationalmannschaften oder NHL-Teams angeboten, was auf lange Sicht für Abwechslung sorgt.

Beim Auspacken machen die Spielstangen und deren Mechanik erst einmal einen eher schwachen Eindruck. Der bestätigt sich in der Praxis indes nicht. Spielspaß ist auf jeden Fall garantiert, denn um den Puck auch in das gegnerische Tor zu bugsieren, ist Reaktionsschnelle dringend erforderlich. Zu jung dürfen die Gegner deswegen nicht sein. Denn der Puck muss mittels der verschieden Figuren erst einmal in eine vernünftige Lage (dem Slot) vor das Tor gebracht werden. Und das versucht der Gegner ja parallel. Die ersten Begegnungen werden entsprechend langsam und holprig verlaufen. Aber mit der Zeit gehen die Bewegungen dann immer mehr in Fleisch und Blut über.

Umdenken müssen erfahrene Haudegen am Tischkicker. Denn die Spielweise und die Bewegungsabläufe sind bei Stiga völlig andere.

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In unserem Haushalt ist jetzt seit mehr als zwei Jahren ein Stiga Tischhockey im Einsatz. Das Spiel macht immer noch Spaß und funktioniert nach wie vor einwandfrei. Das spricht für Qualität finde ich.

Achtung: Links führen zu Amazon. Wenn Sie darüber bestellen, freue ich mich.

Freezers unterliegen bissiger spielender DEG (2.11.2014)

Es dürfte jedem bewusst gewesen sein, dass die sensationelle Serie der Hamburg Freezers einmal reißen würde. Gerissen ist sie leider in dem psychologisch unglücklichen Moment vor der Länderspielpause und mit einer ganz schlechten sportlichen Leistung.

Der Nachmittag fing für den Chronisten bereits misslich an, als die Düsseldorfer Nummer 9, Davies, wohl aus einem Missverständnis heraus, einen Puck über die Bande warf, wohl im Glauben, dass jemand diesen sammeln wollte. Wodurch nun auch immer ermutigt, flog die Gummischeibe über das Glas und traf meinen Sohn mitten auf dem Kopf, der mit diesem Anflug so gar nicht gerechnet hatte.

Ein hilfsbereiter Fotograf in der Pressebucht organisierte sofort kühlendes Eis, und auch Michael Davies startete durch und brachte ein Eispack aus der Düsseldorfer Kabine mit. Sichtlich unangenehm berührt, fuhr er auch noch ein paar Mal an der Bande vorbei und war erleichtert, als Sohnemann dann schon wieder lachen konnte.

Das war eigentlich auch bereits alles, was einen zum Lachen bringen konnte. Serge Aubin hatte für mich unerklärlicherweise Dimitri Kotschnew aufgestellt, als wolle er Sebastien Caron für seine Glanzleistung zwei Tage vorher bestrafen. Das inzwischen schon fast obligatorische frühe Kotschnew-Tor wurde den Düsseldorfern glücklicherweise aberkannt.

Die Freezers finden nicht in die Partie

Die Düsseldorfer erwiesen sich erneut als unangenehmer Gegner, der deutlich mehr Kampfeswillen als die Hamburger zeigte. Offensichtlich hatte man am Rhein Videos der Freezers gesehen und setzte auf ein intelligentes 2:3 System. Die Verteidiger drangen regelmäßig früh in das Angriffsdrittel vor, um die Stürmer an der blauen Linie ins Spiel zu bringen. Gegen den von Köln abgeschauten langen Pass, der die neutrale Zone überbrückte, fanden die Hamburger ebenfalls während der gesamten Partie kein probates Mittel.

So blieb der einzige Höhepunkt des ersten Drittels ein Faustkampf, den Mathieu Roy gegen Daniel Kreutzer deutlich gewinnen konnte. Vorangegangen war ein angeblicher Check gegen den Kopfbereich (der für mich eher wie ein verunglückter Check aussah, dem man eine Tendenz Richtung Kniecheck geben könnte) von Roy gegen Olimb. Den wird die DEL sich dann noch genauer ansehen.

15 Sekunden nach Anpfiff des zweiten Drittels konnten die Hausherren im Powerplay die Führung erzielen. Eine schöne Leistung von Pettinger. So ging es dann auch in die Pause. Selbstvertrauen hatten die Hamburger durch die Führung nicht gewonnen. Fehlpässe und individuelle Fehler häuften sich. Und den Düsseldorfern gelang es gut, die Hamburger Führungsspieler zu neutralisieren.

Das Schiedsrichterproblem der DEL

Indiskutabel war die Leistung von Schiedrichter Eric Daniels, der im zweiten Spiel in Folge unglücklich agierte. Und das hüben wie drüben. Eindeutige Fouls gegen die Hamburger wurden nicht geahndet, anschließend aber dann Düsseldorf der Vorteil eines Powerplays gewährt. Zweimal stolperten Hamburger Spieler über sich selbst, Daniels erkannte auf Strafen gegen Düsseldorf. Die DEL hat ein Schiedsrichterproblem, das wissen auch die Vereine, tun aber nichts dagegen. Das ist schade.

Düsseldorf mit mehr Biss in der Schlussphase der Partie

Nach knapp 5 Minuten im dritten Drittel konnten die Düsseldorfer den Ausgleich erzielen. Es folgte eine durchaus fragwürdige Straftzeit gegen die Freezers, die die Düsseldorfer in einem wirklich fulminant vorgetragenen Powerplay zur Führung nutzten.
Diese egalisierte zwar Thomas Oppenheimer nur zwei Minuten später. Doch statt nun auf den wichtigen Punkt zu bauen und sicher zu stehen, versuchten die Freezers offensiv zu bleiben. Und wurden mit einem (ebenfalls Kotschnew-Klassiker) späten Gegentreffer bestraft.

45 Sekunden vor Schluss netzte Turnbull ins verwaiste Hamburger Tor ein und machte den verdienten Sieg der Düsseldorfer klar.

In knapp zwei Wochen haben die Hamburger die nächste Chance, wieder zu glänzen.