Viola Roggenkamp: Familienleben

Ich habe dieser Tage das wunderbare Buch „Familienleben“ von Viola Roggenkamp beendet. Die bekannte Publizistin stellt damit ihren ersten Roman vor. Vorweg: Das Debüt in diesem Genre ist vollkommen gelungen.

Mit viel Witz erzählt die Autorin das Familienleben eines jüdischen Frauenhaushalts im Hamburg der 60er Jahre. Alma Schiefer ist das Oberhaupt der Familie, das über das Treiben der Kinder wacht, sie besorgt versucht von der Aussenwelt abzuschirmen. Fania, 13 Jahre alt, die Ich-Erzählerin und Hauptperson des Romans, hadert mit der deutschen Sprache und ihren Klassenkameradinnen. Aufmerksam beobachtet Sie die Entwicklung Ihrer größeren Schwester und wartet dabei fast verzweifelt auf ihre erste Periode, auf das Ende der Kindheit.

Nur an den Wochenenden ist auch der Vater Paul anwesend, der als Handelsvertreter für Brillengestelle die Woche über unterwegs ist und mit dessen Hilfe die Mutter das Dritte Reich überlebt hat. Als sich dann die Gelegenheit für die Familie zu ergeben scheint, dass Haus, in dem die Familie lebt, zu erwerben, muss Alma aktiv werden.

„Familienleben“ ist ein rührendes, zugleich witziges Buch. Ein Zeitgemälde der Bundesrepublik in den 60er Jahren und zugleich ein Entwicklungsroman.

Kurzum: Absolut *lesenwert*.

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