Ich mach das auch

Auf den Seiten des Sicherheitsexperten Bruce Schneier wurde in dieser Woche der Ratschlag diskutiert, man solle seine Passwörter aufschreiben. Ich sehe sie schon vor mir: Systemadministratoren, die ihre Hände über dem Kopf zusammenschlagen: “Um Himmels willen, was predige ich den Usern nur immer!”

Ich finde es gut, dass ein durchaus angesehener Experte endlich das ausspricht, was viele Leute ohnehin, wenn auch mit schlechten Gewissen, tun. Das es gefährlich ist, bei allen Onlineangebote das gleiche Passwort zu verwenden, dürfte den meisten Nutzern einleuchten. Ist dies einmal einem unbefugten Dritten bekannt, öffnen sich damit sofort Freemailer, Ebay & Co. Wie ein sicheres Passwort aufgebaut sein sollte, wissen mit Sicherheit auch die meisten erfahrenen Anwender. Das Problem: Je sicherer, desto weniger zu merken. Also doch nur ein Passwort für alle Fälle?

Nein: Der Tipp mit dem Aufschreiben ist durchaus gut. Ich selbst mache das auch schon seit Jahren und bin bisher vom Datenklau verschont geblieben. Aufschreiben heisst ja nun nicht, dass ich den Zettel mit meinem Passwörtern einfach herumliegen lasse oder gar an mein Whiteboard hänge. Ich verwahre meine Passwortliste dort, wo ich auch andere sensible Dinge, wie zum Beispiel meinen Personalausweis und meine Kreditkarten, aufbewahre: In meiner Geldbörse. Und die lasse ich nun wirklich nicht aus den Augen. Also weg mit dem schlechten Gewissen! Schreiben Sie Ihre Passwörter ruhig auf. Aber passen Sie auf den Zettel auf.

Kommandozeile fürs Web

Auf die Gefahr hin, dass Sie nun alle aufschreien, weil Sie den Begriff “Social-Software” nicht mehr hören können: Unter http://yubnub.org/ existiert ein, meiner Meinung nach, ganz spannendes Projekt, das dem Ansatz der “Social Software” folgt. YubNub ist in erster Linie eine Kommandozeile für das Web. Einmal als Startseite eingerichtet, haben Sie Zugriff auf zahlreiche andere Dienste. Ein “gim IPod” führt eine Bildersuche bei Google aus. Das Kommando “flk” befragt Flickr. Für Nutzer des Konqueror nichts neues. Faszinierend an YubNub ist, dass jeder diesen Service mit seinen eigenen Kürzeln erweitern kann. Und wer diese Kommandozeile direkt in sein System integrieren möchte, findet Plugins und Anleitungen für eine Vielzahl an Programmen: Vom Emacs über die Bash bis hin zu MacOS.

Web.de und sein Club

Wie einer Ankündigung von Web.de zu entnehmen ist, bietet der Freemail-Dienst im Rahmen seines Clubangebots einen neuen Service an. Alle Nutzer, die es nicht geschafft haben, einen eigenen Ordner und einen Filter anzulegen, können nun alle Nachrichten, die im Zusammenhang mit Ebay-Auktionen stehen, mit einem Mausklick auf den Schirm rufen. Das soll unabhängig vom tatsächlichen Speicherort der Nachrichten geschehen. Schon direkt auf der Startseite des Angebots kann das Clubmitglied die neuen Nachrichten zu einer Auktion sehen.

So ein Konzept ist nicht gerade neu: Bei Googles Mail wird eine solche Sortierung mit Labels erzeugt (die allerdings erst mit der einmaligen Erstellung eines Filters komfortabel zugewiesen werden können), in Programmen wie KMail oder Evolution sind dies Suchordner bzw. VFolder.

Neu ist: dass es eine solche Wenigkeit bis hin zu redaktionellen Erwähnungen im ARD-Text schafft. Und eine andere Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang gleich stellt: Wie unzufrieden muss man bei Web.de eigentliche mit der Nutzung des Clubs sein, wenn ein solches Add-On, das diesen Namen kaum verdient, zur Attraktivitätssteigerung des Clubangebots beitragen soll?

KDE 3.4.2 ante portas

Lang dauert es nicht mehr, dann wird das nächste Servicerelease von KDE erscheinen. Die derzeitige Planung der Community geht wohl von einem Erscheinungstermin Ende Juli aus. Wirkliche durchgreifende Neuerungen sind wohl nicht geplant, dafür aber viele Bugfixes.

Früher nannte sich sowas Crippleware

Beruflich hatte ich gerade mit dem Programm Pc On/Off Time zu tun. Großzügig wird das Programm als Freeware verschenkt. Die Idee ist simpel: Die Software wertet die Log-Dateien von Windows aus und stellt grafisch die Arbeitsstunden der letzten drei Wochen dar. Das funktioniert auch prächtig, keine Frage. Nur: Wer die letzten vier Wochen sehen will, kann für 9 Euro die Pro-Version erwerben. Ein Export der Daten ist mit dieser Variante auch nicht möglich. Mehr als seine Daten anzusehen kann der Nutzer also nicht.

In der Sharewareszene nannte sich sowas früher Crippleware. Und da wundern sich die Programmierer, dass OpenSource in aller Munde ist. Schon mal KArm gesehen?