Orkut – stell Dir vor Du bist drin

Lange hat es gedauert, bis ich endlich eine Einladung zu Orkut erhalten habe. Immer wieder habe ich die „Orkut Seite“:http://www.orkut.com besucht, weil ich meinte, irgendwann müsse ja nun der Beta-Test beendet und der Dienst frei verfügbar sein. Zwar kannte ich ein Orkut-Mitglied persönlich, da ich mich mit diesem aber nicht so richtig gut verstehe, habe ich ihn lieber nicht um eine Einladung gebeten.

Nun bin ich halt Mitglied in diesem neuen sozialen Netzwerk (Danke Armand)! Es mag daran liegen, dass ich prinzipiell mit -diesen- solchen Veranstaltungen ein Problem habe (was ich nicht glaube), oder es liegt daran, dass ich so lange auf den Zugang warten musste und meine Erwartungen entsprechend hoch, aber: auch Orkut kocht nur mit Wasser und kombiniert die üblichen Dienste und Plattformen solcher geschlossenen Gemeinschaften.

!https://news.lamprecht.net/wp-content/images/orkut_1.jpg!

Vor die vollwertige Mitgliedschaft haben die Betreiber den Anmeldeprozess gesetzt. Es folgt eine umfangreiche Fragestunde: Angefangen vom Namen über das Geburtsdatum bis hin zu Lieblingsbüchern, Filmen und Musikrichtungen. Darüber hinaus soll auch in Erfahrung gebracht werden, ob Sie verheiratet sind, und gerade deshalb, oder gerade deshalb nicht, einem Flirt abgeneigt. Dazu haben Sie die Möglichkeit, geschäftliche und private Kontaktdaten zu hinterlegen und den anderen Mitgliedern zu verraten, warum Sie denn nun Mitglied geworden sind. Eine Bildschirmseiten später sind Sie am Ende der Anmeldung, und…

Dann ist man…drin. Und…allein. Mit Ausnahme desjenigen, der Sie eingeladen hat, kennen Sie niemanden. Achja: Orkut möchte dann gleich von Ihnen wissen, ob Sie den Einladenden denn nun auch wirklich kennen, also so im Sinne von „Kennen“, um den Kontakt zu bestätigen, oder ob es sich doch eher um einen flüchtigen Bekannten handelt. Auch die Bestätigung des Kontaktes hilft Ihnen nicht weiter: Sie sind zunächst einmal allein. Wäre ja auch nicht so schlimm, wenn Orkut sich nicht den Charme einer Undergrund-Bar aus den 80er Jahren geben würde. Alles Cool, aber jeder macht sein Headbanging allein. Möglicherweise steckt dahinter aber auch wieder Methode: Denn was macht das neue Mitglied? Es klickt auf den so auffälligen Personeneintrag desjenigen, der einen hierher gebracht hat.

Okay…nur einen Mausklick entfernt sind die Profile der Freunde meines Kontakts. Außerdem habe ich Zugriff auf seine hinterlegten Interessen und sehe, welchen Gemeinschaften er angehört. Gemeinschaften? Da sind Sie also wieder, die klassischen Foren, die genauso organisiert sind wie sie überall und immer schon waren. Thematische Bretter und schlichte Editoren. Von einem solchen Forum ist es dann auch schon nicht mehr weit bis zu einer Forenübersicht.

Wer dort dann nach Themen sucht, die ihn interessieren, begreift schnell was die kleine Fußnote „In affiliation with „google“:http://www.google.de“ bedeutet. Getreu des Mottos der hüpfenden Microsoft-Büroklammer „Ich bin der Meinung, dass Sie gerade einen Brief schreiben wollen“, erhalten Sie Angebote zu weiteren Gemeinschaften, die ganz prima zur aktuellen Gemeinschaft passen sollen Algorithmen sind halt so eine Sache: Ich gebe bei Google beispielsweise ganz oft Sachen ein, die ich dann tatsächlich auch so gemeint habe und empfinde die freundliche Frage, ob ich denn nicht vielleicht etwas ganz anderes gemeint haben könnte, eher despektierlich. So habe ich die zusätzlich angebotenen Gemeinschaften als nicht wirklich zu mir und den anderen Themen passend empfunden. Von meiner Begegnung mit dem Account eines offensichtlichen Trolls habe ich an dieser Stelle ja „bereits berichtet“:https://news.lamprecht.net/index.php?p=130.

Sieht man sich die erweiterten Funktionen an, die sich in der Navigationsleiste befinden, scheint es bei Orkut in erster Linie um die Anbahnung zwischenmenschlicher Kontakte unter besonderer Berücksichtigung des Paarungswunsches zu gehen. Als Nutzer kann ich mich zum Fan einer anderen Person erklären oder aber jemanden besonders toll finden und auf eine entsprechende Liste setzen. Und, ganz verrückt: Wenn der andere mich auf seine Liste setzt, erhalten wir beide eine Nachricht, dass zu einer Übereinstimmung gekommen ist. Wunderbar, oder?

Ich würde Ihnen gern noch viel mehr über Orkut berichten, aber leider habe ich nicht mehr gefunden, da bei ganz vielen Funktionen derzeit Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Augenscheinlich arbeiten die Systemadministratoren sehr gründlich, denn die Arbeiten dauern nun schon eine ganze Weile an.

*Fazit:* Orkut-Accounts sind begehrt, weil es ohne Einladung nicht möglich ist, den Dienst zu nutzen. Könnte jeder einfach Mitglied werden, um sich ein eigenes Bild zu machen, hätte sich schon längst die Kunde verbreitet, dass auch dieser Kaiser eigentlich als nackt bezeichnet werden muss. Keine der Funktionen dieses sozialen Netzwerks ist wirklich innovativ, die Benutzerführung wirkt stellenweise noch wie ein früher Entwurf. Wer noch nicht bei einem vergleichbaren Dienst Mitglied sein sollte, macht mit der Orkut-Mitgliedschaft nichts falsch, sollte aber auch einmal über Alternativen nachdenken. Erfahrene Internetnutzer finden hier aber nichts, was sie nicht schon kennen.

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53 Antworten auf Orkut – stell Dir vor Du bist drin

  1. carlos fasching 21/6/2007 at 15:32 #

    ich hätte auch gern eine Einladung für Orkut – und danke schonmal im voraus.

    mfg
    charly

  2. Viktor 10/9/2007 at 18:17 #

    Hallo, würde mich auch über eine Einladung freuen, vll. auch für Freundeweb.de , wenn möglich!

    danke im voraus, gruss viktor

  3. carlos Fasching 2/4/2008 at 21:51 #

    Hola

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