Herrlich, SocialMedia wie es sein kann

Als meine Gattin und ich am Samstag am späten Abend aus dem Theater zurückkamen, schaltete ich noch einmal den Fernseher ein und dank Alice empfange ich ja jetzt wieder Kanäle, die ich schon lange vergessen hatte. Darunter auch QVC. Es lief gerade eine Sendung zum Thema Computer und Zubehör, wo ein Notebook als Tagesangebot angepriesen wurde. Das war aber gar nicht wichtig, denn die beiden Moderatoren waren besonders stolz auf die offizielle Facebook-Seite.

Und da das Tagesangebot ja auch WLAN beherrscht, waren die Zuschauer dann live dabei, wie sich das Unternehmen, vertreten durch seine Moderatoren, um Dialog bemühte. Ganz aufgeregt verkündete der Moderator zunächst die ersten aktuellen Kommentare. Eine Dame hatte sich schon einmal einen Rechner bei QVC bestellt und war damit zufrieden. Der Moderator damit dann ja auch.

Doch da, wenige Minuten später schon der nächste Kommentar. Nun wäre vorher lesen vielleicht eine gute Idee gewesen, aber so wurden wir mit der Äußerung konfrontiert, dass ein Facebook-Mitglied sich über die beiden Clowns amüsierte, so dass man um die Zeit noch etwas zu lachen habe. Die Miene unseres wackeren Redakteurs wurde etwas länger, aber man will sich ja nicht als humorlos zeigen.

Der Humor wurde dann zunehmend dünner, als die nächsten Kommentar eintrudelten. Von einem veraltetem Prozessor war hier die Rede und von einer billigen Ausstattung. Tja, mit hektischer Stimme teilten dann beide Moderatoren mit, dass ja nun irgendwo gespart werden müsse, sonst könne man diesen sensationellen Preis nicht halten. Und das Notebook landete in der Ecke und die Facebook-Seite blieb Facebook-Seite. Die Kommentare sind inzwischen auf der Seite auch komischerweise verschwunden.

QVC scheint mir hier noch am Anfang des Dialogs mit seinen Kunden und Interessenten zu stehen.


Heiße Luft, Evernote

Ich arbeite in den vergangenen Wochen wieder etwas intensiver mit Evernote. Das Programm macht auch auf dem Mac eine gute Figur. Und natürlich verfolge ich sowohl die Aktivitäten der PR-Abteilung des Unternehmens und lese dessen Blog. In den letzten Wochen machte die Berichterstattung den Eindruck, als haben die Entwickler die Software neu erfunden. Eine völlig neue Erfahrung wurde versprochen. Tja, des Rätsels Lösung: Evernote hat jetzt eine Art von “App-Store” (wahnwitzig originell), in dem Anwendungen propagiert werden, die mit der Software zusammenarbeiten. Dazu klicken Sie einfach auf “Trunk” und landen in einem entsprechenden Bereich. Dort können Sie Evernote auch um (bisher englischsprachige) Notizbücher ergänzen, wie beispielsweise DIY-Tipps. Insgesamt wirklich nett, aber so laut wie die Ankündigung gewesen ist, dann doch enttäuschend.


Warum Sie alte Programmversionen aufheben sollten

Das habe ich jedenfalls gerade gelernt. Beim regelmäßigen Entrümpeln bin ich auf einen Stapel älterer Versionen der Steuersparerklärung der Akademischen Arbeitsgemeinschaft gestoßen. Mit diesem Programm bearbeite ich jetzt seit Jahren meine Einkommenssteuererklärung und bin insgesamt eigentlich sehr zufrieden. Die Prognosen traten immer weitestgehend ein und die Bedienung leuchtet mir ein.

Nun habe ich zeitgleich ein neues Notebook in Betrieb genommen, und das war dann der Zu- oder Glücksfall, denn auf den Rechner habe ich die aktuelle Version des Programms gespielt und natürlich aus einem zurückgesicherten Archiv meine historischen Daten. Erstaunt musste ich dann feststellen, dass mit der aktuellen Version lediglich die Datei des aktuellen Jahres sowie des Vorjahres geöffnet werden kann. Auch in der Importfunktion werden mir keine anderen Formate angeboten. Kann es also wirklich sein, dass die Software nicht in der Lage sein soll, seine eigenen älteren Daten zu lesen?

Das ist schon rein steuerrechtlich nicht korrekt, denn wenn die Erklärung “vorläufig” ist, betrifft dies sowohl das Finanzamt als auch mich. Und es könnte ja auch sein, dass ich vielleicht einmal etwas nachsehen oder ausdrucken will? Von daher bin ich sehr froh, dass ich die alten CDs nicht der Entsorgung übergeben habe, sondern diese auch noch weiter aufheben muss. Offensichtlich…


Was denn nun Alice?

Als am gestrigen Abend meine Setop-Box verzweifelt blinkte und ich nicht fernsehen konnte, griff ich zur Bedienungsanleitung, in der Hoffnung, dort irgendwas schlaues zu finden. Zum Blinken schwieg sich das Heft aus. Ausschalten und Einschalten brachte die Lösung (wie so oft), allerdings stolperte ich über diese Kleinigkeit:

Bitte schieben Sie die SmartCard in Pfeilrichtung mit dem goldenen Chip nach oben…“

Steht auf der Titelseite der Broschüre, dort, wo die SmartCard befestigt wird. Auf Seite 5 steht:

SmartCard in Pfeilrichtung (Chip nach unten) in den Schlitz…

Ja, was denn nun Alice? Die Besitzer einer solchen Box werden es wissen.. 🙂

Fernsehen mit Alice – die ersten Erfahrungen

Vor guten sechs Wochen hatte ich das Fernsehen per DVB-T satt. Empfangsqualität soweit okay, aber das Programmangebot reichte mir nicht mehr. Also Kabelanschluss reaktiveren? Ziemlich teuer inzwischen und was in Foren und anderswo zur Empfangsqualität und Stabilität von Kabel Deutschland zu lesen war, konnte nicht überzeugen. Sat? Bisschen viel Aufwand für Fernsehen. Nach einiger Überlegung habe ich mich für IP-TV von Alice entschieden. Der 16 MBit-Anschluss (netto lagen bei mir hier immer gut 12-13 MBit an) sollte eigentlich reichen.
Gesagt, bestellt. Die Abwicklung selbst lief vorzüglich und reibungslos. Wenige Tage später hatte ich das DSL-Equipment. Leider hieß es nun Abschied von meiner Fritzbox nehmen, denn die IP-TV-Option funktioniert nur mit der von Alice ausgelieferten Hardware. Kurz vor der Freischaltung habe ich dann meine Smartcard und meine Set-Top-Box erhalten.
Der erste Eindruck der Geräte: Das Alice Modem 1231 ist sicherlich keine Schönheit. Die Anleitung zur Konfiguration ist gut, aber leider ist das Ding von Alice komplett zugenagelt. Mit Ausnahme von IP-Adressräumen und der WLAN-Verschlüsselung ist da nichts zu werden. Und auch die einschlägigen Quellen haben bisher kein Passwort für eine Profi-Admin-Oberfläche kundgetan. Die Set-Top-Box ist von Sagem. Das Gehäuse wirkt etwas klapprig und auch die Anschlussboxen könnten etwas fester in das Gehäuse integriert sein.
Da mein DSL-Anschluss im ersten OG liegt, ich aber im EG fernsehen will, muss das IP-Signal nun noch verteilt werden. Hier hat der Anwender die Möglichkeit zwischen:

  • LAN-Kabel verlegen (was nachträglich und Aufputz nicht so wohnlich ist)
  • WLAN-Bridge (teuer)
  • Power-LAN

Ich habe mich für die letztere Variante entschieden und auf ein Kit von Devolo gesetzt. Zugegeben, gerade an dieser Stelle war ich sehr skeptisch, aber ehrlicherweise liegen meine Erfahrungen mit PowerLAN-Adapter einige Jahre zurück. Die Einrichtung ist simpel und klappt sofort.

Einige Tage später war ich dann freigeschaltet. Also erstmals alles in Betrieb nehmen. Die Bildqualität ist wie ich sie mir vorgestellt habe und entspricht DVB-T. Mehr ist technisch ja auch nicht drin, da Alice das Sat-Signal erst konvertieren muss und einspeist. EPG, Aufnahme, zeitversetztes Fernsehen. Alles Dinge, die ich nicht mehr missen möchte.

Soweit die guten Aspekte…

Aber die Qualität des WLAN-Routers kann ich nur mit einem Wort beschreiben: Mist. Was Sphairon da gebaut hat, ist eine Katastrophe. Wenn ich von der theoretischen Bandbreite mal großzügig 8 MBit für das Fernsehen abziehe, müssten noch gut 3-4 MBit für das gleichzeitige Surfen übrig bleiben. Nicht sonderlich viel, aber um eben schnell eine Internetseite aufzubauen, sollte das reichen. Nur schade, dass das nicht der Fall ist:

WLAN: Eine Katastrophe. Egal welcher Funkkanal und welcher Standard aktiviert wurde. Das Netzwerk bricht regelmäßig zusammen oder aber das Auflösen der Adressen dauert so lange, dass der Rechner einen Timeout meldet. Klar, ich kann verstehen, dass das IP-TV Signal beim Routing höchste Priorität bekommt. Bildaussetzer will ja niemand, aber WLAN geht schon mal gar nicht. In meiner schieren Verzweiflung habe ich dann mal ein Notebook per Kabel an den Router angeschlossen. Auch hier das gleiche. Das Auflösen eines Namens ist so langsam, dass es fast sinnvoll sein könnte, das manuell mit ausgedruckten Listen zu tun. Hat der Router dann den Rechner herausgefunden, ist die Surfgeschwindigkeit beim gleichzeitigen Fernsehen zumindest in etwa so, wie erwartet. Nicht rasant schnell, aber ausreichend.

Kurzum: Mit dem Fernsehen bin ich zufrieden, aber Alice sollte dringlich etwas an der Hardware tun, denn so macht das keinen Spaß.