Der denkwürdige Schritt von SuSE

Der Heise Newsticker dürfte heute das erste deutschsprachige Medium gewesen sein, dass die aus den USA herüberschwappenden Gerüchte aufgegriffen hat: Novell/SuSE wird aus SuSE Linux Professional ein Community-Projekt machen. Die große Frage dürfte sein, warum dieser Befreiungsschlag ausgerechtnet jetzt erfolgt? Sicher werden wir in den nächsten Stunden/Tagen/Wochen vollmundige Aussagen über visionäre Ideen und Strategien lesen können. Allein mir fehlt der Glaube: Es werden schlicht betriebswirtschaftliche Gründe sein.

Da ist zum einen Novell selbst: Bereits oft angeschlagen, besiegt geglaubt, machte sich das Unternehmen mit sauer verdienter neuer Kriegskasse auf, Perlen aus dem Linux-Umfeld zu integrieren. Erst Ximian mit Evolution, Red Carpet und dem Exchange-Connector. Dann die Übernahme von SuSE selbst, mit dem im deutschsprachigen Raum marktführenden Produkt. Das alles hat viel Geld gekostet.

Geld, das sich mit einem Consumerprodukt nur schwer einspielen lässt. So gab es denn auch von der Version 9.3 nur noch die teurere Professionalvariante in den Regalen. Nur ob die Verkaufszahlen die Kosten für Marketing, Produktion und Entwicklung wirklich eingespielt haben? Dass mit Distributionen schwer Geld zu verdienen ist, hat sich an Mandrake und RedHat zur Genüge gezeigt. Novell folgt deren Beispielen – nur eben mit etwas zeitlicher Verzögerung und mit geringem Risiko, denn SuSE 10 ist nahezu fertig. So erntet man jetzt bereits die Früchte der eigenen PR-Arbeit, schafft eine enge Verzahnung mit der Community und baut die Strukuren für die Entwicklung der zukünftigen 10.x auf. Damit ist die Frage nach dem “Jetzt” beantwortet.

Die Weitergabe eines Produkts an eine offene Gemeinschaft kann sich durchaus lohnen: Dem Produkt StarOffice hat das OpenOffice-Projekt jedenfalls gut getan, sowohl was das Image als auch das Produkt selbst betrifft. Zwar kanibalisiert man sich als Unternehmen auf diese Weise selbst, sofern aber die Einsparungen und der Nutzen den Verlust an verkauften Stückzahlen wieder wettmachen, war es ein gutes Geschäft. Das würde ich den Nürnbergern auch wünschen! Ob der Plan aufgeht, wird die Zukunft zeigen.

Aus Sicht eines Anwenders kann dieser Schritt jedenfalls Vorteile bringen: So würde ich weniger, nicht nur von mir beobachtete, Qualitätsprobleme als zu 9.2 und 9.3 erwarten, wenn denn die Entwickergemeinschaft genügend groß ist. Der Verbreitung von SuSE kann es nur gut tun.

Ihr werdet es nicht schaffen

Bei Golem habe ich gerade gelesen, dass bei Bildungsklick ein Bericht die Rechtschreibfehler in der deutschsprachigen Wikipedia hochgerechnet hat.

Nun ist es natürlich schick, sich so ins Gespräch zu bringen (Applaus für die PR-Idee), andererseits ist es relativ mutig, nach der Prüfung von 12 Beiträgen einfach auf die Fehlerzahl in 250.000 Beiträge hochzurechnen.

Menschen machen eben Fehler, keine Frage. Natürlich kommt ein Milchmädchen zu einem solchen Ergebnis, die Rechnung ist meiner Meinung nach aber falsch. Interessant wäre allenfalls ein Fehlerquotient gewesen, der auch die Textmengen ins Verhältnis zur Fehlerzahl setzt.

Abgesehen davon: Bildungsklick postuliert nun, dass an ein, für den Einsatz in Schulen empfohlenes, Werkzeug die gleichen Anforderungen zu stellen sind, wie es bei Schulbüchern der Fall ist.

Einverstanden. Ich plädiere jetzt keinesfalls für den Schlendrian in Schulbüchern. Andererseits: Was bei Wikipedia Rechtschreibfehler sind, wird in Zeitungen und Büchern dann gern Druckfehler genannt. Druckfehler im Sinne eines Fehlers beim Setzen sind inzwischen aber nahezu ausgeschlossen. In meinen bisherigen Lexika stachen mir solche Fehler aber auch schon ins Auge. Wie sieht es hier mit den Anforderungen aus?

Dafür, dass Wikipedia nicht von hochbezahlten Fachredakteuren geschrieben wird, sondern von Freiwilligen, erklärt es die Welt sehr gut.

Aber in einem haben die Betreiber von Bildungsklick schon recht: Wer die Texte der Wikipedia einfach kopiert, um damit zu glänzen, ohne noch einmal die Schreibung zu prüfen, kann Pech haben. Abgesehen davon, dass es Schulkinder nicht wirklich zu kümmern braucht, dass bei z.B. z. B. eigentlich ein Leerzeichen zu setzen ist. (Das waren schon einmal drei der genannten Fehler.)

Liebe professionelle Wissensvermittler, die Ihr von teuren Schulbüchern und Lexika lebt. So werdet Ihr es nicht schaffen, ein Projekt zu diskreditieren, das Ihr als Bedrohung anseht.

Phishing – wie weit kann Ahnungslosigkeit reichen?

Sicher sind auch Sie davon betroffen: Diese regelmässig eingehenden neuen E-Mails von wichtigen Absendern wie der Postbank, Ihrer Sparkasse, Ebay oder Paypal. Allen gemeinsam: Sie müssen unbedingt und ganz schnell etwas überprüfen oder bestätigen. Die netten Absender haben Ihnen die Arbeit auch ganz leicht gemacht. Klicken Sie einfach auf den Link in der Mail und geben Sie auf der nachfolgenden Seiten Ihre PIN und TAN ein, Ihr Passwort für Ebay oder nach was auch immer Sie gefragt wurden. Schwupps, schon haben Sie verloren…

Bei Giesbert gibt es aktuell eine nette Zusammenstellung solcher Phishing-Mails. Dazu passend ist heute bei Heise zu lesen, dass Professoren der Standford-University eine Toolbar entwickelt haben, die Phishern keine Chance lässt.

Wie kaum ein zweites Thema beherrscht Phishing derzeit die Medien, und die IT-Sicherheitssoftware reibt sich zum trefflichen Geschäft mit der Angst die Hände. Nach Viren, Mal- und Spyware, nun also Phishing.

Was mich schier bei diesem Thema verzweifeln lässt: Meiner Meinung nach basieren Kommunikation und die Nutzung eines Mediums auch auf gesundem Menschenverstand. Keine Frage, die Phishing-Mails werden besser werden, sind die meisten doch noch in einem kruden Deutsch geschrieben. Aber: Wieso gibt es bereits jetzt Menschen, die darauf reinfallen? Was bildet in den Köpfen der Betroffenen (über die ich nicht spotten will) den Unterschied zwischen dem bunten Zauberkasten Computer und der realen Welt?

Hat Sie mal jemand in der Fußgängerzone angesprochen, sich als Mitarbeiter Ihrer Bank vorgestellt und Sie gebeten, mal eben Ihre EC-Karte samt PIN herauszugeben, weil er mal seine Geldautomaten prüfen will? Wurden Sie von Ihrem DSL-Provider je in einem Brief dazu aufgefordert, Ihr Passwort samt Kennung zu schicken? Bestimmt nicht, allenfalls hätte man ein “Spinner” hingemurmelt und der Sache keine weitere Beachtung geschenkt.

Scheint im realen Leben die Erkenntnis in den Köpfen verankert zu sein, dass ein Geheimnis eben darum Geheimnis heisst, weil es geheim ist und bleiben sollte, scheint diese Erkenntnis bei einigen Menschen während der Nutzung eines Computers nicht mehr existent.

Das stimmt mich nachdenklich und ein wenig traurig, denn hier werden keine Toolbars helfen können. Hier hilft nur Aufklärung und gesunder Menschenverstand.

Gefeuerte erzählen ihre Geschichte

Beim Surfen im Web bin ich gestern auf eine kuriose, aber recht unterhaltsame Seite gestossen. Auf Simply Fired erzählen entlassene Mitarbeiter ihre Geschichte. Prominentester Vertreter ist derzeit Mark Jen, der unter anderem (?) wegen seiner offenherzigen Art, über seinen Job zu bloggen, von seinem Arbeitgeber Google gefeuert wurde. Und falls auch Sie gerade entlassen worden sind: Erzählen Sie doch auch Ihre Geschichte. Vielleicht gewinnen Sie den “Simply Fired Contest”!

Etwas für (Playmobil-)Nostalgiker

Sind Sie auch mit Playmobil aufgewachsen? In meiner Jugend kamen die kleinen freundlichen Plastikmännchen gerade frisch auf den Markt. Die Auswahl der Erlebniswelt war noch einfach: Es gab Bauarbeiter und Ritter. Die Ritter kannte ich aus dem Kindergarten und fand die doof, also mussten die kleinen Männlein eifrig auf dem Bau schaffen. Später gab’s dann auch noch ein ADAC-Fahrzeug dazu. Schwupps, schon war die Kindheit zu Ende und der Herr L. mitten in der Pubertät.

Inzwischen spiele ich wieder gern damit 🙂 Meine Kleinen sind stolze Besitzer einer hübschen Playmobil-Villa, eines Postautos DHL-Paketwagens und einer riesigen Zahl an weiteren Fahrzeugen und Zubehör.

Screenshot Collectobil

Aber ich erinnere mich gern an die vergangenen Zeiten: An den orangefarbenen Bauwagen etwa, in dem meine kleine Bevölkerung immer die Mittagszeit verbrachte. Auf den Seiten von Collectobil kann ich mich ganz diesen Erinnerungen hingeben.

Für Nostalgiker schön anzuschauen, für Sammler wohl mehr oder weniger ein Muss, werden hier eifrig Abbildungen und Beschreibungen zu Playmobil zusammengetragen. Zu jedem erfassten Artikel gibt es eine Auflistung des Inhalts sowie die Informationen, bis wann der Artikel produziert wurde.

Schauen Sie doch mal vorbei!