Das Kanzleramt – oder wie Lieschen sich das alles vorstellt

Man nehme Erfolgsstorys des ZDF: Eine Prise „Schwarzwaldklinik“, etwas „Unser Charly“, moderne Optik und Schnitte wie bei „Ein starkes Team“, alles garniert mit tollen Schauspielern wie Vadim Glowna, Klaus-J. Behrendt oder unserem Lehrer Specht, äh Robert Atzorn. Wohl schmeckende Zutaten sollte man meinen. Leider ist das Rezept, zumindest der ersten Folge, über eine Auflistung der Zutaten nicht hinaus gekommen.

Keine Frage: Auch ein Minister kann Alkoholprobleme haben, insbesondere wenn seine Frau im Sterben liegt. Schlimm, wenn er dann in Barschel-Manier zu Psychopharmaka greift, noch schlimmer wenn er völlig außer Kontrolle geraten, dann gegen seinen eigenen Bundeskanzler und dessen Politik wettert. Das alles könnte passieren, oder auch nicht passieren. Gepresst in 45 Minuten ist dabei aber weder ein glaubwürdiges Psychogramm herausgekommen, noch erschienen mir die weiteren Handlungsstränge zwingend erzählt.

Als zum Ende der ersten Folge hin, dann auch noch die Tochter des Bundeskanzlers trampend vor dem Amtsitz stand und vom Objektschutz um ein Haar wieder abgewiesen worden wäre (au wei, au wei), war dann der Gipfel von Aneinanderreihungen unzusammenhängender Originalitätsversuche erreicht.

Kurzum: Was als „DAS Fernsehereignis“ vom ZDF angekündigt wurde, erwies sich denn noch nur als Ragout, das noch nicht einmal besonders delikat war.

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