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Oberliga hautnah – als Zuschauer mit den Crocodiles auf Auswärtsfahrt

Wer Eishockey nur aus den modernen Mehrzweckarenen kennt, erhält einen falschen Eindruck von diesem wunderbaren Sport. Eishockey findet bundesweit überwiegend in kleinen, kalten und lauten Hallen statt, in denen ein (mehr oder weniger kleiner) Haufen von Fans lautstark sein Heimteam anfeuert. Pucks knallen hier nicht mit einem leichten Schnalzen in die Bande, sondern krachen deutlich hörbar mit ihrer Urgewalt in die Spielfeldbegrenzung.

Eishockey lebt (nicht nur in Deutschland) von der Opferbereitschaft seiner Spieler und Anhänger. Wer als Kleinstschüler auf Auswärtsfahrt geht, muss am Wochenende oft sehr früh aufstehen. Denn meistens müssen die Begegnungen bereits spätestens um 10 Uhr beendet sein, wenn die Eishalle für den Publikumsverkehr eröffnet wird. Und in Ober- und Regionalligen gibt es in jedem Team zumindest eine gute Seele, die sich rührend um die Spieler kümmert, und von Getränken über Heftpflaster bis zu Handyladekabeln alles dabei hat, was so gebraucht werden könnte.

Wer diesen Sport völlig ungefiltert und abseits des Glamours der DEL erleben will, hat im Hamburger Raum dank der Hamburg Crocodiles eine gute Gelegenheit dazu. Unter dem Motto „Oberliga hautnah“ können Fans und solche, die es werden wollen, die Mannschaft im Teambus zu einer Auswärtsfahrt zu begleiten.

Klar, dass mein Sohn und ich die Gelegenheit ergriffen, um gleich bei der ersten Ausfahrt nach Timmendorf mit dabei zu sein. Nachdem sich die Abfahrt am Treffpunkt etwas verzögerte, wurde die Zaungäste von Crocodiles-Legende Wolfgang Asmuß kurzerhand zu einem Glas Mineralwasser in den Aufenthaltsraum direkt an der Eishalle Farmsen eingeladen. Gegen 17 Uhr war der Bus dann da. Bis aber Spieler, Material und Gäste verladen waren, dauerte es erneut eine Weile. Gegen 17 Uhr 30 ging es dann endlich Richtung Timmendorf.

Der Empfang ist herzlich. Die Mannschaft sitzt wenige Meter entfernt. Klar ist aber auch, dass es sich um eine Auswärtsfahrt handelt, nicht um eine touristische Rundreise. Entsprechend stehen die Pläne und Bedürfnisse der Spieler im Vordergrund.

Sportlich hatte sich die Fahrt spätestens gegen 21:30 Uhr gelohnt, dann da führten die Crocodiles bereits deutlich. Der Endstand der Begegnung täuscht etwas über die Leistung der Beach Boys hinweg. Diese waren nicht so unterlegen, wie das 1:4 nahelegt. Allerdings war das Spiel der Timmendorfer oft zu kompliziert und wenn sich einmal eine gute Möglichkeit ergab, trafen die Spieler entweder das leere Tor nicht oder scheiterten am glänzend aufgelegten Keeper der Crocos. Der Farmsener Sieg erschien so nie gefährdet.

Auf die Rückreise ging es erst gegen 23 Uhr 30, und da noch ein Zwischenstopp für hungrige Kufencracks bei McDonald fällig war, traf die Reisegruppe dann auch erst um kurz nach 1 Uhr nachts wieder an der Eishalle ein. Steht zu vermuten, dass im Falle der Niederlage die Abfahrt etwas rascher erfolgt wäre.

Fazit: Für unter 20 Euro bieten die Crocodiles da eine wirkliche tolle Möglichkeit, Eishockey authentisch zu erleben. Ob Sohnemann und ich es in dieser Saison noch einmal schaffen, ist etwas zweifelhaft. Wünschenswert wäre aber auf jeden Fall, das Angebot auch in der nächsten Spielzeit beizubehalten. Wer jetzt Lust bekommen hat, sieht am besten auf der Homepage der Crocos vorbei und meldet sich dann per Mail an mifahren@crocodiles-eishockey.de.

DEL 2 Spiele mit Sprade.TV ansehen – meine Erfahrungen

Gerade habe ich mir über das NHL Gamecenter auf dem Apple TV die Höhepunkte der gestrigen Begegnungen angesehen. Als Eishockey-Fan in Deutschland kann man in solchen Dingen ja immer nur neidisch auf die Amerikaner schauen. Alle Partien werden live in hoher Auflösung ins Internet übertragen. Davon ist die DEL leider noch ganz weit entfernt, auch wenn mit Laola1.TV im Rahmen der „Fanübertragung“ erste, wenn auch zarte, Versuche unternommen werden.

Aus meiner Sicht haben Teile der DEL2 hier die erste Liga teilweise bereits überholt. Wer es etwa nicht zu den Heimspielen der Fishtown Pinguins schafft, kann sich deren Spiele im Livestream ansehen. Möglich macht dies Sprade.TV. Direkt über das Internet verfolgen Sie in HD Übertragungen aus den Stadien einiger DEL 2 Clubs. Aktuell sind das:

  • Fishtown Pinguins
  • Frankfurt Löwen
  • Dresdner Eislöwen
  • Eispiraten Crimmitschau
  • Lausitzer Füchse

Inzwischen macht auch der erste Verein der Oberliga Ost mit. Eine Übertragung kostet 5,50 EUR. Es können aber auch rabattierte Pakete gebucht werden. Sehen können Sie nur den Live-Stream. Höhepunkte oder Archivspiele sind nicht im Angebot.

Klar, war ich bei meiner ersten Buchung etwas skeptisch, aber dann angenehm überrascht. Die Übertragung funktionierte einwandfrei. Die Bilder aus Bremerhaven trafen in HD auf dem iPad ein und der Stream blieb stabil. Hervorheben möchte ich dabei auch den Kommentar. Vom Fachwissen und Unterhaltungswert kann sich der eine oder andere so genannte Experte durchaus eine Scheibe abschneiden.

Ich kann Sprade.TV rundherum empfehlen. Wer es nicht in die Eishalle schafft oder auch gar nicht vorhat, ist damit wirklich live dabei! Wann immer es zeitlich möglich ist, bin ich so von zu Hause mitten im Geschehen in Bremerhaven. Ein toller Service, dem ich den Erfolg wünsche, den er aus meiner Sicht verdient!

Stiga Tischhockey – Spielspaß für jeden Eishockey-Fan

Haben Sie einen glühenden Eishockey-Fan zu Hause? Lieben Sie selbst diesen Sport und sind auf der Suche nach einer Alternative zum klassischen Tischkicker? Dann kann ich Ihnen das Tischhockey-Spiel von Stiga empfehlen.

Es ist seit Jahrzehnten in nahezu identischer Ausstattung auf dem Markt und damit ein wahrer Klassiker. Sogar Turniere werden damit veranstaltet!

Die Grundfläche des Spiels umfasst etwa 90 x 50 Zentimeter. Der Platz reicht in der Praxis aber nicht aus, um damit zu spielen. Dazu aber gleich noch mehr.

Das Spiel wird in einem stabilen Karton geliefert. Zu Beginn ist etwas Einsatz gefragt. Die Figuren müssen auf die Spielfläche geklippst werden und auch die Banden (wie beim Vorbild) sind noch zu installieren. Das alles ist in der Anleitung sehr gut geschrieben und dauert wenige Minuten.

Bedient wird das Spiel mit langen Stangen, die unter der Eisfläche den Eishockey-Spieler auf einer vorgefertigten Bahn laufen lassen. Um den Puck auch hinter dem Tor spielen zu können, muss der Verteidiger schon einen recht langen Weg zurücklegen. Entsprechend weit schaut die Spielstange dann aus dem Aufbau heraus. Realistischer ist somit auf beiden Schmalseiten jeweils einen Meter Freiraum für die Spieler einzuplanen bzw. das Spiel auf einen entsprechend großen Tisch zu stellen.

Stiga bietet das Spiel in verschiedenen Aufmachungen zu Preisen zwischen 60 und 80 Euro an. Im Fachhandel und Versand werden auch Spielfiguren im Design anderer Nationalmannschaften oder NHL-Teams angeboten, was auf lange Sicht für Abwechslung sorgt.

Beim Auspacken machen die Spielstangen und deren Mechanik erst einmal einen eher schwachen Eindruck. Der bestätigt sich in der Praxis indes nicht. Spielspaß ist auf jeden Fall garantiert, denn um den Puck auch in das gegnerische Tor zu bugsieren, ist Reaktionsschnelle dringend erforderlich. Zu jung dürfen die Gegner deswegen nicht sein. Denn der Puck muss mittels der verschieden Figuren erst einmal in eine vernünftige Lage (dem Slot) vor das Tor gebracht werden. Und das versucht der Gegner ja parallel. Die ersten Begegnungen werden entsprechend langsam und holprig verlaufen. Aber mit der Zeit gehen die Bewegungen dann immer mehr in Fleisch und Blut über.

Umdenken müssen erfahrene Haudegen am Tischkicker. Denn die Spielweise und die Bewegungsabläufe sind bei Stiga völlig andere.

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In unserem Haushalt ist jetzt seit mehr als zwei Jahren ein Stiga Tischhockey im Einsatz. Das Spiel macht immer noch Spaß und funktioniert nach wie vor einwandfrei. Das spricht für Qualität finde ich.

Achtung: Links führen zu Amazon. Wenn Sie darüber bestellen, freue ich mich.

Freezers unterliegen bissiger spielender DEG (2.11.2014)

Es dürfte jedem bewusst gewesen sein, dass die sensationelle Serie der Hamburg Freezers einmal reißen würde. Gerissen ist sie leider in dem psychologisch unglücklichen Moment vor der Länderspielpause und mit einer ganz schlechten sportlichen Leistung.

Der Nachmittag fing für den Chronisten bereits misslich an, als die Düsseldorfer Nummer 9, Davies, wohl aus einem Missverständnis heraus, einen Puck über die Bande warf, wohl im Glauben, dass jemand diesen sammeln wollte. Wodurch nun auch immer ermutigt, flog die Gummischeibe über das Glas und traf meinen Sohn mitten auf dem Kopf, der mit diesem Anflug so gar nicht gerechnet hatte.

Ein hilfsbereiter Fotograf in der Pressebucht organisierte sofort kühlendes Eis, und auch Michael Davies startete durch und brachte ein Eispack aus der Düsseldorfer Kabine mit. Sichtlich unangenehm berührt, fuhr er auch noch ein paar Mal an der Bande vorbei und war erleichtert, als Sohnemann dann schon wieder lachen konnte.

Das war eigentlich auch bereits alles, was einen zum Lachen bringen konnte. Serge Aubin hatte für mich unerklärlicherweise Dimitri Kotschnew aufgestellt, als wolle er Sebastien Caron für seine Glanzleistung zwei Tage vorher bestrafen. Das inzwischen schon fast obligatorische frühe Kotschnew-Tor wurde den Düsseldorfern glücklicherweise aberkannt.

Die Freezers finden nicht in die Partie

Die Düsseldorfer erwiesen sich erneut als unangenehmer Gegner, der deutlich mehr Kampfeswillen als die Hamburger zeigte. Offensichtlich hatte man am Rhein Videos der Freezers gesehen und setzte auf ein intelligentes 2:3 System. Die Verteidiger drangen regelmäßig früh in das Angriffsdrittel vor, um die Stürmer an der blauen Linie ins Spiel zu bringen. Gegen den von Köln abgeschauten langen Pass, der die neutrale Zone überbrückte, fanden die Hamburger ebenfalls während der gesamten Partie kein probates Mittel.

So blieb der einzige Höhepunkt des ersten Drittels ein Faustkampf, den Mathieu Roy gegen Daniel Kreutzer deutlich gewinnen konnte. Vorangegangen war ein angeblicher Check gegen den Kopfbereich (der für mich eher wie ein verunglückter Check aussah, dem man eine Tendenz Richtung Kniecheck geben könnte) von Roy gegen Olimb. Den wird die DEL sich dann noch genauer ansehen.

15 Sekunden nach Anpfiff des zweiten Drittels konnten die Hausherren im Powerplay die Führung erzielen. Eine schöne Leistung von Pettinger. So ging es dann auch in die Pause. Selbstvertrauen hatten die Hamburger durch die Führung nicht gewonnen. Fehlpässe und individuelle Fehler häuften sich. Und den Düsseldorfern gelang es gut, die Hamburger Führungsspieler zu neutralisieren.

Das Schiedsrichterproblem der DEL

Indiskutabel war die Leistung von Schiedrichter Eric Daniels, der im zweiten Spiel in Folge unglücklich agierte. Und das hüben wie drüben. Eindeutige Fouls gegen die Hamburger wurden nicht geahndet, anschließend aber dann Düsseldorf der Vorteil eines Powerplays gewährt. Zweimal stolperten Hamburger Spieler über sich selbst, Daniels erkannte auf Strafen gegen Düsseldorf. Die DEL hat ein Schiedsrichterproblem, das wissen auch die Vereine, tun aber nichts dagegen. Das ist schade.

Düsseldorf mit mehr Biss in der Schlussphase der Partie

Nach knapp 5 Minuten im dritten Drittel konnten die Düsseldorfer den Ausgleich erzielen. Es folgte eine durchaus fragwürdige Straftzeit gegen die Freezers, die die Düsseldorfer in einem wirklich fulminant vorgetragenen Powerplay zur Führung nutzten.
Diese egalisierte zwar Thomas Oppenheimer nur zwei Minuten später. Doch statt nun auf den wichtigen Punkt zu bauen und sicher zu stehen, versuchten die Freezers offensiv zu bleiben. Und wurden mit einem (ebenfalls Kotschnew-Klassiker) späten Gegentreffer bestraft.

45 Sekunden vor Schluss netzte Turnbull ins verwaiste Hamburger Tor ein und machte den verdienten Sieg der Düsseldorfer klar.

In knapp zwei Wochen haben die Hamburger die nächste Chance, wieder zu glänzen.

Freezers besiegen zahme Augsburger Panther (31.10.2014)

Knapp 7700 Zuschauer strömten am Freitag in die Hamburger O2 World. Anlässlich von Halloween putzen sich auch die Stadionsprecher zünftig für die gastierenden Augsburger Panther heraus.

Zäher Beginn im ersten Drittel

Hatten die Panther bei der ersten Begegnung in der ersten Minute bereits den Eindruck hinterlassen, noch im Bus zu sitzen, präsentierten sich die Augsburger deutlich angriffslustiger und fanden zu Beginn besser ins Spiel. Die Freezers zeigten sich (ob da tatsächlich ein Zusammenhang besteht, vermag niemand zu sagen) erneut an einem Mottospieltag nervös. Sowohl das körperbetonte Spiel der Augsburger als auch deren frühes Stören in der neutralen Zone brachten die Hamburger sichtlich aus dem Konzept. Es ging nicht viel zusammen und Thomas Oppenheimer etwa ließ nicht erkennen, wie der Abend weitergehen würde. Mit einem für die Hamburger durchaus schmeichelhaften 0:0 ging es in die Kabine.

Die sogenannte Leistung eines Roland Aumüllers

Hauptschiedsrichter war an diesem Abend Roland Aumüller. Dass ich kein besonderer Freund dessen Leistungen bin, zeigen diverse Beiträge hier. An dieser Stelle aber deutlich der Kommentar zu diesem Abend: Roland Aumüllers Art, an diesem Abend eine Partie zu “leiten” fängt an, die Gesundheit der Spieler zu gefährden. So stand Herr Aumüller dreimal (!) in unmittelbarer Nähe, als Brady Lamb ohne Einfluss auf das Spiel nehmen zu können, einen Hamburger Spieler per Crosscheck (2x) zu Boden streckte und einmal von hinten in die Bande donnerte. Die Reaktion des so genannten Unparteiischen bestand nicht in Anerkennung einer Strafe, sondern in dem in der Liga bekannten dümmlichen bauernschlauen Grinsen und der Geste, dass das schon nicht so schlimm gewesen sein konnte. Das ist schlicht unerträglich und eine Schande für die Liga.

Die Freezers wachen auf – die Gala des Thomas Oppenheimer

Sichtlich angriffslustiger kamen die Hamburger aus der Kabine. Es war Mathieu Roy, der die Freezers mit 1:0 in Führung brachte und im Powerplay ein schönes Tor von der blauen Linie erzielte. Dies war ein Dammbruch für eines dieser sportlichen Wunder, die im Eishockey nicht so selten sind. Denn jetzt folgte eine Gala des Thomas Oppenheimer. Erneut im Powerplay erzielte Oppi das 2:0 und lieferte mit seinen zwei Treffern im dritten Drittel einen lupenreinen Hattrick ab. Mit 4:0 entscheiden die Freezers die Partie für sich.

Während der Sieg aus meiner Sicht eindeutig in Ordnung geht, da die Panther am Ende doch zahn- und spielerisch etwas einfallslos wirkten, war das Ergebnis schmeichelhaft. Sebastien Caron lieferte eine sensationelle Partie ab und vereitelte in höchster Not zwei lupenreine Chancen der Panther.

Erstaunlicherweise wird der Keeper vom Hamburger Publikum nahezu ignoriert, während Kotschnew sich nur spektakulär auf den Puck werfen muss, um frenetisch mit Rufen wie “Dim-Dim-Dimitri” gefeiert zu werden.

Gut in Form an diesem Abend waren von Anfang an Sebastien Caron und (der etwas später in die Partie gekommene) Thomas Oppenheimer. Nicht unerwähnt lassen, sollte man aber auch den lupenreinen Faustkampf von Sam Klassen, der damit seine bereits in der EHCL gezeigten Fähigkeiten unterstrich.