Schlagwort-Archive: Eishockey

Da geht jetzt bisschen was schief Crocodiles Hamburg

Vorab: Ich gehe gern zu den Crocodiles. Ich habe es schon gern getan, als ich noch keine Dauerkarte bei den Hamburg Freezers hatte. Und ich tue es bislang auch (noch) ganz gern.

Ich habe bei den Crocodiles einige tolle Spiele gesehen. Aber ebenso sensationelle Niederlagen, als der Verein an manchen Tagen die Schießbude der Oberliga Nord war.

Nun sind die Freeezers Geschichte und dank eines Zufalls die Crocodiles die Nummer eins im Eishockey in der Hansestadt. Das hat in der vergangenen Saison einen regelrechten Boom ausgelöst. Man muss schon zu den Veteranen gehören, um sich noch zu erinnern, wann zuletzt so viele Menschen ins Eisland Farmsen gepilgert sind. Noch vor zwei Jahren konnten Zuschauer im Mannschaftsbus zu Auswärtsspielen mitfahren. Und wenn sich an einem Abend mehr als 170 Zuschauer in der Halle verteilten, waren die Spiele gut besucht.

Der Boom ist positiv. Er eröffnet mehr finanziellen Spielraum und mehr Möglichkeiten. Nun bin ich realistisch genug und habe in der Hansestadt zu viel erlebt, als in die Euphorie des einen oder anderen Fans zu verfallen, der von einem sportlich ausgerufenen Ziel (Sportlicher Aufstiegskandidat in die DEL2) dann auch tatsächlich an die Crocos in der DEL2 glaubt. Oder anders: Dazu kenne ich das Business zu gut. Und derzeit sehe ich keinen Mäzen, der reich und verrückt genug wäre, eine für die DEL2 taugliche Spielstätte in Hamburg errichten zu wollen.

Nichtsdestotrotz will man sich in Farmsen stärker professionalisieren. Und genau deshalb ist auch mein Anspruch größer geworden. Vor zwei Jahren ging man an einem Sonntag in die Halle, zahlte 10 Euro und mit Pommes und einer Cola sah man mit Glück für 15 Euro tolle Tore und Spielzüge der Heimmannschaft. Und wenn es nicht so gut lief, dann sah man die Tore und Spielzüge auf der anderen Seite. Preis-Leistung voll okay.

Dann kamen der Boom und die erste Dauerkarte. Bei 26 Heimspielen war der Preis gegenüber DEL-Niveau immer noch ein Schnäppchen. Die Spiele waren toll. Viele Tore, viele Siege. Kein Wunder. War es den Crocos doch gelungen, eine Paradereihe zu holen, die teilweise in der Qualität weit über Oberliga-Niveau spielte.

Das war vergangene Saison. Und nun sollte es noch professioneller werden. Sportlicherweise wurden die Preise für die Dauerkarten bereits im Mai verkündet. Unterdessen hatte die Liga aber Modus und Zahl der Vereine verändert. Rechnerisch wurde die vorher moderate Preiserhöhung prozentual unverschämt. In der Summe zahle ich zwar „nur“ 50 Prozent von den Dauerkarten bei den Freezers, nur hatte meine Tochter damals auch noch eine. Überschlagsmäßig bezahle ich jetzt für eine Vollzahler- und eine Ermäßigungskarte (für meinen Junior) 75 Prozent gegenüber der DEL.

Achja: Neulich wollte man Junior noch nicht einmal reinlassen, weil er keinen Schülerausweis hat, der aber Voraussetzung für die Ermäßigung sein soll. Da klappt es dann schon mit der Professionalität.

Der Besuch der Spiele ist also mal bangig teurer geworden. Damit habe ich noch nicht bequemer gesessen, die Halle ist nicht heller, die Toiletten genauso desolat und die Show für die Zuschauer scheint niemand zu interessieren. Sonst könnte man wenigstens beim Bäderland mal darauf hinwirken, dass die Scheiben der Banden gereinigt werden. Von den teilweise zerkratzten Scheiben will ich nicht reden.

Nehmen wir das also mal als Vorfinanzierung der sportlichen Entwicklung. Mit anderen Worten: Etaterhöhung. Nun sind Leistungsträger angeschlagen. Und jetzt offenbart sich, dass der Etat zwar erhöht worden sein mag. Der wurde nur nicht in die Tiefe des Kaders gesteckt. Leider. Die Vorbereitungsspiele haben noch den Mantel darüber gelegt, wo die Crocos derzeit sportlich stehen. Unverständlicherweise hat man sich nur „einfache“ Gegner ausgesucht. Das soll ja, je nach Philosophie, einer Mannschaft Selbstvertrauen geben. In diesem Fall hat es eher eingelullt.

Denn was sportlich derzeit in Farmsen geboten wird, ist Oberliga. Nur eben wie vor zwei, drei Jahren. Kein Körperspiel. Stockfehler zum Weglaufen. Kein Einsatz und vor allen Dingen kein Kampfgeist. Beim Relegationsspiel zum Verbleib in der Oberliga war sich kein Spieler zu schade, sich schützend vor dem Torhüter in die Pucks zu werfen. Die Crocos dieser Saison begleiten freundlich grüßend den gegnerischen Stürmer bis direkt vor den Torraum, damit er dort ungehindert zum Abschluss kommt.

Und das ärgert mich. Nicht, dass Sie das falsch verstehen. Wenn Sie mal im Archiv hier gucken, kann ich auch mit hohen Niederlagen eines Vereins umgehen. Auch mit Durststrecken. Nur Professionalität kann nicht bedeuten, mehr auf der einen Seite haben zu wollen, auf der anderen Seite dann aber nichts zu liefern. Dazu gehört, dass ich eine Mannschaft sehe, die Eishockey spielt. Nicht Eiskunstlauf zeigt.

Die Maske im Herzen – (m)ein Abschied von den Hamburg Freezers

Die Hamburg Freezers sind Geschichte. Wie die sprichwörtliche Bombe schlug diese Meldung gestern hier im Familienleben ein. Wer hier regelmäßig mitliest, weiß, dass die Mannschaft für mich und meine beiden Kinder große Bedeutung hatte. Fast 5 Jahre sind wir alle drei zu jedem Heimspiel gefahren, haben gelitten, gejubelt, gefeiert und getrauert. Emotionen pur. Und ich habe mich oft genug auch persönlich an dem Thema abgearbeitet, wenn ich das Gefühl hatte, dass sich die Freezers gerade in Sachen Marketing unter Wert geschlagen haben. Deswegen seien mir ein paar persönliche Zeilen zum Abschied gestattet.

Aus heiterem Himmel aber nicht überraschend

Klar, war ich gestern sprachlos. Die Entscheidung kam aus heiterem Himmel, aber eben doch nicht ganz überraschend. Und die verkorkste Saison dürfte ihren Teil dazu beigetragen haben.

Der Zeitpunkt ist indes für mich nicht nachvollziehbar und menschlich unanständig. Man hätte gleich bei Saisonschluss die Reißleine ziehen können, um den Spielern einen Wechsel zu erleichtern. Wenige Tage vor Ablauf der Lizenzfrist zeigt eigentlich deutlich, dass es um das Abwickeln ohne Hintertür geht.

Aber Anzeichen dafür gab es aus meiner Sicht bereits seit zwei Jahren. Denn dass die AEG die Parole „Sparen“ ausgerufen hat, und zwar in beiden Organisationen, war deutlich zu erkennen. Weder in Berlin noch in Hamburg wurden die Kader mit teuren Spielern verstärkt, sondern im Zweifel die preiswertere Lösung eingekauft und den Fans als bewusste Entscheidung verkauft. Das war natürlich Quatsch.

Seit einigen Wochen haben ein Kooperationspartner und ich am Konzept und Angebot für die neue Homepage der Hamburg Freezers und einer möglichen App gearbeitet. So viel darf man hier nun wohl am Ende der Geschichte erzählen. Unser Entwurf kam in Hamburg gut an und alles sah nach einer mehr oder weniger klaren Sache aus. Allerdings bin ich lang genug im Geschäft, um zu bemerken, wenn ein Kunde plötzlich mauert und auf Zeit spielt. Ellenlange Nachfragen aus den USA zum Entwurf. Immer wieder herauszögern der finalen Entscheidung, die in London und LA fallen sollte. Stichtag sollte der 18.5. sein, wie man den Hamburgern mitteilte. Nun weiß ich auch warum.

Die wirklich dummdreiste Begründung für das Ende der Freezers lautet nun, man habe ja schon seit Jahren einen Käufer gesucht und nie mit den Freezers Geld verdient. Das ist ebenso töricht wie eine Beleidigung der Intelligenz aller Menschen, die den Sport kennen. Man zeige mir die Bilanz einer einzigen (!) Spielbetriebs GmbH der DEL, die nennenswert (!) Geld verdient. Fakt ist. Die Bilanzen der Freezers und der Eisbären Berlin zeigen übereinstimmend ein millionenschweres negatives Engagement der AEG. Und man darf bei alldem nicht vergessen. Wer Verluste schreibt, zahlt darauf auch weniger bis keine Steuern. Zumal Kosten für die Spielstätte ja nichts anderes als ein Geschäft nach dem Motto linke Tasche, rechte Tasche waren.

Die finale Entscheidung, nein sie lag nicht am Geld allein. Aus meiner Sicht viel wichtiger:

  • Es ist den Freezers in all den Jahren nicht gelungen, als Teil Hamburgs in einer breiteren Öffentlichkeit akzeptiert zu werden. Wenn man sich im Trikot in ein Taxi setzte, musste man auch im 10. Jahr immer noch erklären, dass man gerade nicht zum HSV fährt.
  • Es ist vor Uwe Frommhold nicht gelungen, eine nennenswerte Sponsorenschaft aufzubauen. Insbesondere die glücklose Ära Michael Pfad, der Angst davor hatte die „Marke zu verscherbeln“ (welche Marke?), hat die Freezers nicht vorangebracht.
  • Und es ist in alle den Jahren nicht gelungen, Hamburger Kaufleute nachhaltig von den Freezers zu begeistern und als attraktive und preiswertere Alternative zum Engagement im Fußball zu positionieren.
  • Das Areal der Arena besitzt keine direkte Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Punkt. In Berlin fällt man aus dem Ostbahnhof direkt in den Eingang der Arena.
  • Berlin bietet Möglichkeiten, dass Geschäftsmodell von Anschutz besser umzusetzen. Schließlich soll das Umfeld dort ausgebaut werden. Vorbild ist hier das Gelände rund um die Spielstätte der LA Kings. Das ist in der Nähe der MVA schlecht vorstellbar.

Die Freezers, sie werden mir fehlen

Ich habe mich auf Facebook nie auf Diskussionen eingelassen, wo es um „wer ist ein wahrer Fan, wer nicht“ ging. Ich war / bin Fan der Hamburg Freezers, weil ich mich mit den Werten der Organisation und ihren Fans identifizieren konnte. Wir haben unser Team unterstützt, aber eben auf hanseatische Weise. Da gab es keine Gesänge wie „Wir sind Eure Hauptstadt Ihr Bauern“ (schöne Grüße an die Eisbären Fans, möge Anschutz Euch noch lange den Spielbetrieb garantieren) oder „Hurensöhne“ (schöne Grüße nach Düsseldorf), sondern Begeisterung für das Team. Die Freezers waren eine Mannschaft zum Anfassen, durch und durch. Geschäftsstelle und Spieler. Es ist beileibe keine Selbstverständlichkeit, wenn man vom Leiter einer Geschäftsstelle nach einem längeren Blogbeitrag eine mehrseitige persönliche E-Mail erhält, die einen Einblick hinter die Kulissen verschaffte. Danke Thomas.

Hier in Hamburg sind einige tolle Talente zu großartigen Spielern gereift. Ob ein G. Festerling, K. Schmidt, T. Oppenheimer oder auch ein N. Krämmer. Spieler, die umworben waren und sich bewusst für diesen Standort entschieden haben. Sie jetzt nicht mehr in der liebgewonnenen Arena spielen sehen zu können, schmerzt.

Ein Debakel für Eishockey im Norden und Schande für Hamburg

Hamburg – das ist doch die Medien- und die Sportstadt! Nun Medien werden schon seit Jahren überwiegend in Berlin produziert. Und Sport spielt wie Kultur tatsächlich schon immer eine kleine Rolle. Die hanseatisch zurückhaltende Art führt derzeit dazu, dass Hamburg wieder das wird, was es vor der Teilung Deutschlands war. Provinz, mit zu wenig Strahlkraft gegenüber der Haupstadt.

Hochklassiger Sport findet jetzt noch im Fußball statt, wo ein überschuldeter Sportverein sich immer mehr in die Abhängigkeit eines einzigen Gönners begibt. Dass es dem Handball und dem Eishockey nicht gut geht, war bekannt. Auch ohne unmittelbare finanzielle Unterstützung hätte es hier sicherlich für die Stadt Möglichkeiten gegeben, den Freezers zu helfen. Wenn man denn gewollt hätte. Eine echte Schande für eine angeblich so weltoffene Stadt.

Das Ende der Freezers ist auch ein schlechter Tag für das Eishockey. Erinnert sei noch mal an die vorbildliche Jugendarbeit der Organisation und dass nun der Einzugsraum SH und HH völlig ohne realistische Möglichkeiten dasteht, erstklassiges Eishockey zu sehen. DEL-Niveau gibt es also zukünftig jenseits der Elbe.

Und sportlich ist das auch für kleine Vereine (auch wenn es einige eingefleischte Fans nicht so sehen und auch nicht verstehen) ein Debakel. Denn die Option, einen DEL-Partner zu finden, um Nachwuchsspieler zu fördern, ist nun ins Nirwana gewandert.

Ich werde zu den Crocodiles gehen, aber ein Ersatz sind sie nicht

Ich liebe Eishockey. Und je schneller und brillanter, umso schöner. Genau deswegen waren die Freezers so wichtig für mich. Hier spielten Profis auf hohem Niveau.

Wann immer es ging, bin ich trotzdem nach einem Heimspiel noch nach Farmsen gefahren. Aber Oberliga bleibt eben Oberliga. Das ist auch Eishockey, nur eben ganz anders. Nicht weniger spannend, nur eben nicht das Eishockey, was ich gern live gesehen habe. Vielleicht gönne ich mir eine Dauerkarte für die Crocodiles.

Aber die Maske der Freezers werde ich weiter im Herzen tragen.

Ich wünsche allen Spielern und Mitarbeitern der Geschäftsstelle, dass sie den Schock schnell überwinden und vor allen Dingen möglichst rasch eine neue tolle Herausforderung finden.

Meine guten Wünsche gehen insbesondere aber an zwei Personen, die mir, auch wenn es nur sporadische bzw. kurze Begegnungen waren, am Herzen liegen. Thomas Bothstede und Tina Schröder vom HEC.

Alles Gute! Servus, Freezers.

Zu Besuch bei der DEG – und was Hamburg draus lernen könnte (Update)

Regelmäßige Leser dieses Blogs werden sich vielleicht an den Spielbericht zur Begegnung gegen die DEG erinnern. Der Nachmittag fing damals für meinen Sohn nicht sonderlich gut an, als ihn ein Puck auf dem Kopf traf.

Es folgte ein munterer Dialog mit der Düsseldorfer EG auf Twitter, der schließlich in einer Einladung meines Sohnes plus Begleiter (da hatte ich dann einfach mal laut »Hier« geschrien) gipfelte. Update: Die Einladung umfasste die Eintrittskarten zum Spiel. Nicht die Reise und das Hotel. Die DEG ist ja nun auch nicht Krösus.

In der vergangenen Woche war es dann so weit.

Das wird kein Spielbericht. Wir haben ein spannendes und schnelles Spiel gesehen. Am Ende hatten die Krefelder Pinguine die Nase vorn, somit konnten wir auch leider keinen Eindruck davon gewinnen, wie denn dort am Rhein ein Sieg gefeiert wird. Aber 9 Tore in einem Spiel sind ja schon einmal für den Zuschauer etwas.

Interessant fand ich einmal den Einblick in eine so ganz andere Atmosphäre und damit den direkten Vergleich zur O2 World in Hamburg, wo wir ja Dauerkarten für die Spiele der Hamburg Freezers besitzen.
Für den schnellen Leser: Ich glaube, dass Hamburg als Eishockey-Standort eine Menge von Düsseldorf lernen könnte. Trotz der Unterschiede im Temperament, die sich kaum abstellen lassen werden.

DEG Treff – eine wirklich hübsche Idee

Die Einladung der DEG umfasste nicht nur die reinen Eintrittskarten, sondern auch Zutritt zu einem geschlossenen Bereich in der Arena, dem DEG Treff. Das mag erst einmal nach Bierseligkeit klingen, ist aber ein mit eigenem Eingang versehener Abschnitt im ISS Dome. Hier kann man sich eineinhalb Stunden vor dem Spiel, während der Pausen und nach dem Spiel nicht nur nett unterhalten. Es gibt Getränke und ein leckeres und reichhaltiges Buffet. Man greift einfach zu und isst und trinkt, soviel man eben schafft.

Den Besuch des Fantreffs kann man offensichtlich auch separat zu seiner Karte zubuchen. Mir hat dabei sehr gut gefallen, dass man nicht einen eigenen VIP-Bereich für sich hat, oder in einer Loge geparkt wird.

Das Publikum kann sich direkt ein Bild davon machen, was die Besucher für einen Spaß dort haben und wie es hier zugeht. Da dürften mögliche Hemmschwellen gar nicht erst aufkommen lassen und gute Werbung dafür sein.

Erste Reihe im ISS-Dome – man sieht mehr

Wer sich in der Hamburger O2 World in die erste Reihe setzt und eher von kleinerem Wuchs ist, wird überrascht sein, wie tief er denn sitzt. Und gerade Kinder sehen in der ersten Reihe nichts, weil ja gleich über der Bande auch noch ein breiter Streifen mit Sponsorenaufschrift die Sicht verdeckt.
Die erste Reihe im ISS Dome, für die wir Karten hatten, ist eher mit der Reihe 2 oder 3 in Hamburg zu vergleichen. Nichts verdeckt die wirklich ausgezeichnete Sicht. Achja. Nett bei den Plätzen war, dass die Trainer oder auch Herr Köberle direkt durch diesen Bereich zur Spielerbank gehen. Das ist alles insgesamt familiärer als in Hamburg.

Dichtere Atmosphäre – dank eines einfachen Tricks

Bereits beim Hinsetzen hatte ich den merkwürdigen Eindruck, näher am Geschehen als in Hamburg zu sein. Faktisch eigentlich kaum möglich. Des Rätsels Lösung: Da der Oberrang vollständig abgehängt wurde, also die Karten zunächst für den Unter- und Mittelrang verkauft werden, um diesen zu auszubuchen, entsteht eine dichtere Atmosphäre. Einfach, aber wirkungsvoll.

Denn damit gibt es auch nicht die vielen Lücken, die mich bei weniger stark besuchten Begegnungen in Hamburg immer stören und es schwer machen, dass der Funke überspringt, wenn es um das Anfeuern der Mannschaft geht.

Die Halle ist der Fanblock

Zunächst mal in Richtung der Hamburger Fans, die sich oft genug auf Facebook & Co das Leben selbst schwer machen. Auch der Düsseldorfer verlässt seinen Platz einen Moment früher, wenn sein Team verliert oder man den Eindruck hat, dass das Spiel nicht mehr gedreht wird.

Auf der anderen Seite: Ich muss es leider schreiben. Die Stimmung ist besser. Das liegt aus meiner Sicht schlicht daran, dass in Hamburg einfach zu viel geboten wird.

  • Hamburg Film
  • Einlauffilm
  • Fan Announcer
  • Zig verschiedene Fangesänge mit zum Teil echt schwierigen Texten, die noch dazu nirgend öffentlich nachzulesen sind.

Besonders der letzte Teil macht aus meiner Sicht den Unterschied. Mit dem Ergebnis, dass über die Spieldauer einfach mehr Alarm gemacht wird. Es gibt zwei oder drei Schlachtrufe und das Altbier-Lied, zu dem die Halle schunkelt. Und fertig.

Das ist nicht originell, aber wirkungsvoll und sorgt für Stimmung. Denn gerade weil es so einfach ist, macht auch die Halle mit und nicht nur ein kleiner Abschnitt hinter dem eigenen Tor.

Dazu trägt dann auch bei, dass der Hallensprecher mit dem Publikum interagiert und etwa auch mal deutlich macht, dass die Mannschaft jetzt jeden Zuspruch braucht.

Um es direkt zu sagen. Hier wird mit den Fans zusammen Stimmung gemacht und nicht darauf gewartet, dass die Fans Stimmung machen.

Ein kleiner, aber ebenfalls bemerkenswerter Unterschied.

Dass es in der O2 World auch nach mehr als 10 Jahren Freezers immer noch so oft mucksmäuschenstill ist. Vielleicht liegt das eben auch daran, dass es für Neueinsteiger so schwierig ist, überhaupt mitzumachen, da nicht klar wird, was gerade dran ist.

Ups, das Auto kann man tatsächlich gewinnen

Seit Jahren gibt es bei den Freezers den »Superschuss«. Ich möchte nicht unken, aber ich glaube, inzwischen dürfte auch der letzte Fan verstanden haben, dass es nahezu unmöglich ist, den Wagen zu gewinnen. Selbst ein Eishockey-Profi dürfte Schwierigkeiten haben, einen Puck von der blauen Linie in ein Loch zu versenken, dass kaum größer als der Puck selbst ist. Für den Sponsor ist das natürlich toll. Es kostet ihn nix und er wird ständig genannt. Für regelmäßige Zuschauer ist das Spielchen aber auch ermüdend.

Bei der DEG gab es just diesen Abend ein Auto zu gewinnen. Verlost unter allen Inhabern einer Dauerkarte. Gleiche Chance für alle und netter Ansporn, als DK-Inhaber bei der Stange zu bleiben.

Diese Zeilen werden wahrscheinlich nichts ändern. Aber aus meiner Sicht kann das Marketing der Freezers von der DEG und deren emotionalen Werbeauftritt eine Menge lernen.

Und mir bleibt an der Stelle nur nochmals, danke DEG zu sagen!

Vorne top, hinten Flop – Rekordsieg der Freezers gegen Iserlohn (25.1.15)

Ein Klischee im Sport sagt, dass Verteidigung Meisterschaften gewinnt. Das ist übrigens gar nicht so, wie die auch aus anderen Gründen extrem lesenswerte Webseite Freakonomics herausgefunden hat.

Eigentlich müssten die Hamburg Freezers aus der jüngsten Vergangenheit wissen, dass man Siege gegen einen geschwächten Gegner nicht überbewerten sollte. Aber das ist natürlich kein Gesichtspunkt, wenn es in erster Linie lediglich um Spiele für die Galerie und ein volles Haus geht. Vollmundig wird also der »höchste« Heimsieg der Clubgeschichte gefeiert. Mit 9:4 wurden die Iserlohn Rooster wieder ins Sauerland geschickt. Nach einem Spiel, das durchaus auch den Verfasser dieser Zeilen zu unterhalten wusste, der zu den 12.800 Zuschauern gehörte. Ein Spiel, das gerade das Event-Publikum begeistert haben dürfte.

Rein sportlich war das dagegen alles andere als begeisternd, wenn man an die in wenigen Wochen bevorstehenden Playoffs denkt. Die Freezers zeigten zwei Gesichter. Im Angriff druckvoll, in der Verteidigung auf Niveau der Regionalliga.

Es ist traurig, aber bei der Schilderung des Spieles muss ich auf die Seite der Iserlohner verweisen. Denn die Begegnung, die dort beschrieben wird, habe ich ebenfalls gesehen. Ein Teil der hiesigen Lokalpresse war wohl eher 30 Minuten auf der Toilette oder beim Catering.

Nur als Ergänzung zum Spielbericht der Roosters:

  • Es war für Daniar Dshunussow ein Tag zum Vergessen. Das bereits in der ersten Minute kassierte Tor brachte den Iserlohner Keeper dermaßen aus dem Konzept, dass in den nächsten 10 Minuten bei ihm nichts mehr zusammenlief. Kaum ein Puck wurde festgehalten. So hatten die Hamburger leichtes Spiel und nach 13 Spielminuten stand es bereits 3:1 für die Gastgeber. Der eingewechselte Lange durfte ebenfalls gleich hinter sich greifen. Zur Pause stand es dann 4:1. Eigentlich ein beruhigender Vorsprung aus Hamburger Sicht.
  • Die Roosters kamen wie die Feuerwehr aus der Kabine und waren plötzlich dran. Binnen 10 Minuten fiel die Hamburger Abwehr wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Die Unzufriedenheit mit der Situation stand den Spielern ins Gesicht geschrieben. Gerade der erfolgreiche Bauerntrick gegen Dimitri Kotschnew, der diesen Fehler aber später mit einem sehr guten Save bei einer 1:1-Situation wieder wettmachte, gab den Spielern vom Seilersee wieder Auftrieb. In dieser Phase zeigten die Hamburger das zweite Gesicht dieses Nachmittags. Ein Verhalten in der Defensive, das nicht einmal für die DEL2 langen würde. Mit 6:4 ging es in die zweite Pause.
  • Im letzten Dritteln ging den Rooster (denen 5 Leistungsträger fehlten) dann doch die Puste aus. Und die Freezers konnten alles zum Rekordsieg klar machen.

    Das 9:4 wird dem Spielverlauf nicht gerecht, zumal nach meiner Zählung allein 3 Treffer der Hamburger eher als Eigentore der Roosters zu sehen sind. Über die gesamte Spielzeit geht der Erfolg der Freezers aber in Ordnung. Die Roosters trafen einige Male das schon leere Tor nicht. Und zum Siegen gehört eben auch das Einnetzen.

13 Tore in einem Spiel erfreuen zwar das Publikum und Fernsehzuschauer. Sie sind im modernen Eishockey auch aber ein sicheres Zeichen dafür, dass da etwas nicht stimmt und es reichlich Arbeit für die Trainer gibt. So auch in Hamburg (wenn man dort die blaue Brille abnimmt): Wenn es Serge Aubin nicht in den nächsten vier Wochen gelingt, die Defensive zu stabilisieren, sind die Hamburger nicht bereit für die Playoffs. Denn zu einem Fortkommen in den Finalrunden gehört neben Offensive eben auch eine starke Defensive. Das zeigt auch die oben empfohlene Website.

Ich bin mir sicher, er wird sich erkennen. Deswegen ein kleiner Hinweis. Einige Beiträge dort werden insbesondere von fettleibigen und zur Rechthaberei neigenden Sportschreiberlingen schwer zu verstehen sein, diese sollten es nicht aufgeben, die Materie intellektuell zu durchdringen.

Das Gesabbel vom nächsten Schritt und die Hamburg Freezers (23.1.2015)

»Neue Besen kehren gut« – diesen Ausspruch kennt wohl jeder. Bei den Hamburg Freezers ist (war) der neuer Besen in diesem Sinne Co-Trainer Serge Aubin, der den erfolglosen Benoit Laporte beerben durfte bzw. musste. Nicht nur die Fans, sondern auch Sponsoren und vor allen Dingen der sportliche Direktor Stéphane Richer verloren mit Laporte die Geduld. Richer war im Sommer der Königtransfer gelungen, Top-Scorer Kevin Clark an die Elbe zu lotsen. Kein preiswertes Unterfangen. Nur kam besagter Clark mit dem System Laporte nicht sonderlich gut zurecht.

In der Liga selbst (bzw. bei den Anhängern einiger Clubs) sind die Freezers immer noch der »Retortenclub«, der am unermesslichen Tropf der Anschutz-Gruppe hängt und unbegrenzt Geld zur Verfügung hat. Tatsächlich ist der Spieleretat eher im Mittelfeld angesiedelt. Wobei es da in DEL ohnehin schon recht eng zugeht, Ausnahmen wie Red Bull und Mannheim einmal unbetrachtet.

Da man sich mit Dimitri Kotschnew und Sébastien Caron den Luxus eines recht teuren Goalie-Duos leistet (warum Kotschnew als Nummer zwei eigentlich zu teuer ist, steht in diesem sehr lesenswerten Artikel ), muss dann an anderen Stellen des Etats gespart werden. Deutlich preiswerter arbeiten zum Beispiel die beiden Spieler Pohl und Sertich. Zu preiswert, wie sich herausstellen wird. Mit Fug und Recht dürfen beide als Totalausfälle bezeichnet werden.

Sertich kommt nicht im Ansatz an seine Leistungen in Iserlohn heran. In Patrick Pohl hat wohl nur die sportliche Leitung etwas gesehen, was gar nicht da ist.

Mit spitzem Bleistift wurde ein kleiner Kader zusammengestellt. Ein Kader, der eigentlich nur dann ausreicht, wenn tatsächlich auch alle Spieler fit sind und Leistung erbringen.

Die Sache mit den Verletzten

Leider mussten sich die Freezers seit Beginn der Saison mit verletzten Spielern herumschlagen. Teilweise bereits seit der Saisonvorbereitung. So stand ein Frederick Cabana (der allerdings schon unter Laporte nicht glänzen konnte) faktisch nie auf dem Eis. Es hagelte Finger- und Gelenkbrüche und ausgekugelte Gelenke. Von Seuche und Pech ist und war die Rede. Benoit Laporte stand bereits seit den ersten Spielen kein vollständiger Kader zur Verfügung. Dies gilt auch für Aubin.

Allerdings müssen sich die Freezers auch die Kritik gefallen lassen, sich in das Abenteuer der CHL eingelassen zu haben. Statt die Reihen sich erst einmal in Spielen gegen so genannte »Aufbaugegner« finden zu lassen, wurde gegen europäische Top-Teams gespielt. Denen man sportlich aber so gar nicht das Wasser reichen konnte.

Das Ergebnis. Eine angeschlagene Psyche und ein immer ruhiger werdender Coach, insbesondere als sich der Negativtrend dann auch in den ersten Wochen der DEL-Saison fortsetzte. Laporte forderte ein Durchhalten, sah sich aber nicht in der Lage, die Spielstrategie der Personalnot und dem neuen Regelwerk anzupassen.
Die Freezers zogen die Notbremse und beurlaubten ihren Chefcoach.

Der Impuls des neuen Trainers …

Die Verpflichtung von Serge Aubin kam dann doch einigermaßen überraschend. Denn weitergehende Erfahrungen in seinem Metier konnte der neue Coach nicht vorweisen. Es mangelt noch an der formalen Qualifikation, die aber nachgeholt werden soll. Der Personalwechsel fruchtete indes.

Wohl keine Mannschaft dürfte auf dem Standpunkt beharren, alles richtig gemacht zu haben, wenn die Spitze ausgetauscht wird. Es wurde mehr gekämpft, das kritisierte Powerplay zeigte plötzlich Erfolge und eine kleine Straße an Siegen begann. Vom Tabellenende kämpften sich die Freezers bis unter die ersten drei. Eine beachtliche Leistung.

Nachhaltig oder Impuls – das ist und war die spannende Frage. Die Ergebnisse seit dem Jahreswechsel lassen vermuten, dass es sich eher um einen Impuls gehandelt hat.

Willkommen auf dem Boden der Tatsachen

Wer sich einmal die Statistiken durchaus erfolgreicher Trainer ansieht, stellt rasch fest, dass sich die Bilanz aus Sieg und Niederlagen im arithmetischen Mittel von 50 zu 50 bewegt. Es ist eine Gesetzmäßigkeit, dass auch Aubin Niederlagen (auch in Serie) erleben muss. Allerdings gab es eine Reihe von Vorschusslorbeeren für den neuen Trainer. Einerseits betonte Sportchef Richer in öffentlichen Stellungnahmen früh, dass es Aubin gelungen sei, der Mannschaft ihre Identität wiederzugeben. Und vor wenigen Tagen wurde der Vertrag mit dem Headcoach dann verlängert, mit der durchaus beachtenswerten Begründung, dass ihm die Zukunft gehöre.

Umso mehr, als ich derzeit keine wesentlichen Veränderungen gegenüber seinem Vorgänger ausmachen kann, außer der von den Spielern stets betonten Rückkehr von »Spaß auf dem Eis«.

Fehlende Disziplin und Cleverness

Machen Sie sich doch einmal die Mühe, und lesen Sie in Ruhe die Vorberichte der vergangenen Spiele. Sie werden häufig genug die Aussage finden, dass diszipliniert gespielt werden müsse. Dass gerade bei einem kleinen Kader es enorm wichtig sei, dass man von der Strafbank fernbleibt.

Und dann sehen Sie sich die nackten Zahlen an. Es lässt sich nicht weg diskutieren. Es mangelt an Disziplin.

Sie rennen offene Türen bei mir ein, wenn Sie betonen, dass die DEL ein Schiedsrichterproblem hat. Aber das hat sie nicht seit gestern. Und vor der Herausforderung stehen auch alle anderen Teams.

So spektakulär ein Faustkampf auch ist. Er muss nicht sein. So sehr es Christoph Schubert auch reizt, einen krachenden Check zu landen. In eigener Über- oder gar Unterzahl muss der nicht sein. Hier klappt anscheinend etwas nicht in der Kommunikation zwischen Trainer und Mannschaft.

Ständige Unterzahl ermüdet. Noch dazu, wenn Spieler fehlen und die heiße Phase der Saison beginnt, wo extrem viele Spiele in kürzester Zeit folgen. Hier müsse man »clever spielen«. Und wenn sich die Mannschaft an sein System halte, könnte sie Kraft sparen. So Aubin in einem Vorbericht.

Auch hier scheint es noch Koordinationsschwierigkeiten zwischen Trainer und Mannschaft zu geben. Denn diese clevere Spielweise haben die Männer um Kapitän Schubert noch nicht gezeigt. Viel Laufarbeit, mit zum Schluss wenig Ertrag. Spätestens Ende des zweiten Drittels geht dann die Puste aus. Kein Wunder bei ständiger Unterzahl und vielen Scheibenverlusten, die dann durch Laufarbeit wieder eingefangen werden muss.

Eine wirklich alte Weisheit des Eishockeys besagt, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Tor steigt, wenn die Scheibe möglichst häufig und einfach vor den gegnerischen Kasten gebracht wird. Hier muss leider eine deutliche Tendenz zum Schönspielen attestiert werden. Sieht oft gut aus, es mangelt aber an Ertrag. Inzwischen auch vereinzelt an Selbstvertrauen. Kevin Schmidt, Ende der vergangenen Saison noch als Kandidat für die Nationalmannschaft gehandelt, läuft seit Monaten dieser Form hinterher.
All das zusammengenommen, ist es nicht verwunderlich, dass die alte Heimstärke der Freezers inzwischen futsch ist. Im vergangenen Jahr hoffte man auf eine Platzierung unter den ersten vier, um das wichtige Heimrecht zu erhalten. In dieser Saison spielt das eigentlich keine Rolle mehr.

Trotzige Torhüterrotation

Serge Aubin hält an der aus meiner Sicht unerklärlichen Torhüter-Rotation fest. Trainer und Torhüter betonen ständig, dass sie mit dem Thema professionell umgehen.
Allerdings wollen Spieler natürlich Eiszeit bekommen. Und der Wechsel kann auch als mangelndes Vertrauen verstanden werden. Die Verteidiger müssen sich von Partie zu Partie umstellen. Ob das tatsächlich zur Ruhe und zu einer konstanten Spielweise beiträgt, wage ich persönlich zu bezweifeln.

Ob es nun an dem permanenten Wechsel liegt, vermag natürlich niemand verlässlich zu sagen. Fakt ist aber, dass sowohl Kotschnew als auch Caron extrem schwankende Leistungen erbringen und Spiele zu selten festhalten. An beide haben sich die Freezers aber vertraglich langfristig gebunden.

Es ist schon Ironie, dass der in Hamburg gescholtene Niklas Treutle derzeit statistisch der beste Torhüter der Liga ist. Seine Anlagen waren bereits in Hamburg zu erkennen, aber hier musste er dann Caron weichen.

Die Sache mit den neuen Besen… Sie erinnern sich. Apropos. Bei den anderen DEL-Vereinen leistet man sich den Luxus des ständigen Wechsels weniger.

Wann liefern die Führungsspieler etwas ab?

Seit dem Jahreswechsel haben die Hamburg Freezers lediglich eine Partie (knapp) gewonnen. Eine streng genommen nicht bessere Bilanz als in den Tagen Benoit Laportes. Indes betont die Hamburger (Fach-) Presse, die sich in merkwürdiger Kritiklosigkeit und anbiedernder Nähe zur Franchise befindet, dass keine Panik angesagt sei.

Jeder Bericht, der sich mit dem HSV auseinandersetzt, ist inzwischen kritischer als alles, was zu den Freezers veröffentlicht wird. Oder gibt es bei Artikeln über die Freezers nicht dieses Kitzeln, das sich bei Schreibern und Lesern einstellt, wenn über den Untergang berichtet wird?

Die Stellungnahmen nach den Spielen ähneln fast schablonenartig den Aussagen Laportes:

  • Die vielen Verletzten und die daraus resultierende Eiszeit der anderen Spieler bringen eine mentale Müdigkeit mit. Diese führt zu Fehlern, die der Gegner eiskalt ausnutzt.
  • Die Freezers müssten ständig in Unterzahl spielen, weil sie zu viel Strafzeiten kassieren. Und das, obwohl man sich vor jedem Spiel vornimmt, der Strafbank fern zu bleiben.
  • Insgesamt habe man aber gut gespielt. Nur individuelle Fehler gemacht.
  • Die Saisonziele bleiben unangetastet.

Die Aussagen des Trainers werden dann stets von Thomas Oppenheimer und Kapitän Christoph Schubert bestätigt. Zwei ausgesprochene Führungsspieler. Dieser Anspruch zeigt sich derzeit aber lediglich in der öffentlichen Wahrnehmung oder vielleicht in der Kabine. Aber nicht auf dem Eis.

Schubert leistet sich zum Teil extrem riskante (Fehl-)Pässe in der eigenen Zone, lässt sich auf Laufduelle ein, die er nicht (mehr) gewinnen kann, und präsentiert sich gerade hinter dem eigenen Tor als unsicher. Thomas Oppenheimer trifft das Tor nicht. Sein Spiel (gerade im Powerplay) wirkt ideenlos, und auch er erlaubt sich an der blauen Linie haarsträubende Fehler.

Statt sich in den Analysen zu verlieren, wäre es schön, wenn beide mal die Leistung abrufen würden, die von ihnen als Führungsspieler und unter monetären Gesichtspunkten erwartet werden darf.

Fazit: Das Gerede vom nächsten Schritt

Die Punktebilanz der ersten vier Wochen in diesem Jahr ist verheerend. Die Fans auf Facebook trösten sich mit dem Gedanken, dass dies ja alles das berühmte Jammern auf hohem Niveau sei. Andererseits schmilzt der Punkteabstand von Spieltag zu Spieltag. Und so weit entfernt ist der Platz 7 nun auch wieder nicht.

Auf wen auch immer die Mannschaft von Serge Aubin in den Playoffs trifft. Leichtes Spiel hatten die Freezers in der Hauptrunde mit keinem Gegner.

Wenig, bis gar nichts ist Serge Aubin bisher gegen das Spielsystem von Uwe Krupp eingefallen. Sowohl gegen Köln (ehemalige Wirkungsstätte) als auch gegen Berlin (neuer Arbeitgeber Krupps) tat man sich schwer, überhaupt die neutrale Zone zu überbrücken.

Auch besonders körperbetontes Spiel wie es der ERC Ingolstadt oder die DEG praktizieren, liegt den Hamburg Freezers nicht. Am überzeugendsten waren die Spielzüge noch gegen München und Mannheim. Eine Begegnung mit diesen Mannschaften in der ersten Runde der Playoffs ist nicht ausgeschlossen, aber (mit Glück) unwahrscheinlich. Es geht also gegen Gegner, die entweder besonders heimstark sind oder gerade dem Spielsystem der Freezers nicht entgegenkommen.

Doch, doch. Die Hamburg Freezers haben sich mit ihrem kleinem Kader und den personellen Turbulenzen (Langzeitverletzte, Cabana usw.) gut aus der Affäre gezogen. Aber sie werden auch in diesem Jahr definitiv nicht den »nächsten Schritt« machen.

  • Ein Einzug in das Finale ist derzeit eher unwahrscheinlich.
  • Die Zuschauerzahlen stagnieren und entsprechen nahezu dem Vorjahresniveau.
  • Der Mannschaft mangelt es an Konstanz (verniedlichend als »Wundertüte« bezeichnet).

Diesen nächsten Schritt hat aber ohnehin nur die überschaubare Schar der Lokalpresse erwartet und gefordert. Wie sagte ein großer deutscher Journalist mal so schön: Man dürfe sich als Journalist nicht gemein mit einer Sache machen. Statt Heimgeschichten wäre mir in diversen Sportteilen mal eine Analyse der Spielweise und kritische Fragen zum Fortgang deutlich lieber.

Aber das mag persönlicher Geschmack sein.

Als Meisterkandidat fehlten die Hamburger in den Meinungsumfragen der Fachpresse vor Saisonbeginn.

Und das ganz zurecht. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr… In dieser Saison braucht es dazu mehr als ein Eishockeywunder. Und die sind selten.