Den ersten Mac vergisst Du nie

30 Jahre ist das jetzt her? Solchen Jubiläen sehe ich immer mit gemischten Gefühlen entgegen, verdeutlichen sie doch immer nur, wie alt man selbst eigentlich schon ist. In diesem Fall mit besonders gemischten Gefühlen, denn mit Apple verbindet mich eine regelrechte Hass-Liebe. Den ersten Mac vergisst Du nie. So auch in meinem Fall. Eigentlich war ich mit meinen Rechnern aus dem Haus IBM ganz zufrieden. Allerdings hatte ich einen Buchvertrag unterschrieben, einen Titel zu QuarkXPress zu verfassen. Und der Lektor machte mir schnell klar, dass das Buch ohne Screenshots mit Mac-Oberfläche nicht zu verkaufen war. Also kaufte ich mir einen gebrauchten Performa 5200 (ein schönes Foto von Manuel Jorge Marques, das dieser unter CC-Lizenz gestellt hat).

Bild Apple Performa

Natürlich waren die eingebauten Lautsprecher toll, natürlich war es bemerkenswert, dass man mit dem Rechner auch fernsehen konnte. So richtig begeistern konnte ich mich dafür allerdings zu dieser Zeit noch nicht. Ich war viel zu sehr mit den Umstiegsschwierigkeiten beschäftigt. Das, was ich heute durchaus als sehr hilfreich empfinde, wie die einheitliche Menüleiste am ober Rand, brachten mich als Windows-Nutzer immer wieder zur Verzweiflung. Als das Buchprojekt abgeschlossen war, landete der Mac in einer Ecke des Büros und staubte ruhig ein.

Die Beziehung zu Apple wurde erst intensiver mit der ersten Generation des iMac. Das Design sprach mich an und zum Preis von unter 2000 DM mit integriertem Modem, Netzwerkschnittstelle und Monitor ein schöner Rechner, der sich ideal im Zimmer unserer Tochter machen sollte. Dort blieb er nur zeitweise, denn mit diesem Gerät spielte Apple für mich erstmals die Überlegenheit seines Betriebssystems gegenüber Windows aus. Eine Verbindung zum Internetprovider war mit wenigen Mausklicks eingerichtet und die Schnellstartleiste gab es in dieser Form für Windows auch nicht. Kurzum ich arbeitete ebenfalls gern an dem Gerät. Die Nachfrage nach Windows-Artikeln und Büchern riss nicht ab und so tat der IMac auch seine Dienste weiter im Kinderzimmer.

Vor vier Jahren zog das Kind aus und der IMac verlagerte seinen Standort in das Souterrain. Verstaubt und wenig beachtet. Die vergangenen Jahre hatte ich einen Wechsel meiner produktiven Umgebung von Windows zu Linux vollzogen. Allerdings setzte eine gewisse Müdigkeit ein, ständig nach Wegen zu suchen, die Geräte ignoranter Hardwarehersteller auch in vollem Funktionsumfang unter Linux nutzen zu können. Mit viel Spannung hatte ich Entwicklung von OS X verfolgt und es schien mir die ideale Lösung zu sein. Die Überzeugung gipfelte im Kauf eines Macbook Pro – eine Anschaffung, die ich nie bereut habe, auch wenn ich gerade die aktuellen Entwicklungen Apples mit einer gewissen Skepsis verfolge. Denn je mehr sich OS X in die Richtung iOS entwickelt, desto starrer wird das System und damit für mich weniger geeignet für den professionellen Einsatz.

Eine Antwort auf Den ersten Mac vergisst Du nie

  1. Jochen 22/6/2014 at 14:32 #

    Hallo Stephan,
    ich finde deine letzten Zeilen finde ich interessant.
    Welche aktuellen Entwicklungen von Apple meinst du genau? Und was wird starrer?

    lg
    Jochen

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