OpenSource = Kommunismus? Nicht, ganz.

In einem Interview mit t3n hat der Chef von Parallels sich zu dieser Äußerung hinreißen lassen:

Hier wird oft nicht danach entschieden, was die Anwender wollen oder was aus technischer Sicht den meisten Sinn macht, sondern nach den persönlichen Vorlieben und Aversionen der jeweiligen Projektleiter.

Ich glaube, ich stehe nicht im Ruf, Berührungsängste mit OpenSource-Programmen zu haben, schließlich läuft hier alles seit mehr als 6 Jahren auf Linux, aber was Serguei Beloussov hier gesagt hat, bringt es sicherlich provozierend auf den Punkt. Ach, ich weiß schon, was jetzt kommt: “Wenn Dich etwas stört, dann kannst Du es ja ändern. Beteilige Dich! Das ist doch das tolle an OpenSource.”

Ja, klar. Aber nun kann ich leider nicht so programmieren, wie es für ein Projekt notwendig ist. Aber darum geht es nicht. Natürlich sind die großen Projekte eine tolle Sache, an der sich viele Menschen aktiv beteiligen. Sie testen, melden Bugs, übersetzen Dokumente, schreiben Hilfetexte oder entwickeln am Quellcode. Aber welchen Einfluss haben Sie tatsächlich? Und vor allem: welchen Einfluss haben wir Anwender? Sehen Sie?

Natürlich ist es toll, dass Gemeinschaften wie GNOME eine Umfrage vor dem Launch eines neuen Releases starten, um in Erfahrung zu bringen, wie denn der voreingestellte Desktop-Hintergrund aussehen soll, aber wo ist das Voting darüber, welche Funktionen sinnvoll wären? Was sich Anwender wirklich wünschen und vor allem: wo sind auf den Projektseiten die Votings, um den einen oder anderen Unsinn einfach zum Teufel zu wünschen? Eine Suchfunktion wie in KDE, die mal eben 1,5 GB RAM frisst, brauche ich als Anwender nicht. Und wer hat das Desktop-Konzept eigentlich entwickelt, das schlauer sein will als MacOS? Oder nehmen wir Opensuse. Natürlich sind die akademischen Diskussionen schön, die sich für freie Software entscheiden, nur, was soll ich mit einem System als Anwender, das erst einmal Bastelarbeiten verlangt, damit Musik und Video funktionieren?

Wenn dann mal jemand kommt, wie bei Ubuntu, einen nicht unwesentlichen Betrag investiert und sogar für die Verlässlichkeit von Linux im Unternehmensumfeld kämpft (LTS!), dann wird er kritisch beäugt, wenn er mit der Sache vielleicht auch etwas Geld verdienen will. Oder sagt, wo es lang gehen soll. Dann nimmt natürlich die Begeisterung der Peer-Group deutlich ab, denn dann ist ja die Basisdemokratie, die eigentlich nur eine Oligarchie ist, in Gefahr.

Nur wir Anwender, wir bleiben dabei auf der Strecke. Wir dürfen testen, Dokumentationen schreiben oder Hilfetexte verfassen…  Machen wir uns nichts vor: Was Eingang in die Entwicklung findet, entscheiden tatsächlich nur wenige Leute. Was das nächste Release von OpenOffice kann, entscheidet das Unternehmen, das bereits Star Office auf den Markt gebracht. Was Opensuse kann, bestimmt auch keine altruistische Stiftung, sondern das Unternehmen, das die Kernentwickler in Lohn und Brot hält.

Mehr ist halt nicht…

Ein Lob auf Playmobil.com

An dieser Stelle wollte ich lediglich schnell ein dickes Lob an Playmobil loswerden. Meine Kinder verfügen ja, zumindest gefühlt, über nahezu eine vollständige Playmobil-Zivilisation. Und da geht dann auch schon mal etwas kaputt oder findet sich nicht mehr. Zum Glück bietet Playmobil einen sehr guten und hilfsbereiten Ersatzteilservice. Wer die Bestellnummer eines Teils nennen kann (also die Anleitungen besser nicht wegwerfen!), erhält in aller Regel wenige Tage später Ersatz. Und das spart dann ja eine Menge Geld, denn schließlich steht dann kein Neukauf an. Und wer partout eine Bestellnummer nicht nennen kann: mir wurde auch schon einmal das korrekte Ersatzteil nach einer blumigen Beschreibung zugesendet. Schön, dass es so etwas gibt!

Cooles Plugin: After the deadline

Wenn Sie viel im Backend von WordPress arbeiten und gern Ihre Texte in Hinblick auf die Rechtschreibung überprüfen lassen wollen, empfehle ich Ihnen das Plugin “After the Deadline“. Natürlich wieder von der Company des Master himself. Die Installation nehmen Sie bequem im Backend der Installation vor. Danach aktivieren Sie die gewünschte Sprache innerhalb Ihres eigenen Profils. Um einen Text zu überprüfen, klicken Sie innerhalb des Editors auf das Symbol für die Rechtschreibprüfung. Danach werden Ihnen fragwürdige Stellen farbig markiert. Mit einem Klick darauf erhalten Sie Alternativen, aus denen Sie wählen oder aber dem Programm mitteilen, den Treffer zu ignorieren.

After the dealine im Einsatz

Schießt auf den Social Media Berater

Die A-Blogger der ersten Generation sind erfolgreich in den Chefetagen von Verlagshäusern angekommen. Zwar konnten Sie dort wenig gegen Auflagenschwund tun oder haben die Onlineauftritte der Zeitung für viel Geld so umgestaltet, dass diese nun wie Blogs aussehen, aber egal. Da ist mit Sicherheit viel Geld in die Beratungstätigkeit geflossen. Aber nun wächst die nächste Generation nach, und die braucht ihr Betätigungsfeld. In der aktuellen «t3n», die sich aus meiner Sicht nach der ausschließlichen Fokussierung auf Typo 3 extrem gut entwickelt hat, gibt Vivan Pein nun Hinweise darauf, wie ein Unternehmen einen guten «Social Media Berater» findet.

Richtig, Social Media ist die aktuelle Sau, die durch die Chefetagen getrieben wird. In ihrer Eigenbeschreibung ist Frau Pein übrigens begeisterte Organisatorin von Barcamps. Im Artikel weist sie schon mal vorsorglich darauf hin, dass ein solcher Berater natürlich richtig dicke die tollen Medien nutzen muss. Isses wahr? Aber zugleich baut sie ebenfalls auch schon mal vor, dass natürlich nicht die Zahl der Follower bei Twitter wichtig ist, sondern die Interaktion mit anderen. Ja klar, denn Reichweite haben die Berater dann doch sehr wenig, wenn bei den Followern dann mal Branchenmitglieder und Arbeitskollegen abgezogen werden.

Und da war er dann: der obligatorische Screenshot, der in einem Medium rund ums Internet natürlich wichtig ist. Darunter dann auch ein Kommunikationsberater, dessen Texte ich durchaus gern lese, allein: Nachdem er zunächst die digitale Sau «Second Life» herumtrieb, warf er sich mit Verve auf die «digitale Reputation» und nun offensichtlich auf Twitter und Facebook. Das ist auch alles soweit vollkommen richtig. Freiberufler müssen ständig neue Marktlücken identifizieren und besetzen. Allein: Wenn Sie sich mal allein die Tweets der abgebildeten Accounts so ansehen, finden Sie eine Menge absolut selbstreferenzielles Zeug: «Fahre gerade los und schreibe mein neues Buch» «@autor: Toll geht’s wieder um spannendes Social Media?». Und natürlich Links auf Statistiken, die man im Bedarfsfall dann auch selbst gefunden hätte.

Je nun: die Social Media Berater müssen uns schnöde Nutzer schon für strunzdämlich halten. Klar, wir nutzen Twitter wie Radio und freuen uns über Werbebotschaften und Gewinnspiele. Weil wir ja Konsumenten sind. Und weil wir und die Unternehmen, die uns etwas verkaufen wollen, ja gemeinschaftlich so dumm sind, erklären uns die Berater in Ihren Blogs, Tweets und Facebook-Seiten die Nutzung der Medien, die wir bereits nutzen.

Allein, strategische Gedanken habe ich in all den Quellen bisher wenig gefunden. Zu einem Berater gehört aber mehr, als nur eine Beschreibung eines Mediums, sondern eben auch eine strategische Weitsicht, die Trends antizipiert.

Und so tuckert das alles auf «Sendung mit der Maus Niveau» vor sich hin. Nur ein Beispiel:

«Ein guter Berater weiß, dass es keine gute Idee ist, das Thema Social Media dauerhaft an eine externe Agentur abzugeben. [Denn dies ist] nicht vollständig in die Unternehmenskultur integriert…»

Ja, isses wahr. Für eine Hausarbeit im Proseminar brav, aber als Unternehmen wäre ich jetzt genauso schlau wie vorher.

Nein, so geht es nicht. Das Neue am Phänomen Social Media ist doch lediglich, dass soziale Interaktion zwischen Menschen in elektronischer Form stattfindet. Ein, zugegeben, extremer Vergleich, aber, wer würde einen Staubsaugervertreter ernst nehmen, der sich in ein Gespräch einmischt und dabei sagt «Mensch, gestern hatte ich aber mal wieder gar keinen Kraftverlust an der Düse». Klingelt es?