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Aua, das tat weh – Hamburg Freezers vs. EHC München 12.09.2014

Keine Frage – den Start in die neue DEL-Saison hätten sich Fans und Mannschaft der Hamburg Freezers sicher anders vorgestellt. Über 8.500 Zuschauer kamen in die O2-World und signalisierten: “Wir haben Bock auf Eishockey” – es sollte ein durchwachsener Abend werden.

Vor dem Spiel

Etwas indisponiert präsentierte sich gleich zu Beginn der DJ. Ausgestattet mit rosa Kopfhörern schien er sich in anderen Sphären zu bewegen. Der Lärmpegel war so hoch wie seit Jahren nicht mehr.

Chronistenpflicht ist beim ersten regulären Saisonspiel natürlich auch, ein Wort zur Einlaufshow zu verlieren. Das Marketing scheint sich gedacht zu haben, dass eine Kombination aus den Elementen perfekt sein müsste, bei denen das Publikum in der Vergangenheit laut grölte. Herausgekommen ist die aseptischste Schau seit Jahren. Ein paar Fitnessbilder, die Landkarte rund um die Hansestadt, ein paar rockige Klänge.

Unfassbar suchen die Hamburger Freezers im 11. Jahr immer noch ihre Identität. Dazu passte das vom Fan-Announcer völlig verpatzte Hereinholen der Mannschaft. Und wie immer – wenn es eine neue hochmütige Folge von “Freezers Street” gibt, gehen die Freezers baden. Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.

Die Stadionsprecher lernten vielleicht besser Englisch oder die Regeln des Spiels, statt bemüht witzig zu sein. Die “gedankliche Linie” befindet sich beim Hybrid Icing nicht unmittelbar hinter der blauen Linie. Wäre auch albern, weil man statt der gedachten Linie dann ja gleich die vorhandene, blaue, nehmen könnte. In den Pausen könnte nach 3 Jahren vielleicht langsam auch mal etwas anderes passieren, wenn man denn unterhalten will.

Das Spiel

Zum Spielverlauf: Die Männer um Benoit Laporte wollten es besser als in der CHL machen. Sie gingen beherzt und mit Kraft zur Sache. Und wurden belohnt. Das 1:0 nach knapp 5 Minuten im Powerplay. Das sah so gut wie seit Jahren nicht aus. Viel Bewegung und schöne Kombinationen.

30 Sekunden später gab es dann aber auch bereits den Ausgleich. Nach einem Geschenk der Freezers. Und solche Geschenke gab es an diesem Abend noch häufiger. Wann immer der Puck nicht sofort aus dem eigenen Drittel herausbefördert werden konnte, wurde es gefährlich. Denn hinter dem eigenen Tor war das Fehlen von Schubert und Westcott deutlich spürbar.

Ab Mitte des zweiten Drittels war der Spielstand dann eigentlich nur noch Makulatur. Statt geordneten Spiels brannte es nach dem Ausscheiden von Brett Festerling lichterloh in der Abwehr. Ein glänzend aufgelegter Caron mühte sich nach Kräften, aber zum Schluss waren die Beine schwer und die Mannschaft um Schadensbegrenzung bemüht. 16 zu 56 Schüssen sagen über den Spielverlauf eigentlich alles aus. Der Sieg der Münchner geht vollkommen in Ordnung. Dessen Höhe schmerzt und erweckt den Eindruck eines völlig eindeutigen Spielverlaufs. Ganz so einfach war es dann aber für den neuen Luxus-Kader aus der bayerischen Landeshauptstadt doch nicht.

Meine Spielerwertung

Gut drauf waren: Caron, Krämmer, Jakobsen. Besonders das Zusammenspiel zwischen diesen beiden scheint sich immer mehr zu finden. Und Lars Brüggemann leitete die Partie souverän wie lange nicht mehr.

Kevin Schmidt stand gefühlt zum Schluss nur noch auf dem Eis und ackerte sich nach Kräften ab. Auch Klassen macht einen sehr stabilen Eindruck.

Der Penalty geht zwar auf die Kappe von Matt Pettinger, aber der Mann zeigt es teilweise in Sachen Zweikampf den jungen Spielern und steht überdurchschnittlich oft einfach richtig.

Das Tor von Sertich darf meiner Ansicht nach nicht darüber hinwegtäuschen, dass er und Clark derzeit noch zu wenig Spielzüge kreieren. Gerade bei Clark muss noch mehr kommen, zumal er sich ganz offensichtlich beim Back-Checking mehr als unwohl in seiner Rolle fühlt.

Ebenfalls unter ihren eigentlichen Möglichkeiten spielen derzeit Oppenheimer und Flaake.

Für mich derzeit die absolute Enttäuschung ist jedoch Patrick Pohl. Schwach in den Zweikämpfen, spielt er weder ein besonders intelligentes noch fehlerfreies Eishockey und meidet offensichtlich körperliche Härte. Da muss noch deutlich mehr kommen.

Man darf gespannt sein, wie sich der jetzt erneut dezimierte Kader der Hamburg Freezers am Sonntag gegen Düsseldorf schlagen wird. Eines ist sicher: Nach dem gestrigen Debakel wird es die DEG besser machen wollen. Das wird eine harte Aufgabe für die Hamburger Jungs.

1:4 – Freezers gegen Lulea ordentlich ausgerutscht

Endlich wieder Eishockey in Hamburg! Endlich wieder Eiszeit. Der August stimmte die knapp 6000 Zuschauer der O2 World schon einmal auf den Herbst ein. Die Sommerpause endlich vorbei!

Naja, nicht ganz. Eigentlich hatte ich überlegt, gar nicht über diese Veranstaltung zu schreiben, denn viel zu berichten gab es nicht.

Das Spiel der Freezers

Zu den Freezers: Da hat Benoit Laporte schlicht noch eine Menge zu tun. Die Herren waren doch gar sehr noch in den Sommerferien. Allen voran Dimitri Kotschnew. In den ersten 20 Minuten desolat, danach wurde es etwas besser. Aber gefangen hat er nix. Maximal ließ er die Scheibe abprallen. Wie schon in Bremerhaven und in der letzten Saison scheint Dimi der Ansicht zu sein, dass es genügt, einen Versuch zu machen, die Scheibe zu sichern. Dann ist sie entweder sicher oder eben…im Tor. Und das war sie gestern nach noch nicht einmal 2 Minuten. Jeder Schuss auf den Keeper ein Treffer. Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

Verteidigung: Da wird noch mit der neuen Zonenaufteilung gekämpft, da wird rumgerannt wie ein Hühnerhaufen. Das ist eine große Baustelle.

Angriff: Tja, wieso jetzt Sertich und Clark, die von den Anlagen ähnlich sind, zusammen spielen müssen? In der Vorbereitung darf man ja probieren. Aber, auch hier: Die Zonenaufteilung ist noch nicht die der Freezers. Sie wurden von Benoit Saison auf Saison darauf gedrillt, sich den Puck fast vor dem gegnerischen Tor zu besorgen. Jetzt sind nur die Wege bis zum ersten Verteidiger länger und da passt halt noch gar nix. Und Flaake? Ohne Festerling und ohne Wolf? Da lief gestern gar nichts. Nix. Null.

Positiv: Das Powerplay wirkt deutlich weniger statisch. Viel Bewegung, teilweise neue Wege. Da scheint jetzt wirklich dran gearbeitet zu werden. Endlich!

Lange Rede kurzer Sinn: Das 4:1 für Lulea geht total in Ordnung.

Und eine gute halbe Stunde konnten die Freezers ja auch schon schön mitspielen. Wenn man das Turnier so ernst nehmen würde, wie immer betont wird, hätte man die Spieler vielleicht etwas früher aus dem Urlaub holen sollen.

Das erste Mal Champions Hockey League in Hamburg

Ein paar Schlaglichter:

  • Den Top-Scorer eines jeden Teams in ein Trikot zu stecken, auf dem Top-Scorer steht. Wer denkt sich das aus? Das sah selten bescheuert aus.
  • Wenn verlangt wird, dass Arenensprecher englisch sprechen, sollten sie das auch können.
  • Irgendein Mensch, bar jeglichen Sachverstands, war der Meinung, dass die Fotografen eines Turniers, das derzeit außer dem Brausehersteller, der sich das als Ergänzung zu seiner Internetabspielstation ausgedacht hat, unbedingt Blitzlicht benötigen. Schön, dass das den gegenüberliegenden Block im Minutenabstand gemeinschaftlich blendete und nur nervte. Mich wundert, dass es nicht die ersten epileptischen Anfälle in der Arena gab. Genau solche Sachen fördern das nämlich bei Leuten, die gar nicht wissen, dass sie an der Krankheit leiden.
  • Schiedsrichter: Es war traurig, es war lächerlich. Damit meine ich gar nicht die Einseitigkeit. So was kann vorkommen. Aber prinzipiell genügte schon strenger Blick eines Hamburgers, um ihn auf die Strafbank zu schicken. Da wurde ein merkwürdig körperlosen Spiel gefordert, was so nichts mit Eishockey zu tun hat. In Deutschland nicht und in Schweden auch nicht.

Ein Abend zum Vergessen und mit viel Luft nach oben.

Bei den Freezers aber auch bei der CHL. Ablauf, Offizielle und Orga waren so nicht mal Kreisliga.

Hamburg Freezers – das Saisonfazit 2013/14 aus meiner Sicht

Die Hamburg Freezers haben die erfolgreichste Spielzeit ihrer Geschichte hinter sich. Und wer die Spiele zu Beginn der Saison gesehen hat (oder die Beiträge in diesem Blog gelesen), wäre wohl kaum auf die Idee gekommen, dass dies am Ende der Spielzeit 2013/2014 das Fazit ist.

Die Freezers können sich zwar für den Titel »Hauptrundensieger« sportlich nichts kaufen, aber sie haben eine beachtliche Leistung gezeigt. Das verdient Respekt.

Respekt verdient auch, dass – soviel sei hier einmal verraten –  zu Beginn der Saison der Leiter der Geschäftsstelle sogar in einer Mail dem Autor dieser Zeilen auf einige Kritikpunkte direkt geantwortet hat. Damit hätte ich nicht gerechnet.

Wie sieht mein persönliches Fazit aus? Es mag hart klingen, aber die Freezers waren dieses Jahr (erneut) noch nicht reif für die Playoffs. Bereits die Spiele gegen Iserlohn waren viel zu eng und die Souveränität der Hauptrunde verschwunden. Dass sich abseits der Bande die Iserlohn Roosters als extrem unsportlicher Gegner erwiesen, hat mich, nebenbei gesagt, sehr überrascht. Aber in allen Begegnungen mit den Roosters gab es Szenen, die leicht auch zu deren Sieg hätten führen können.

Gegen Ingolstadt wurde dann spielerisch kein Mittel gefunden. Die erste Heimpartie aus meiner Sicht zu leichtfertig hergeschenkt. Dass ich es persönlich für ein sportliches Unding halte, dass der 9. Platz in der DEL um die Meisterschaft spielen darf, habe ich im ersten Beitrag einer kleinen Serie schon geschrieben. Die während der Saison so gelobte Tiefe des Kaders – von ihr war in den Playoffs nichts mehr zu sehen und zu spüren.

Und nichts charakterisiert die Serie gegen Ingolstadt besser als die letzte Begegnung vor Ort. Ein Traumtor und Führung! Dann ein böser Fehler von Caron (der sich wenig Fehler in der Saison leistete) und die Jungs waren zu nervös, um sich wieder zu fangen.

Aber: Alle Spieler dürfen stolz darauf sein, was sie gemeinsam erreicht haben. Vom letzten Tabellenplatz zum Vorrundensieger zu werden. Das müssen andere Mannschaften auch erst einmal schaffen.

Zum Abschluss dieser schönen Saison darf natürlich meine völlig individuelle Bewertung aller Spieler nicht fehlen.

Weiterlesen

Was läuft schief im deutschen Eishockey? Teil 1

Dies wird ein längeres Posting. Oder besser – es wird eine ganze Reihe von Artikeln werden, die sich alle um ein Thema drehen: Eishockey in Deutschland.

Also wenn Sie sich nicht für den (oft so genannten) schnellsten Sport der Welt interessieren, suchen Sie sich hier gern anderen Lesestoff aus.

Was habe ich mit Eishockey zu tun?

Beruflich nichts (das kann ja noch werden), als Leidenschaft und Hobby viel. Meine Sozialisation mit diesem Sport ist verbunden mit klingenden Namen. Spieler wie wie Karl Friesen, Erich Kühnhackl, Gerd Truntschka, Didi Hegen, Wayne Gretzky, Mario Lemieux – habe ich live oder am Fernsehschirm verfolgt. “Völlig losgelöst spielt nur der MERC” – gesungen zur Melodie des NDW-Klassikers, hallt noch in meinen Ohren.

Ob DEL, NHL oder auch Oberliga – ich liebe die Dramatik, die Geschwindigkeit und die Emotionen beim Eishockey. Und gerade weil ich diesen Sport liebe, möchte ich aus meiner Sicht einfach einige Punkte loswerden und als Grundpositionen für eine Diskussion in den Raum des Internet stellen. Punkte, die mich mit Sorge erfüllen, die mich ärgern, die mir unverständlich sind. Allesamt aber Punkte, die letztlich dazu beitragen, dass dieser Sport in den Medien nicht die Aufmerksamkeit findet, die er verdient. Punkte, die aus meiner Sicht dafür sorgen, dass Deutschland auch in Zukunft im Eishockey zwar kein Entwicklungsland ist, aber auch keine Spitzenstellung einnehmen wird.

Die Beiträge werden aber nicht nur einfach ein Rant. Wenn mir eine Lösung für ein Problem einfällt, dann werde ich die auch gern zu skizzieren versuchen.

Worum wird es gehen?

In diesen und den nächsten Beiträgen möchte ich für meinen Lieblingssport werben. Ich hinterfrage bewusst “Traditionen” und werde mich u.a. mit diesen Fragen und Tatsachen beschäftigen:

  • Saisonmodus der DEL
  • Marketing der Profiligen (DEL und DEL2)
  • Sportlicher Wert der DEL
  • Der (falsche) ruinöse Wettbewerb in den Ligen
  • Schiedsrichterleistungen und Schiedsrichterausbildung
  • Nachwuchs und Nachwuchsförderung (Profis bis Oberliga) .

Da ich aber auch noch ein Leben neben diesem Sport habe, erscheinen die Beiträge in eher loser Reihenfolge.

Die DEL und ihr seltsamer Saison-Modus

Ich beginne, frei nach dem Motto, dass der Fisch immer vom Kopf aus mit dem Gestank beginnt, mit der Deutschen Eishockey Liga (DEL).

Den Bundesverband lasse ich bewusst an dieser Stelle weg. Hier liegt so viel im Argen, dass ich keine Zeit habe, darüber zu schreiben. Der Schlüssel für viele Probleme auf Ebene des Bundesverbandes bilden Personalien und das Kleben von Menschen an ihren Stühlen.

14 Profivereine spielen jeweils 52 Spiele in der DEL. Gegen jeden Konkurrenten geht es zweimal auf fremden Eis, zweimal in der eigenen Halle. Am Ende dieser Vorrunde geht es dann in die Playoffs.

Wir Eishockey-Fans kennen das Prozedere. Letztlich ist die Hauptrunde ein Spiel für die Galerie. Der Meister wird in einer kurzen Folge von Spielen ermittelt. Hier macht die DEL keinen Unterschied zu anderen Ligen, insbesondere aber dem großen Vorbild NHL.

Der Unterschied zur NHL besteht allerdings darin, dass die Vorrunde der DEL keinerlei sportlichen Wert besitzt.

Wer sich in der NHL anstrengt, erreicht die Playoffs (ich lass mal die komplizierteren Wildcard-Regelungen für Sie weg). Das sind dann gut die Hälfte der teilnehmenden Clubs. Das erscheint aber immer noch fair. Man muss konstant über das Jahr oben mitgespielt haben, um am Ende auch eine Chance auf den Titel zu besitzen.

Anders in der DEL: sie verfügt über die Besonderheit, dass die Plätze 7–10 in einer Vorrunde um die Plätze 7 und 8 für die Playoffs spielen.

In Gesprächen mit Menschen, die ich versuche, zu einem Besuch eines Eishockey-Spieles zu überzeugen, werde ich immer gefragt, was denn die Schinderei der Vorrunde soll.

So richtig zu erklären ist das dann nicht. Der Sieger der Vorrunde erhält eine kleine Geldprämie für die Fanarbeit. Das war es dann aber auch bereits. Ein wie auch immer gearteter sportlicher Vorteil ergibt sich daraus nicht.

Nicht, dass Sie das falsch verstehen. Ich habe nichts gegen Playoffs. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des Eishockey. Ich finde nur die Herangehensweise der DEL absurd. Denn 10 von 14 Vereinen können sich rechnerisch Hoffnungen auf den Titel machen. Das wären vergleichbar 21 Mannschaften in der NHL. Versuchen Sie das mal einem Korrespondenzpartner in den USA klar zumachen.

Mein Vorschlag zur Aufwertung der Hauptrunde:

  1. Abschaffung der Pre-Playoffs. Wenn man denn unbedingt die schlechteren Teams der Vorrunde noch einmal beschäftigen wollte, ließen sich da mit Sicherheit noch andere Gelegenheiten finden. Zum Beispiel das Spiel um den Klassenerhalt. Doch dazu in einem anderen Posting mehr., wo es um den sportlichen Wert der DEL überhaupt geht Die Playoffs der DEL werden von den Plätzen 1–8 der Vorrunde ausgespielt.
  2. Damit sich die Plackerei der Tabellenersten auch lohnt, plädiere ich für die Einführung eines Systems, das etwa in Österreich zum Einsatz kommt. Dabei wählen sich die Teams die Gegner der ersten Runde selbst. Der Tabellenerste hat als erster das Wahlrecht und sucht sich seinen Gegner für die Playoffs aus. Das wird nicht unbedingt der Verein auf Platz 8 sein, sondern die Mannschaft, die sich (vermeintlich) einfacher “spielen” lässt. Der Zweitplatzierte hat das zweite Wahlrecht, der Drittplatzierte das dritte etc.

Damit lohnen sich dann die Anstrengungen, möglichst nach oben in der Tabelle zu gelangen. Nicht nur wegen des Heimvorteils, sondern auch, weil sich der “angenehmste” bzw. “einfachste” Gegner aussuchen lässt.

Und Ihre Meinung dazu?

Disclaimer: Ich bin Fan der Hamburg Freezers und der Crocodiles Hamburg. Wie Sie den Artikeln aber entnehmen werden, hat beides keinen Einfluss auf meine Sichtweisen zum Sport selbst.

Hamburg Freezers – Knapper Sieg gegen Adler Mannheim (1.12.2013)

Am ersten Advent gastierten die Adler Mannheim in der Hamburger O2-World. Damit kam nicht irgendeine Mannschaft in den hohen Norden, sondern eine Eishockey-Macht, die immerhin auf viele Meisterschaften zurückblicken kann. Ob es am trüben Himmel, dem Beginn um 14 Uhr 30 oder eben am 1. Advent lag: Es fanden nur knapp 7300 Zuschauer den Weg in die Arena, darunter ein prall gefüllter Gästeblock mit Adler-Fans.

Ob es die Angst vor der eigenen Courage war? Ob die Partie von Freitag noch in den Knochen steckte? Die Gastgeber starteten etwas verhalten in die Partie. Und während die Hamburger noch über einen nicht geahndeten Cross-Check lamentierten, liess sich Markus Kink davon nicht beirren und brachte die Mannheimer in Führung. So ging es auch in die Pause.

Es folgten wechselvolle Minuten – ein schönes Spiel war es nicht. Die 40 Minuten offenbarten, was den Hamburgern (noch?) zu einer Spitzenmannschaft fehlt. Wenn der Gegner aggressiv und frühzeitig stört, haben die Männer um Benoit Laporte schlicht Probleme, die Scheibe kontrolliert aus dem eigenen Drittel herauszubringen. Viel zu lange dürfen die Gegner dort herumlaufen und sich in Stellung bringen. Was die Mannheimer in Person von Frank Mauer in der 33. Minute auch mit der erneuten Führung bestraften.

Das dritte Drittel sah einen offenen Schlagabtausch. Die Mannheimer agierten professionell, keine Frage. Insbesondere die eigene Unterzahl wurde sehr intelligent verteidigt. Insgesamt wirkten die Hamburger aber leidenschaftlicher, warfen sich mehr in den Puck und kämpften verbissener.

In der 58. Minuten dann die große Chance für die Adler, die inzwischen herausgespielte Hamburger Führung zu egalisieren. Kevin Schmidt wurde wegen Spielverzögerung auf die Bank gesetzt. Das gleiche Manöver auf Mannheimer Seite wenige Minuten zuvor hatten die Schiedsrichter noch anders bewertet. Die Überzahl dauerte allerdings nur wenige Sekunden, dann musste Ullmann auf die Bank.

Die (fast unheimliche) Serie der Freezers ging also weiter. Gewonnen hat nicht die technisch bessere Mannschaft, sondern die, die mit mehr Leidenschaft den Sieg wollte.

Nicht auf dem Eis waren gefühlt Jakobsen, Dupuis, Madsen und Duvie Westcott. Ein gutes Spiel machte Kevin Schmidt (nicht nur wegen seines Tores) und auch Christoph Schubert, der sich gestern eindrucksvoll zurückmeldete. Schade, dass sich die Rackerei indes nicht durch einen weiteren Aufstieg in der Tabelle niederschlug. Es wäre den Freezers zu wünschen, am kommenden Wochenende vor einer ähnlich eindrucksvollen Kulisse zu spielen wie in der Partie gehen die Haie aus Köln.