Ein Lebenszeichen der Freezers – Sieg gegen Wolfsburg 3:1 (26.9.2014)

Die Hamburg Freezers haben am Donnerstag auf die anhaltende Flaute reagiert und Benoit Laporte entlassen. Während ihm in der vergangenen Spielzeit noch die Zeit gelassen wurde, den Kader wieder in Tritt zu bringen, war das Tischtuch zwischen Laporte und dem sportlichen Leiter Stephané Richer offensichtlich durchschnitten.

Keine leichten Vorzeichen also für das gestrige Spiel. Schon nach wenigen Minuten wurde aber klar, dass die Spieler bisher nicht „gegen den Trainer“ gekämpft hatten. Die Männer um Serge Aubin waren bemüht, mehr zu kämpfen, gingen deutlich motivierter zur Sache, zeigten aber oft genug Nerven. Über Nacht war da jetzt kein Eishockey-Wunder geboren.

Aber das deutlich entschlossenere Auftreten wurde mit dem vom Hamburger Publikum so ersehnten Führungstreffer belohnt. Im einzigen Powerplay, das halbwegs überzeugen konnte, traf Flaake zum 1:0. Und trotz der stärkeren Bemühungen der Wolfsburger ging es mit der Hamburger Führung auch in die Kabine.

Es folgte ein eher schwächerer Abschnitt der Freezers. Den Beginn eines Drittels zu verschlafen, ist kein neues Leiden der Hamburger Kufencracks. In der 26. Minute war es dann soweit. Die Wolfsburger trafen zum Ausgleich.

Damit war die entscheidende Phase der Begegnung eingeläutet. Den unter 7.000 Zuschauern (kalkulierter Saisonschnitt sind rund 8.500, was die Bedeutung des Trainerwechsels noch einmal unterstreicht) boten sich jetzt haarsträubende Minuten. Die Freezers wurden nervös und die Mannschaft stand erneut kurz davor, zu zerfallen.

Ein gut aufgelegter Caron (und man muss es deutlich sagen) und die in dieser Phase bemerkenswerte Unfähigkeit des Wolfsburger Sturms retteten das Unentschieden.

Nachdem sich die Nerven der Spieler wieder etwas beruhigt hatten, zeigte Kevin Clark erstmals in dieser Saison in Vollendung, warum er nach Hamburg gelockt wurde. Mit einer feinen Einzelleistung trug er einen lupenreinen Konter vor und brachte die Hamburger erneut in Führung.

Mit dem Spielstand ging es in die zweite Pause. Das letzte Drittel war körperbetont und umkämpft, teilweise deutlich jenseits jeglicher Fairness. Das lag an einer erneut schwachen Leistung der Schiedsrichter Aicher und Krawinkel, die Kleinigkeiten pfiffen, aber grobe Unsportlichkeiten durchwinkten. Wie so oft in einer solchen Konstellation versuchen sich die Spieler dann selbst, auf dem Eis zu helfen.

Am Ende der Partie nahmen die Wolfsburger ihren Torhüter heraus, was die Hamburger zu einem (zumindest diskutablen) Empty-Net-Treffer ausnutzen konnten. Mit dem Endstand von 3:1 konnten die Freezers das Spiel für sich entscheiden.

Kein schöner Sieg, mit Sicherheit ein (etwas) glücklicher Sieg, aber auch ein wichtiger Sieg.

Das war aus meiner Sicht ein Lebenszeichen des Kaders, aber ohne Zweifel noch keine Trendwende, wie sie die Hamburger Sportjournaille ausmacht. Die Autoren, die mit ihrem Geschreibsel im Sommer von „Meisterschaft“ und „nächster Schritt in den Playoffs“ nicht ganz unschuldig an der aktuellen negativen Situation der Freezers sind. Dazu gibt es nach wie vor viel zu viele Schwächen sowohl in Überzahl als auch in der Verteidigung.

Gut in Form: Clark, Caron, Flaake, Klassen, Schubert, Schmidt.
Schlecht in Form: Oppenheimer, Pohl, Westcott, Sertich.

Fazit: Es bleibt viel zu tun, aber es besteht auch die Hoffnung, dass die Mannschaft wieder an Selbstbewusstsein gewonnen hat.

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