Erster Spieltag der DEL aus Sicht eines Fans der Hamburg-Freezers

Der erste Spieltag ist gelaufen und aus Sicht eines Fans der Hamburg Freezers zumindest spielerisch ganz erfolgreich. Der Auftakt in die neue DEL-Saison ist geglückt, der erste Sieg in trockenen Tücher gebracht.

Aber aus meiner Sicht gab es auch einige bemerkenswerte Details an diesem ersten Spieltag der DEL Saison 2012/2013.

  • Beginnen wir mit der kritischen Würdigung der Schiedsrichterleistung. Eine Neuerung dieser Saison besteht darin, dass die Partien grundsätzlich mit vier Schiedsrichtern ausgerichtet werden. Bei diesem ersten Spiel glänzte insbesondere Roland Aumüller einmal mehr bei seinen Hamburger Auftritten mit einer, vorsichtig formuliert, recht einseitigen Betrachtungsweise der Regeln. Unfassbar eigentlich, dass der Mann sogar einen eigenen Fanclub besitzt. Sofern die Mitglieder dort die Veranstaltung nicht als Realsatire sehen. Das krasseste Beispiel war sicherlich das ungestrafte Halten eines Hamburger Stürmers durch einen Wulfsburger, das immerhin und ohne Puck in der Nähe handgestoppte 35 Sekunden dauerte, während wenige Sekunden später Kapitän Schubert für zwei Minuten auf die Bank durfte. Angeblich wegen eines unkorrekten Körperangriffs. Dumm nur, dass “Schubi” den Gegner gar nicht getroffen hatte. So bemühte sich Herr Aumüller also nach besten Kräften den Vorsprung der Freezers zu egalisieren, was die Mannschaft aber dann doch vereitelte. Immerhin hat er das klar erkennbare Torraum-Abseits zumindest im Video-Beweis dann doch gesehen und das Tor der Wolfsburger nicht gegeben. Die Aktion wäre in USA übrigens bereits vorher abgepfiffen und mit einer kleinen Strafe wegen Torhüterbehinderung geahndet worden.
  • Der neue Einlauf-Film der Hamburg Freezers: Schöne Bilder keine Frage. Sieht auch alles professionell aus. Nur, was hat GF Michael Pfad geritten, einen Film produzieren zu lassen, der vollständig in englischer Sprache ist? In Interviews und an jeder Straßenecke werden Pfad und sein Pressesprecher es nicht müde und erzählen es jedem, auch dem, der es nicht hören will, dass eine Bindung zum Publikum geschaffen werden soll. Und dann ein englischer Film ohne jeden Bezug zu Hamburg? In diesem Zusammenhang: Ein kritischer Blick auf die (peinliche) neue Kampagne der Freezers hätte vor dem Plakatieren nicht geschadet. David Wolf sieht mit seinen 23 auf den Plakaten wie 69 aus. Denn dass der Grauschleier im Gesicht “Eis” sein soll, erschließt sich entweder nur bekifften Werbeagentur-Inhabern oder aber nach einigem Nachdenken über die Überschriften.
  • Die Power-Breaks: Je nun. Sie gehören in der NHL seit Jahrzehnten dazu und helfen den Zuschauern am TV dabei, Getränke zu holen oder sich verbrauchter Getränke zu entledigen. Im Stadion indes sind sie eher langweilig. Aber statt leicht bekleideter Freezers-Girls mit Schneeschiebern Eis an den Rand transportieren zu lassen, würde Musik meiner Meinung nach einfach ausreichen. Denn die so am Rand des Feldes nun vorhandenen Eiswülste führen nur dazu, dass die Schiedsrichter diese wieder auseinander schieben, um dort eben keine Wülste entstehen zu lassen. Das macht das Eislaufen berechenbarer. An dieser Stelle wäre etwas Nachdenken der Verantwortlichen schon gut gewesen.

Aber wie gesagt: Sportlich lässt dieser erste Tag hoffen. Mal sehen, wie es heute in Nürnberg weitergeht.

Erfahrungen mit dem Google Nexus 7 – (k)ein iPad Killer

Seit 14 Tagen bereichert das Google Nexus 7 Tablet den Gerätepark in unserem Haushalt. Viel wurde in der Vorberichterstattung dazu bereits geschrieben. Sogar von einem “iPad-Killer” war vereinzelt die Rede. Genügend Vorschusslorbeeren für ein kleines Tablet also.

Bestellung und Unboxing

Ich habe am Erstverkaufstag das Nexus direkt im Google PlayStore bestellt. 5 Werktage dauerte es, bis ich das kleine Paket in Empfang nehmen durfte. Das Nexus wird in einem schlichten Karton geliefert, der sehr hübsch und wertig aussieht. Beim Verpackungs-Design haben sich inzwischen viele Unternehmen von Apple inspirieren lassen. So sind die einzelnen Verpackungsteile schnell mit kleinen Laschen auch aus der Tiefe des Kartons herauszuziehen. Wie heute üblich liegt aber lediglich eine kurze Broschüre bei, die dem Nutzer nur die ersten Schritte erklärt.

Mein erster Eindruck war überaus positiv. Das Tablet startete flott und lag sofort gut in der Hand. Obwohl die Rückseite aus Kunststoff gefertigt ist, fühlt sich das kleine Gerät nicht billig an. Die Oberfläche erinnert von der Haptik in der Hand an eine Mischung aus Gummi und Leder, was sich aber durchaus angenehm anfühlt. Und das Display leuchtete brillant.

Einrichtung und Nutzen

Dass sich Google bei der Einrichtung des kleinen Begleiters Blößen gibt, hatte ich nicht erwartet. Und tatsächlich ist die erste Konfiguration des Geräts extrem einfach. Einige Fragen beantworten, WLAN-Schlüssel eingeben und im Zweifel einen Google Account einrichten oder eröffnen. Schon kann es weitergehen. Etwas überrascht war ich indes davon, dass ich die Auswertung des Lagesensors (zumindest in meinem Fall) erst über die Systemeinstellungen aktivieren musste. Denn nach dem Wechsel in eine App weigerte sich das Nexus den Bildschirm im Querformat darzustellen. Apropos: Der Homebildschirm wird indes immer in der Vertikalen dargestellt.

Ganz klar: Das Nexus ist für den Google Kosmos optimiert. Und genau dass sehe ich auch als seinen größten Mehrwert. Ob Mail, Kalender oder Reader – wer seine Daten mit Hilfe von Google in der Cloud speichert, hat hier den idealen Begleiter gefunden, um von der Couch oder auf der Terrasse seine Mails zu überprüfen oder Termine zu verwalten. Auch das Surfen im Web macht damit Spaß, auch wenn ich persönlich das Display für das Lesen längerer Texte als etwas zu klein empfinde.

Startbildschirm Nexus 7

Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Umstellung auf das Android-Gerät, wenn Sie längere Zeit unter iOS gearbeitet haben. Denn statt der vielen “Wisch-Gesten”, mit denen Apple aufwartet, vertraut Google hier mehr auf seine Softkeys am unteren Rand des Bildschirms, über die Sie stets einen Schritt zurückkommen oder den Startbildschirm aufrufen. Gut gefällt mir dagegen der Wechsel zwischen bereits laufenden Apps. Ein Tipp auf das entsprechende Symbol und Sie erhalten eine Liste mit Vorschaufenstern und kehren zum gewünschten Programm zurück.

Google kennt zwar kein SIRI, aber dafür ebenfalls eine Diktierfunktion. Und auch diese funktioniert überraschend perfekt und das ganz ohne besonderes Training.

Apps für das Nexus 7

Der Markt für Android-Apps ist wirklich kaum zu überschauen. Zu fast jedem erdenklichen Einsatzgebiet wird es mindestens eine Anwendung, in der Regel aber deutlich mehr, geben. Die Preise sind dabei durchaus moderat und mit iTunes zu vergleichen. In dieser Hinsicht begegnen sich Apple und Google absolut auf Augenhöhe. Zwei Apps, die ich bereits auf meinem HTC-Handy gern und viel genutzt habe, lassen sich ohne Probleme auch auf dem Nexus installieren. Die Aufgabenverwaltung Astrid halte ich persönlich für eine der besten GTD-Anwendungen für Android. Und mit Swiftkey sparen Sie beim Schreiben jede Menge Zeit, da die Vorschläge des Programms nahezu immer passen.

Swiftkey im Einsatz

Der Google Play Store

Schon nach einigen Tagen mit dem Nexus 7 stellt sich zumindest für mich heraus, dass ich das Gerät kaum für das produktive Arbeiten nutzen würde. Mir ist das Display einfach zu klein, um damit tatsächlich Texte zu schreiben, wie etwa diesen Blogbeitrag, der auf dem iPad mit der Bluetooth-Tastatur von Logitech entsteht. Von seinem Konzept her, dürfte das Nexus auch mehr von Google als Entertainment-Plattform für den eigenen Store gedacht sein.

Doch dessen Angebot in Sachen Filme und Bücher ist dann doch eher ernüchternd. Die Auswahl der Filme, die zum Leihen zur Verfügung stehen, erinnert eher an eine schlecht sortierte Videothek um die Ecke. Hier hat iTunes einfach die Nase vorn. Und in Sachen Büchern kommt so schnell halt doch niemand an Amazons Kindle heran. Apropos: Zwar gibt es für Android auch eine Kindle-App, sodass ich meine gekauften Titel auch auf dem Nexus lesen kann. Allerdings empfinde ich das Lesen auf dem klassischen Tastatur-Kindle immer noch als unübertroffen angenehm.

Kurzum: Hier wartet auf Google noch jede Menge Arbeit, wenn der Versuch mit dem Nexus die beiden Mitbewerber tatsächlich deutlich herausfordern soll.

Fazit

Die Arbeit mit dem Nexus macht Spaß. Um schnell etwas im Internet nachzuschlagen, Mails zu checken oder zu twittern bietet es ausreichend Displaygröße und Standzeit. Auch das Spielen mit dem Tablet macht Freude. Ein iPad-Killer ist es indes definitiv nicht.

Ciao Alice-DSL – Firmenübernahme mit dem O2-Dampfhammer

Wenn Sie das Geschehen in diesem Blog regelmäßig verfolgen, dann wissen Sie, dass ich schon einige Jahre mein DSL von Alice beziehe. Und dann wissen Sie auch, dass ich seit fast zwei Jahren das IP-TV-Angebot aus dem gleichen Hause nutze.

Das wird aber wohl nicht mehr lange so bleiben. Es wird Zeit zu gehen, Lieschen…

Firmenübernahme mit dem Dampfhammer – danke o2!

“Alice ist jetzt bei o2 zu Hause”. So verkündete es die Werbung vollmundig. Ich hätte von der O2-Werbung gewarnt sein müssen. Denn wer viele Blasen macht, produziert letztlich nur Schaum.

Eigentlich hat O2 ja genügend eigene Probleme damit, seinen Kunden zumindest stabil und dauerhaft sein mobiles Angebot zu gewähren. Doch statt sich vielleicht erst einmal um diese Aufgaben zu kümmern, nimmt man sich natürlich auch die Neuerwerbung vor.

Wenn einer meiner Leser mal ein Buch zum Thema “Firmenübernahmen, wie man sie besser nicht gestalten sollte” schreiben will: Ich bin mir sicher, dass dies hier ein passendes Lehrstück ist.

Neue Tarife bei Alice-DSL – nur nichts mehr für Profis

Als ich mich seinerzeit für Alice entschieden haben, waren es neben dem Preis vor allem zwei Dinge, die den Ausschlag gegeben haben.

  1. Echtes ISDN: In seinem Kerngebiet (rund um Hamburg, der Stammzelle des ehemaligen Hansenets, aus dem dann Alice wurde) war das Unternehmen zwar auch auf das Leitungssnetz der Telekom angewiesen. Es bot aber echtes ISDN mit einem klassischen NTBA an. Das war für mich wichtig, da die NGN-Anschlüsse, die heute auch teilweise von der Telekom verbaut werden, noch in den Kinderschuhen steckten und viele Nutzer darüber klagten, nicht stabil telefonieren zu können.
  2. Business-Tarife: Alice bot einen Business-Tarif an. Der war zwar etwas teurer, garantierte im Störungsfall aber eine Reaktion und Beseitigung des Problems binnen 24 Stunden. Wer mit Kunden kommunizieren muss, ist über ein solches Modell dankbar.

Nun hat sich O2 mal dieses Tarifdschungels angenommen und aufgeräumt. Und zwar richtig!

Das Business-Angebot gibt es nicht mehr. Und was noch schlimmer ist. Nach Aussage von Mitarbeitern des Hauses in den verschiedenen Kundenforen, werden Anschlüsse von Bestandskunden, die einen Tarifwechsel durchführen, auf die NGN-Technik umgestellt. NGN ist in diesem Zusammenhang ein niedlicher Ausdruck für Voice over IP mit einer Emulation für ISDN-Geräte.

Also zwei der Dinge, die mich für ein Angebot begeisterten, sind hastdunichtgesehen weggefallen. Natürlich, ohne den Kunden zu informieren.

Die Kundenumfrage-Täuschung

Anfang des Jahres gab es per Mail die Aufforderung, sich doch an einer Kundenumfrage zum Thema Alice-TV zu beteiligen. Natürlich mit dem Ziel, den Service zu verbessern. Die Gelegenheit habe ich gern ergriffen, auch und gerade hinsichtlich des Programmangebots und der verwendeten Hardware.

Die Mühe hätte ich mir sparen können, denn Alice TV wird nicht mehr vermarktet. Mit anderen Worten, wird früher oder später gestrichen werden.

Alice gehörte zu den Pionieren in Deutschland auf diesem Gebiet und kaum hat sich Telefonica das Unternehmen einverleibt, scheint man sich von der Idee des Triple-Plays zu verabschieden. Dagegen wäre fast nichts zu sagen, wenn man wenigstens Mobilfunk im Griff hätte.

Das Management dort scheint allmächtig und allwissend zu sein, denn wie sonst kann man binnen weniger Monate:

  • Eine Marke einstampfen?
  • Angebote einstampfen?
  • Technik einstampfen?

Für mich als Kunden ist das etwas mühsam, aber kein Beinbruch. Die Alternativen sind für das Ende der Vertragslaufzeit meines TV-Angebots auch schon festgelegt.

  • DSL kommt dann wieder von der Telekom.
  • Und Pay TV liefert dann Sky per Satellit.

Ciao, Alice – es war schön mit Dir

Dymo Labelwriter – Mac Anwender lasst es lieber sein

Wer schnell einmal ein Etikett für den Versand drucken möchte, oder die Vorteile der Internetmarke nutzen will, braucht sich nicht mit Einstellungen für Etiketten-Bögen herum zuschlagen. Die Arbeit mit einem Etiketten-Drucker sollte schneller gehen. Hatte ich jedenfalls gedacht.

Meine Wahl fiel auf den possierlichen Labelwriter 450 aus dem Hause Dymo. Das Gerät bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und der Hersteller weist auch darauf hin, dass es sich mit dem Mac gut verträgt.

Das Versprechen: Kompatibel mit Mac OS 10.4. und höher

So steht es jedenfalls auf dem Karton. Auch die beiliegende Bedienungsanleitung geht jetzt erst einmal von einer einfachen Installation auf dem Mac aus. CD rein, Installationsprogramm gestartet und los geht’s.

Tja, das war dann erst einmal nichts. Das Installationsprogramm lief zunächst ganz unauffällig durch, blieb dann aber hängen. Es sollte alles nur “weniger als eine Minute” dauern, doch als nach 15 Minuten immer noch kein Fortschritt zu erkennen war, brach ich die Sache ab. Zumal auch die Konsole vor Fehlermeldungen nur so strotzte.

Zu früh gefreut, also.

Die Recherche: Neuere Software für Lion

Glücklicherweise gibt es ja das Internet, und ein Blick in den Support-Bereich von Dymo hat dann verraten, dass es eine neuere Version des Installationsprogramms gibt. Im Kleingedruckten ist dann auch zu lesen, dass diese Version auch mit Lion kompatibel ist. Prima! Also mal schnell die 40 MB heruntergeladen und die Installationsroutine gestartet.

Tja, das war dann auch erst einmal nichts. Auch dieses Setup blieb stehen. Die Konsole beruhigte sich auch nicht.

Der Trick – und ich kann wenigstens drucken

Glücklicherweise habe ich ja einige Erfahrungen mit Computern sammeln dürfen. Also habe ich mal das Installationspaket geöffnet und fand darin doch tatsächlich zwei Pakete, die sich eindeutig als die notwendigen Treiber für CUPS identifizieren ließen. Die beiden Pakete konnte ich dann auch problemlos installieren und schon wurde der Drucker beim Anschließen erkannt. Ich kann jetzt drucken!

Was nicht funktioniert, sind die vielen versprochenen Integrationen in andere Apple-Anwendungen, um etwa aus dem Adressbuch heraus schnell ein Etikett zu drucken. Schade.

Fazit

Ich habe mir natürlich die Mühe gemacht, und eine Anfrage an den Support gestellt. Fragen Sie mich nicht, ob von dort etwas kommen wird. Hoffnung macht die Installation jedenfalls nicht.

Und irgendwie bin ich bereits jetzt enttäuscht. Verglichen mit den tollen Support-Seiten und der sehr guten Unterstützung von Mac und Linux durch Brother, hätte ich vielleicht doch eher einen Labelprinter dieses Herstellers kaufen sollen.

Lust und Frust eines Hamburg Freezers Fan

Diesen Beitrag wollte ich schon lange geschrieben haben, aber die Zäsur vor der Endrunde der Meisterschaft in der DEL scheint endlich der richtige Zeitpunkt dafür zu sein.

Eishockey – das ist der schnellste, körperbetonste Mannschaftssport. Meine Eishockey-Sozialisation geht auf Kindertage zurück, als ich einen Erich Kühnhackl oder Gerd Trunschka gebannt auf der Mattscheibe verfolgte. Damals gab es Eishockey auch im öffentlich-rechtlichen TV zu sehen und gerade in der ARD gab es einen Moderatoren, der auch Einsteigern regelmäßig geduldig das Regelwerk erklärte. (Falls einer meiner Leser den Namen parat hat, wäre ich dankbar. Es muss so zwischen 1978 und 1980 gewesen sein.) Und als Hamburger freue ich mich natürlich darüber, dass ich Eishockey der 1. Liga in einer sehr schönen Arena sehen kann. Das soll übrigens andere Mannschaften hier in Hamburg nicht schmälern. Auch in Farmsen werden gute Spiele abgeliefert, aber wer die legendären Kölner Haie sehen will, muss schon in die große Arena. Der Sport macht mir viel Freude bei Zuschauen, aber eben nicht nur. Hier also mal meine subjektive Lust-/ Frust-Liste. Kommentare sind gern gesehen!

  • Frust Nummer 1: Öffentliche Berichterstattung: Sie findet nicht statt. Einen der Tiefpunkte konnte ich gestern erleben. Da wurde der Mannschaftskapitän der Freezers, Christoph Schubert, zur besten Eindruselzeit in eine Regionalsendung des NDR eingeladen. Schade, dass das Thema Eishockey so gar nicht das des Moderatoren war. Denn statt um den Sport, die aktuelle Tabellensituation, ging es in erster Linie um Verletzungen. “Warum muss man denn Checks zu Ende fahren?” Schon mal einen Fußballer gefragt, warum diese oder jene Grätsche sein muss? Vielleicht liegt es an meinem Beruf, aber mir wären da auf Anhieb einige intelligentere Fragen zum Sport eingefallen. Aber “Schubi” hat sich gut aus der Affäre gezogen, nur wenn mal als Fernsehsender keine Ahung von dem Sport hat, sollte man das dann lieber mal ganz sein lassen. Achja: Natürlich präsentiert sich Sky hier wieder als Retter des Sports, denn da kann ich ja DEL live sehen. Richtig. 1 Partie von 7 pro Spieltag. Die regionalen Zeitungen sind stets bemüht, aber wenn ich die Artikel zusammenstreiche, in denen nur die Trainerstimmen abgedruckt werden, leben die Freezers-Seiten der Hamburger Morgenpost eigentlich mehr von den Kommentaren der Leser. Schade. Und rätselhaft zugleich. Denn als Hamburger Erfolge mit einer Hamburger Mannschaft feiern zu können, ist momentan ja eher nicht so häufig. Während im Fußball jede Blähung oder Inkontinenz eines Bundesliga-Legionärs, deren Namen ich teilweise kaum noch aussprechen kann, seitenweise auf deren das Spiel beeinflussenden Charakter analysiert werden, findet Eishockey nicht statt. Übrigens ist das weltweit eher keine Randsportart.
  • Frust Nummer 2: Anschutz: Sagt Ihnen jetzt vielleicht nichts. In Kurzform. Eine Unternehmensgruppe gegründet von einem amerikanischem Herren mit teilweise merkwürdigen politischen Ansichten, was man so lesen darf. Ihm gehören weltweit einige Arenen und damit auch Mannschaften. In Deutschland sind dies die beiden DEL-Mannschaften Hamburg Freezers und die Berliner Eisbären. Und genau diese Unternehmensgruppe hinterlässt in Hamburg gerade keinen so günstigen Eindruck. Da ist es einer klug handelnden Geschäftsführung gelungen, aus meiner Sicht einen Wendepunkt zu erreichen. Aufbauarbeit zu leisten und einige junge Spieler sogar langfristig an den Verein zu binden. Und dann erhalten weder der Geschäftsführer noch der Trainer ihre Vertragsverlängerungen. Stattdessen wird in der Presse dann ein Satz lanciert, wie etwa “Aus unserer Erfahrung spielt es für die Spieler keine Rolle, wer hinter der Bande steht”. Sicher ist klar. Hat der sportliche Direktor bestimmt nicht als Teil des Paketes erwähnt. Die Herren sollten vielleicht aufpassen, den Bogen nicht zu überspannen. Denn mit rund 9000 Besuchern pro Spiel haben die Freezers auch gezeigt, dass an dem Standort etwas herauszuholen ist. Wäre dumm, wenn die offensichtlich favorisierten Eisbären den Pokal dieses Jahr nicht holen. Und wie so eine Arena ohne Fans aussieht, durfte gerade ein anderer Teambesitzer mit eigenwilligen Ansichten in Hannover erleben.
  • Frust Nummer 3: Das Hamburger Jubelpublikum: Au weia. Hier könnte ich jetzt Seiten füllen. Aber vielleicht machen Sie sich selbst mal ein Bild. Einfach mal die Pinnwand der Freezers auf Facebook betrachten. Zwischen “Auf gehts” und “Der Norden sind wir” gibt es dann gelegentlich auch mal einen Kommentar mit etwas Substanz von Menschen, die durchscheinen lassen, dass sie zumindest das Regelwerk verstanden haben. Schlimm ist es teilweise in der Halle. Am eindrucksvollsten vielleicht mal an einem Einzelbeispiel. Ich sitze momentan häufig in U7, 3 Reihe. Zwei Reihen hinter mir sitzt, nennen wir sie mal, Gertrud. Vielleicht erkennt sich die Dame ja sogar. Dauerkarteninhaberin, mit allen Zipp und Zapp ausgestattet, Trikot, Schal usw. Nur leider von jeder erdenklichen Grundkenntnis des Sports befreit. Aber natürlich weiß sie, was genau in jeder einzelnen Situation zu tun ist. Da werden Pässe falsch gespielt (ja, das sehe ich auch, wenn sie beim Gegner landen), und der Torhüter hätte den doch halten müssen. Hat sich der Goalie in dieser Situation sicherlich auch gedacht, nachdem er die Scheibe aus dem Netz holte. Besonders abgesehen hat sie es auf Christoph Schubert, den sie immer unseren “NHL Profi” nennt. Das muss besonders verwerflich sein, dass dieser jetzt nicht die amerikanische Spielweise mit nach Deutschland gebracht hat. Achja, und Alexander Polaczek ist in ihren Augen auch ein totaler Versager. Schade, dass sie dann ein reguläres Icing genauso wenig erkennt, wie ein völlig deutlich sichtbares Torraumabseits. Gertrud sein an dieser Stelle einmal zugerufen: Wenn man von dem Sport keine Ahnung hat, dann bitte einfach mal die Fresse halten. Bitte! Selbst mein Jüngster, der sich seit einem halben Jahr intensiv für den Sport interessiert, hat Dich in Sachen Fachkenntnisse schon überholt und beginnt unter Deinem Unsinn zu leiden!!! Aber Gertrud ist schlicht auch nur ein Synonym für die “prima Stimmung” in der Halle. Da schreit und turnt sich der Fanblock wund, alle gehen begeistert mit, nur wenn dann ein Breakout stattfindet, ist schnell wieder Ruhe. Aber genau das ist Eishockey. Wer nach vorne stürmt, verliert mal den Puck und der Gegner läuft aufs eigene Tor zu. Und in dieser Situation braucht die Mannschaft dann keine Unterstützung?
  • Frust Nummer 4: Überzogene Erwartungen: Die Stimmung in der Halle wird aber auch durch deutlich überzogene Erwartungen aus dem Umfeld der Hamburg Freezers selbst geschürt. Natürlich muss es Aufgabe sein, die Halle zu füllen, um zum wirtschaftlichen Erfolg beizutragen. Und für die, die sich nicht so gut auskennen. Die Mannschaft fährt zu Auswärtsspielen per Bus oder dem ICE. Und wer einmal hinter die Kulissen der einen oder anderen Arena geblickt hat, wird vielleicht verwundert feststellen, dass die Umkleideräume so mancher Kreissporthalle technisch moderner sind. Wir reden hier also nicht von einem Millionen-Business. Aber bei aller Begeisterung, die Homepage oder das Arena-Magazin “FaceOff” so ausstrahlen: Es geht in der ersten Runde der Playoffs gegen Mannheim. Eine Mannschaft, die sich über das Jahr gesehen, wenig Schwächen gegeben hat. Von daher wäre es geradezu seine Sensation, wenn es den Freezers gelänge, ins Halbfinale einzuziehen.

Aber neben dem ganzen Frust, gibt es auch schlicht viele tolle Dinge und Momente, die mich rund um die Hamburg Freezers begeistern:

  • Radio Planet Ice: (Noch?) Bin ich nicht verrückt genug, um Kind und Kegel einzupacken, um Auswärtsspiele zu gucken. Von daher kann ich das Engagement von Radio Planet Ice nicht genug loben. Hier kann ich daheim vor dem Rechner sitzen und mir die Auswärtsspiele anhören. Das ist spannend, packend. Die Jungs machen einen unheimlich guten Job.
  • Unsere Nummer 89: Es macht Spaß, David Wolf spielen zu sehen. Der Junge gibt keinen Puck und keinen Zweikampf verloren. Und ist abseits des Eises auch ein unheimlich sympathischer Typ, wie ich jüngst bei der ersten Autogrammstunde meines Lebens (mein Jüngster wollte so gern sein Trikot signiert haben) erleben durfte. Ich bin mir sicher, dass David noch eine ganz große Karriere vor sich hat, befürchte aber, dass ihn uns die NHL schneller wegschnappt, als uns allen lieb sein dürfte. Nur ein bisschen das Kampfschwein-Image sollte er noch ablegen, denn mit fast 3 Stunden auf der Strafbank in einer Saison, hilft er der Mannschaft nur sehr begrenzt.
  • Familiäre Atmosphäre in der O2 World: Leute, geht mit Euren Kindern zum Eishockey! Auch wenn 12.000 Menschen da sind, habe ich nie das Gefühl, meine Kids nicht allein zur Toilette gehen lassen zu können. Es gibt am Eingang keine Hundertschaften von Polizei, keine Schlägereien und gerade Personal, Ordnungskräfte und andere Besucher nehmen auf die Kids wirklich Rücksicht.
  • Teamgeist der Freezers: An einem guten Tag können die Freezers wirklich jeden Gegner, zumindest daheim, schlagen. Dies liegt einerseits daran, dass die Liga sehr sehr eng ist. Zum anderen aber sieht man, dass diese Truppe gern miteinander spielt und bereit ist, zu kämpfen. Und dieser Teamgeist ist toll zu beobachten. Bisher gab es diese Saison erst ein Spiel zu Hause, bei dem dieser Geist verschwunden schien und da gab es von den Tribünen Pfiffe. Und nachwie vor glaube ich, zurecht. Denn der Teamgeist der Mannschaft ist ein tragendes Element der Mannschaft und eine wichtige Brücke zwischen Team und Fans.
  • Das Spiel, das Spiel, das Spiel: Eishockey ist schnell, es ist emotional. Der 4.3.2012 war Werbung für den Sport pur. Ausverkauftes Haus. Eine Schweigeminute für die viel zu früh verstorbene Mitgeschäftsführerin bei den Hamburg Freezers und dann ein Spiel, in dem binnen Minuten Treffer um Treffer fiel. Während sich beim Fußball eben noch ein Stürmer nach einer Schwalbe vom Boden rappelt, können im Eishockey in der gleichen Zeit zwei Tore fallen. Die Jungs spielen nicht weniger hart, als die Kollegen mit dem Ball, verdienen und jammern nur weniger.

Also Leute, geht zu den Hamburg Freezers!