Der Arschloch-Faktor

Der Selbsttest im Buch von Robert I. Sutton hat eindeutig ergeben, dass ich kein Arschloch bin. Um ausgesprochene Arschlöcher geht es aber auf den fast 200 Seiten, des bei Hanser verlegten Buches. Fieslinge, die sich selbst in den Mittelpunkt stellen und Mitarbeiter und Kollegen gängeln, sind nicht nur Arschlöcher, sondern schädigen das Unternehmen. Diese wohl kaum als bahnbrechend und neu zu bezeichnende Erkenntnis beleuchtet der Autor auf unterschiedlichste Weise. So geht es ihm nicht nur darum, dass seine Leser Arschlöcher als solche erkennen, im Zweifelsfall auch sich selbst als solches einschätzen, sondern er möchte vermitteln, wie sich Unternehmen erfolgreich gegen Arschlöcher zur Wehr setzen. Das ist alles ganz ehrenwert, das Buch ermüdet aber seine Leser durch die ständige Verwendung des Begriffs, der aber sicherlich zum glänzenden Erfolg des Titels in den USA beigetragen hat. Ich war froh, als ich auf der letzten Seite angelangt war.

links for 2007-04-09

Veronika Peters: Was in zwei Koffer paßt

Es ist eine fremde und erstaunliche Welt, in die Veronika Peters Ihre Leser entführt. Mit einem ganz bemerkenswerten Talent für das Erzählen gesegnet, schildert sie in ihrem Buch 12 wichtige Jahre Ihres Lebens. Den Eintritt als 21jährige in ein Kloster der Benediktiner, den Alltag des Suchens, Fragens und Arbeitens während der folgenden 12 Jahre und schließlich das Verlassen des Klosters wegen einer großen Liebe.

Dieses Buch hat mich einfach tief in seinen Bann gezogen und eine große Wissenslücke zumindest ansatzweise geschlossen, nämlich die Frage, wie es sich in einem Kloster lebt? Und damit meine ich nicht die kontemplativen Seminare der Stille für gestresste Manager, sondern den Alltag eine Novizin auf dem Weg zur Schwester. Schon allein deshalb hat sich die Lektüre gelohnt. Aber eben nicht nur deshalb: Es ist unterhaltsam, bisweilen komisch mit viel Sym- und Empathie für seine Protagonisten geschrieben. Empfehlenswert!