Ralf Rothmann: Feuer brennt nicht

Ich muss zugeben, ich habe von Ralf Rothmann bisher nicht viel gelesen. Dass der Rolling Stone ihn für den besten deutschsprachigen Erzähler hält, finde ich denn auch deutlich übertrieben, denn sprachlich klaffen zwischen seiner Prosa und dem meisterhaften Genazino doch Welten. Aber die Lektüre von „Feuer brennt nicht“ hat mich auf sehr feinsinnige Art und Weise sehr berührt. Erzählt wird die Geschichte einer großen Liebe zwischen einem Autoren und seiner 12 Jahre jüngeren Lebensgefährtin. Eine starke Liebe, auf beiden Seiten vor dem Hintergrund eines sich nach der Maueröffnung verändernden Berlins. Rothmann ist ein feiner Beobachter der Menschen und schildert alle seine Protagonisten sehr glaubwürdig und anschaulich. Mit Genuss lässt er seine Helden in diversen Stellungen vögeln und beginnt klassisch nach dem Aufbau von Sympathie mit seinen Helden mit der Demontage des Idylls bis zum tragischen Ende. Sprachlich sehr gelungen ist aus meiner Sicht die Schilderung der Gefühle des Autoren, als er sich in der gemeinsamen Wohnung eingeengt fühlt und den Weg in eine Affäre sucht, die das Zusammenleben der beiden füreinander bestimmten Menschen fortan belasten wird. Feuer brennt nicht ist ein sehr schönes Buch, das sich mit seinen knapp 300 Seiten auch schnell an einem Abend wegliest.

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