AVDC – ein neues Heft von VNU (Update)

Vom „VNU-Verlag“:http://www.vnu.de, der auch die Zeitschrift „PC Professionell“ herausgibt, gibt es ein neues Heft. Ich stelle mal an den Anfang dieser kurzen Besprechung ein Zitat aus der Nullnummer, die auf der CeBIT kursierte:

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bq. „Schrauben ist out. Genießen ist in. Keine ewigen Klickorgien, sondern das Beste sehen, das Netz erfahren und Spaß haben“

Zusammen mit den enthusiastischen Ankündigungen der Anzeigenabteilung, hätte ich tatsächlich mehr erwartet.

* Titelbild: Dafür, dass Schrauben out ist, wird das Titelbild denn doch stark von gestapelten Computern dominiert. Die sehen zwar schick aus, und sind auch erst auf den zweiten Blick als PC zu erkennen, der Turm hätte aber auch eine Ausgabe der PC Direkt (rip) entstammen können.

* Layout: Das Heft selbst präsentiert sich in modernem Layout, mit allen Vor- und Nachteilen einer um den Zeitgeist buhlenden Gestaltung. Besonders grauslich: Das Inhaltsverzeichnis. Mit den gesperrten Schriften kann man das auch weglassen. Schnell mal am Kiosk nachschauen was denn der Inhalt zu bieten hat, ist damit nicht möglich.

* Text: Textlich wird immer noch viel geschraubt: Den Texten merkt man an, aus welchem Stall denn der Titel stammt. Der Sprachstil ist mehr einem Fachblatt denn einem Lifestyle-Titel, der ein Magazin sein möchte, zuzurechnen.

Persönlich anmassend habe ich für einen Titel, der jetzt am Kiosk liegt und somit Ende April erschienen ist, dass er die Höhepunkte aus seiner Sicht für Juni(!) offeriert. Warum denn nicht gleich für August oder Dezember?

*Fazit*: Mit 5,95€ ist AVDC nicht gerade ein Schnäppchen. Vom eigenen Anspruch ist das Team um Thomas Jannot noch weit entfernt. Dringend überarbeitet werden sollte das Inhaltsverzeichnis und wenn dann auch der Lötkolben-Sprech reduziert wird, kann AVDC seine Leser finden. Aber wirklich neu, ist das Konzept nicht. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere T3 (Tomorrows Technology Today)?

Update: Der Chefredakteur Thomas stellt in seinem Blog eine „positive Rezension“:http://jannot.blogspot.com/2005/05/avdc-berzeugt-auf-ganzer-linie.html vor und erwähnt auch dieses Blog. Doof, dass er mir hier seinen Vornamen gibt. Aber richtig doof ist ein anonymer Kommentar, der ihn zwar auf diesen Fehler hinweist (Danke Zielgruppe!), aber das Wort Name mit „h“ schreibt. Naja…ich schau mir mal die nächste Ausgabe an

9 Gedanken zu „AVDC – ein neues Heft von VNU (Update)

  1. roadshopper

    Hallo Herr Lamprecht, zufällig bin ich ein begeisterter Leser von AVDC, weshalb ich Ihre persönliche Einschätzung über diese neue Zeitschrift überhaupt nicht teilen kann. Was mich nicht stören würde, wenn Ihr Blog persönliche Meinungen von neutralen Nachrichten sauber trennen würde. Einige Formulierungen in Ihrem Post erwecken in mir jedoch den Eindruck, dass Sie diese Zeitschrift überhaupt nicht gelesen haben. Sie kratzen nur *marginal* an der Oberfläche wie bei einem ersten schnellen Eindruck aus dem Augenwinkel vor dem Zeitschriftenregal. Keine Rede von dem wirklich seltenen Musikvideo, den aufwändigen Tests und kritischen Storys zu aktuellen Problemen in der digitalen Welt. Bleiben Sie fair, wenn Sie mich als Leser Ihres Blogs behalten wollen. Danke, Kathrin

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  2. Ein Abonnent

    AVDC besteht keineswegs nur aus einem Titelfoto und einem Inhaltsverzeichnis, die einem Blogger missfallen. Diese Zeitschrift bietet viel mehr wirklich lesbare Artikel, die auch in guten Nachrichtenmagazinen veröffentlicht sein könnten. Zum Beispiel der rührende Beitrag über B.B. King und Joan Baez im Hochsicherheitsgefängnis Sing Sing, passend zum Musikvideo, das ich einfach großartig finde. Oder die Geschichte „Nie wieder Wembley“ über IT im Fußball, die einfach genial ist. Auch die Interviews mit wichtigen Persönlichkeiten zum Thema VOIP haben nichts mit „Lötkolben-Sprech“ am Hut. Genauso wie die vernichtende Analyse der Klingelton-Abzocker. Ich könnte jetzt noch mehr Beiträge auflisten, die eine tiefgründigere Beurteilung verdient hätten. Aber genau das sollte Aufgabe der Schreiber und nicht der Leser sein. Ein zufriedener Abonnent, der Blogs blad nicht mehr liest, wenn sie weiter oberflächliche Meinungsäußerungen wie Möchtegernjournalisten als Meldungen verbreiten.

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  3. Stephan

    Hallo roadshopper,

    Was mich nicht stören würde, wenn Ihr Blog persönliche Meinungen von neutralen Nachrichten sauber trennen würde. Einige Formulierungen in Ihrem Post erwecken in mir jedoch den

    Naja..das Blog hier soll ja gerade auch persönliche Meinungen transportieren. Ich habe das Heft durchaus gelesen (wenn auch nicht jede Seite, aber mich dazu zu bringen, gelingt nur wenigen Objekten) und finde es eben nicht gelungen. Besonders vor dem Hintergrund des Tamtam von VNU selbst. Getrommelt wurde wie zu Pl@net-Zeiten, nur dieses Heft hatte wirklich Substanz.

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  4. Stephan

    Hallo Abonnent,

    Ein zufriedener Abonnent, der Blogs blad nicht mehr liest, wenn sie weiter oberflächliche Meinungsäußerungen wie Möchtegernjournalisten als Meldungen verbreiten.

    Wenn Du denn so zufrieden bist, hätte die Nennung Deiner wirklichen E-Mail Adresse, die hier ja nicht veröffentlicht wird, gut getan. Erstaunlich, dass Du Dich nach einer Nullnummer und gerade mal einer Ausgabe schon als zufrieden bezeichnest.

    Wenn Du Blogs nicht mehr lesen möchtest, dann ist das halt so. Ich denke, Du solltest Dich mit Blogs nochmal beschäftigen. Das ist hier kein Nachrichtendienst, sondern subjektive Kommentare zu verschiedenen Themen.

    Und: Ich habe das Heft nicht in Bausch und Bogen verurteilt, sondern denke, es kann durchaus seine Leser finden. Aber Feintuning ist dringend notwendig. Als letztes: Gerade das Musikvideo erweckt den Eindruck als hätte es VNU einfach nicht hinbekommen, die Rechte für einen Kinofilm zu bekommen (was wahrlich nicht einfach ist).

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  5. Thomas Jannot

    Hallo Stephan,
    haben Sie vielen Dank, dass Ihnen AVDC einen Eintrag in Ihrem Weblog wert ist. In dem einen oder anderen Detail, das Sie bemaengeln, geloben wir durchaus auch Besserung. Nur eine Anmerkung zum Thema Musikvideo, die uns wirklich wichtig ist: Die Rechte fuer ein legendaeres Musikvideo sind deutlich teurer als fuer einen Spielfilm. Das liegt im Wesentlichen an den komplexeren Lizenz- und Gemagebuehren. Das ist u.a. auch ein Grund fuer den hoeheren Copypreis. Abgesehen davon ehrt uns Ihr Vergleich mit Pl@net. Schliesslich hat der ehemalige Chefredakteur dieses legendaeren Internetmagazins, Dr. Giesbert Damaschke, auch die ausfuehrliche Story ueber B.B. King und Joan Baez live in Sing Sing auf dem Musikvideo in der Erstausgabe von AVDC geschrieben 😉
    Wir freuen uns auf den naechsten Kommentar von Ihnen und verbleiben mit freundlichen Gruessen, Thomas Jannot, Chefredakteur AVDC

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