Blogger sind per se nun einmal keine Journalisten

Wenn ich mir die Postings mal so ansehe, die innerhalb der deutschen Blogosphäre mal wieder derzeit für Aufregung sorgen, bleibt mir nur ein Kopfschütteln. Da wird darüber debattiert, dass nun dem einen oder anderen offensichtlich kein CeBIT-Presseausweis ausgestellt wird. Wahrscheinlich war die Messegesellschaft nicht präzise genug, um klar zustellen, dass sie natürlich nur ein Interesse daran hat, dass sich vor Ort Leute auf ihre Kosten tummeln, die zumindest die Chance haben, auch gelesen zu werden. Dazu gehört nun einmal nicht jedes Blog und auch nicht jeder, der sich einfach mal Journalist nennt. Andererseits erscheint mir der Presseausweis für die CeBIT auch von denjenigen, die ihn noch nicht in Händen hielten, etwas überschätzt zu sein, denn arg viele Privilegien offeriert er nun einmal auch wieder nicht.

Aber ebenso wenig wie ein Zitronenfalter tatsächlich Zitronen faltet, ist ein Blogger gleich ein Journalist zu nennen, genauso wenig wie aus einem Webdesigner gleich ein Autor wird, nur weil er mal die Chance bekommen hat, über eine Software ein Buch zu publizieren. Wir befinden uns wohl gerade in einer Art Winterloch…

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Experto – sieht auch wie ein alter Bekannter

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Nun ja, die Idee ein Portal ins Leben zu rufen, auf dem sich die Nutzer gegenseitig um Rat fragen, ist nicht gerade sensationell neu und auch im Web bereits genug vertreten. Dieses alte Prinzip wird auch bei experto.de – der Online-Ratgeber wieder aus der Schublade gekramt. In wenigen Minuten ist die Anmeldung erledigt und die eigene Profilseite eingerichtet. Auf dieser dürfen Sie dann die anderen Besucher unter anderem davon überzeugen, warum Sie gerade auf Ihren Fachgebiet zu den Experten zählen. Ich habe auf den Seiten nun nicht viel gesehen, was ich so nicht bereits bei ähnlichen Angeboten gesehen habe, inklusive der schablonenhaft angewendeten Web2.0-Ästhetik inklusive des unvermeidlichen Beta-Logos.

Mal wieder Proust lesen

Nach meiner Erfahrung, neigt man mit zunehmenden Alter eher dazu, Werke aus der Literatur, die einen tiefen Eindruck hinterlassen habenm noch einmal zu lesen. So geht es mir gerade mit Marcel Prousts “Auf der Suche nach der verlorenen Zeit”, das ich im Alter von 18 oder 19 Jahren binnen weniger Wochen verschlungen habe. Die Monumentalität, die Sprachgewalt faszinieren mich auch heute noch, allerdings lese ich nunmehr doch bereits drei Wochen an “In Swanns Welt”. Das ist wohl der wesentlichste Unterschied zwischen den Studentenjahren und der Berufstätigkeit. Ich habe leider weniger Zeit dafür.