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Um ein Hotel zu betreiben, genügt es nicht, „Hotel“ an die Wand zu schreiben. Zu einem Hotel gehört zumindest ein Minimum an Service, auch in preiswerteren Kategorien, reduzierter Zimmer-Style hin oder her. Im Rahmen einer Firmentagung hatte ich das zweifelhafte Vergnügen im Sandmanns zwei Nächte zuzubringen. Der „Arbeitsplatz“ in meinem Zimmer war mit seinen 30cm Tiefe der reinste Witz, der davor drappierte Kunststoff-Hocker aus dem Hause IKEA gut, um sich die Schuhe zu binden, längeres Sitzen unmöglich. Dank der sehr mangelhaften Dämmung der Zimmer, hört man sofort, wenn der Zimmernachbar seine Kleidung an die Garderobe hängte, denn einen Schrank sucht der Gast vergeblich. Die dünne Trittschalldämmung unter dem Laminat sorgt dafür, dass man seine Nachbarn von oben und von unten beim Laufen hört. Das Bad war sauber und modern, trägt den Namen aber zu Unrecht. Nasszelle ist da eher angemessen. Eine zu schnelle Drehung und man schlägt sich wahlweise die Hand an der Tür, der Duschwanne oder dem Waschbecken. Machte das alles nach der Ankunft einen zumindest erträglichen Eindruck, war der zweite Abend ein Desaster. Das Bett lieblos aufgeschüttelt, der Papierkorb nicht geleert, Duschgel nicht nachgefüllt, die leere Wasserflasche nicht ausgetauscht und das Zimmer muffte nach dem Treppenhaus, das aber eine tolle Akustik hat. Noch nachts um 2 Uhr 30 knallten die Gäste mit den Türen und man sitzt, mangels irgendeiner schallisolierenden Abtrennung, dann doch im Bett. Die zusätzliche Kuscheldecke aus dem Hause Tchibo, die mein Bett schmückte, hätte es auch mal wieder gut getan, ausgelüftet. Fazit: Wer am Fuße des Kölner Doms lediglich ein Bett sucht, greife zu. Wer ein Minimum an „Hotel“ braucht, sucht sich dann doch was anderes.
Mein Beitrag zu Sandmanns Hotel & Lounge – Ich bin slamprecht – auf Qype

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