{"id":1209,"date":"2008-12-31T15:11:54","date_gmt":"2008-12-31T13:11:54","guid":{"rendered":"https:\/\/news.lamprecht.net\/index.php\/2008\/12\/31\/die-krise-bei-openoffice\/"},"modified":"2008-12-31T15:11:54","modified_gmt":"2008-12-31T13:11:54","slug":"die-krise-bei-openoffice","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/news.lamprecht.net\/index.php\/2008\/12\/31\/die-krise-bei-openoffice\/","title":{"rendered":"Die &#8220;Krise&#8221; bei OpenOffice"},"content":{"rendered":"<p>In den vergangenen Tagen geisterte durch die einschl\u00e4gigen IT-Gazetten eine Einsch\u00e4tzung des Entwicklers Michael Meeks zur Lage bei OpenOffice. Ihn beunruhigt insbesondere der R\u00fcckgang der aktiven Programmierer und ein schleichender R\u00fcckzug von Sun. Je nun. Ich bin innerhalb des Projekts nicht engagiert, sondern beobachte es mit journalistischer Neugier und gehe auch t\u00e4glich mit den Ergebnissen zweier Projekte (openSuse und OpenOffice) praktisch um, in dem ich die Produkte einsetze. Ob OpenOffice als Projekt wirklich &#8220;krank&#8221; ist oder nicht, vermag ich nat\u00fcrlich nicht zu beurteilen, dass das Release 3.0 allerdings eine funktionale Entt\u00e4uschung ist, dagegen schon. Das Programm Writer begleitet mich t\u00e4glich. Die auch \u00f6ffentlich besonders hervorgehobenen Neuerungen sind die Skalierung mittels eines Schiebereglers sowie die farbigen Kommentare. Nat\u00fcrlich gibt es noch zahlreiche Verbesserungen im Detail, blo\u00df die sieht niemand. Und wenn dann wenige Wochen nach dem Release pl\u00f6tzlich kolportiert wird, dass sich ein Projekt um eine schickere Oberfl\u00e4che k\u00fcmmern will, dann ist dieses Timing zumindest als ungl\u00fccklich zu bezeichnen.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, dass mich die nachfolgenden zwei Thesen nicht gerade popul\u00e4r machen werden, aber dennoch m\u00fcssen sie einmal raus: 1. <strong>OpenSource-Entwickler verstehen augenscheinlich nichts von Marketing.<\/strong> 2. <strong>OpenSource-Entwickler denken nicht an den Anwender.<\/strong><\/p>\n<p>Es ist sch\u00f6n, dass Calc nun noch mehr zu Excel aufgeschlossen hat, es ist sch\u00f6n, dass es im Writer farbige Kommentare im Post-It-Stil gibt, aber wo sind die Argumente, die mir als Nutzer das Gef\u00fchl geben, dass ich unbedingt diese Software einsetzen soll? Auch wenn es wahrscheinlich an dieser Stelle niemand gern liest: Von Microsoft lernen, heisst in diesem Fall einfach siegen lernen. Denn, dass es im Bereich der Office-Pakete wenig Funktionen zu erdenken gibt, die tats\u00e4chlich sinnvoll sind und praktischen Nutzen versprechen, ist aufgrund der langen Historie dieses Genres nicht verwunderlich. Und was machte Microsoft bei Office 2007? Es entwickelte eine komplett neue Oberfl\u00e4che, die auch gen\u00fcgend Eye-Candy enth\u00e4lt, so dass das Arbeiten damit einfach Spa\u00df machen kann. Das nenne ich Marketing! Dass es Entwicklern schwer f\u00e4llt, sich in einem solchen Softwareblock wie OpenOffice wiederzufinden, da kein Anwender jemals seinen pers\u00f6nlichen Beitrag zum Projekt optisch entdecken wird, tr\u00e4gt sicherlich nicht zur Langzeitmotivation eines Freiwilligen bei. Um dem bekannten Vorwurf gleich vorzubeugen: Marketing muss (gerade heute nicht mehr) nichts mit Budget zu tun haben. Also bitte jetzt nicht das Argument mit der fehlenden monet\u00e4ren Ausstattung kommen.<\/p>\n<p>Die zweite These h\u00e4ngt sehr eng mit der ersten zusammen: Wer wirklich an seine Nutzer denkt, rollt keinen Desktop aus, der so buggy ist, dass damit niemand arbeiten kann, um sp\u00e4ter dann zu vermelden, dies sei eine Preview. Auch die anschlie\u00dfend hintergeschmissenen Interviews, dass jede KDE-Generation f\u00fcr immer weitere Nutzerkreise empfehlenswert wird, geht an den Anwendern vorbei und stammt noch aus der Zeit, in der Linux nur von einem erlauchten Kreis von Eingeweihten benutzt wurde und werden konnte.<\/p>\n<p>Und KDE 4.1 eignet sich meiner Meinung nach immer noch nicht f\u00fcr den Produktiveinsatz, zumindest, wenn ein wichtiger Parameter Stabilit\u00e4t sein sollte. In N\u00fcrnberg braucht man sich deshalb auch nicht zur\u00fcckzulehnen. Es sei dem lieben &#8220;Zonker&#8221; geschrieben, dass eine Distribution, die im Rahmen eines Updateprozesses vergisst, die aktuell dann zust\u00e4ndigen Repositories einzutragen und alles, was mit Multimedia auf dem System vorhanden war, niederzub\u00fcgeln, entweder bei der Konzeption schludert oder keinerlei Qualit\u00e4tssicherung genossen hat.<\/p>\n<p>So lange bei der Entwicklung schlicht der einfache Anwender ausser Acht gelassen wird und Benutzbarkeit ein Fremdwort bleibt, bleiben Opensource-Projekte die Geheimtipps einiger Geeks und von Leuten, die ihr System nicht einfach benutzen wollen, sondern die Zeit und die Lust haben, daran auch noch herumzubasteln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen Tagen geisterte durch die einschl\u00e4gigen IT-Gazetten eine Einsch\u00e4tzung des Entwicklers Michael Meeks zur Lage bei OpenOffice. Ihn beunruhigt insbesondere der R\u00fcckgang der aktiven Programmierer und ein schleichender R\u00fcckzug von Sun. 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