Perfekter Milchschaum für Ihren Kaffee – der Alltagstest

Der perfekte Milchschaum auf dem Cappuccino oder einer anderen Spezialität – er ist eine Wissenschaft für sich. Neben rein physikalischen Erklärungen lesen Sie im Internet viele widersprüchliche Beschreibungen, wie denn der Milchschaum zu sein hat. Einigkeit besteht bei der Mehrheit der Autoren allerdings darin, dass Schokopulver auf dem Schaum eher als Affront anzusehen ist.

Ich persönlich bevorzuge einen Milchschaum, der eine leicht cremige Konsistenz hat. Perfekt ist er für mich dann, wenn er an leicht und frisch geschlagene Sahne erinnert. Aber wie kriegen Sie solchen Schaum in den eigenen vier Wänden hin? Ich habe mehrere Gerätschaften eine Weile miteinander verglichen:

Schaum direkt aus der Maschine

Das Experiment Milchschaum direkt von der Maschine produzieren zu lassen, währte jeweils nur kurz. Das liegt an dem konzeptionellen Fehler der Geräte. Maschine Nummer eins bezog die Milch aus einem separaten Behälter, der im Kühlschrank aufbewahrt wurde. Immerhin. Die Bedienung war insofern bequem, dass das Anschließen des Behälters an die Maschine genügte. Ein Knopfdruck später wurde ein Cappuccino produziert. Die Tasse musste dazu nicht bewegt werden. Nachteil: Der Schaum war natürlich lau bis kalt. Außerdem reichten bereits wenige Spritzer Milch am Deckel des Gefäßes, um keinen vernünftigen Schaum mehr produzieren zu können.

Maschine Nummer zwei, die wir inzwischen als Nachfolger der ersten Maschine nunmehr im sechsten Jahr nutzen, kann Milchschaum direkt aus der Milchtüte (oder über einen kleinen Zusatzkühlschrank) produzieren. Dazu wird eine Schaumhilfe an der Seite befestigt.

Die Tasse muss unter einen separaten Hahn gestellt werden. Dann weiterbewegt, damit auch der Espresso einfließen kann. Der Schaum ist wärmer, aber die Reinigung des Schlauches nicht so trivial.

Kurzum: Es dauerte nicht lange, bis ich mir beigebracht habe, mittels des Dampfrohres Milch zu schäumen.

Saeco Milchschaumdüse in Chrom

Leider waren die Arbeitsergebnisse anderer Familienmitglieder in der ersten Zeit nicht sonderlich von Erfolg gekrönt. Deswegen besorgte ich diese Aufschäumhilfe von Saeco. Eigentlich handelt es sich schlicht um einen Pannarello. Links führen zu Amazon.

Auch wenn Saeco draufsteht. Der Mechanismus ist universal. Wenn an Ihrer Maschine ein Dampfrohr mit einem Durchmesser von 6 Millimetern angebaut ist, dann können Sie auch diesen Pannarello an Ihrer Maschine verwenden.

Das Ding kommt wertig daher. Es besteht aus einer Schraube, die zuerst auf das Rohr geschoben werden muss. Dann kommt die eigentliche Düse, die mittels der Schraube am Rohr festgeklemmt wird. Und schließlich der Chromaufsatz. Er wird auf die Düse gesteckt. Die Optik ist schick und lässt jeden Kaffeevollautomaten wie eine Maschine aus der Gastronomie aussehen.

Mit einem lauten Pfeifen setzt sich das Ding dann beim ersten Mal in Betrieb. Das Ergebnis ist sehr gut. Selbst ungeübte Kinder dürften damit Milchschaum produzieren können. Einfach tief in die Milch halten und dabei zusehen, wie der Pegel im Kännchen steigt und Schaum entsteht. Dank des Metalls lassen sich die Reste schnell abwischen.
So richtig pflegeleicht ist die Sache trotzdem nicht. Sie werden mit der Zeit bemerken, dass der Schäumer geräuschloser arbeitet. Das ist streng genommen kein Grund zur Freude, sondern zeigt Reinigungsbedarf an. Am oberen Rand der Chromkappe ist (kaum sichtbar) ein kleines Loch zu finden. Darüber wird die Luft für den Schaum angesaugt. Und dieses Loch setzt sich langsam zu. Eine Nadel aus dem Nähkorb genügt aber zur Pflege. Auch eine Demontage des Mechanismus (spätestens zum Entkalkungsintervall) ist ratsam. Denn auch das kleine Loch der Düse wird mit der Zeit kleiner. Auch hier hilft das Durchstoßen mit der Nadel weiter.

Fazit: Klar, das Ding ist kein Schnäppchen. Aber es produziert tollen Milchschaum und sieht wirklich hochwertig aus.

Elektrischer Milchschäumer von Tchibo

Als unsere geliebte Saeco zur Reparatur musste bzw. wegen Wartung durch Abwesenheit glänzte, wurde sie würdig von einem anderen Kaffeevollautomaten vertreten. Ob bautechnisch oder als Fehler dieser Maschine produzierte der Apparat einen dermaßen heißen Dampf, dass die Milch nur verbrannt wurde, aber nicht so recht schäumte. Warum also nicht mal einem Milchschäumer eine Chance einräumen? Die Wahl fiel auf ein Gerät aus dem Haus Tchibo, das im mittleren Preissegment zu finden ist.

Zunächst mal: Schöne Optik schon beim Auspacken. Vorbildliche Bedienungsanleitung. Enthalten sind zwei Rühreinsätze, wobei der zweite im Deckel des Geräts verstaut werden kann. Der Milchschäumer erwärmt die Milch, die dabei zugleich mit einem Minischneebesen ordentlich umgerührt wird. Am Ende haben Sie dann Ihren Milchschaum.
Die Bedienung ist das, was man gern als „idiotensicher“ bezeichnet. Unter der Voraussetzung, dass Sie auch tatsächlich nur die Milch bis zur unteren Markierung einfüllen. Schon ein Hauch mehr und der Schaum läuft am Ende über. Milch einfüllen, Deckel drauf, Taste drücken und warten.

Wenn Sie so vorgehen, erhalten Sie einen Schaum, so wie ich ihn hasse. Bauschaum. Schnittfest. Hält am Löffel bombenfest. Geht gar nicht. Der Trick besteht darin, eben nicht bis zum letzten Moment zu warten, sondern das Gefäß schneller von der Halterung zu nehmen. Die Temperatur des Schaums ist dann natürlich geringer, aber im Vergleich zu so mancher Maschine immer noch höher.

Dank der Antihaftbeschichtung ist der Milchschäumer pflegeleicht. Ausspülen mit Wasser und abtrocknen reicht. Ab und an aber auch mal mit wenig (!!!) Spülmittel ausspülen. Der Hygiene wegen. Den Deckel und seine (abnehmbare) Gummidichtung sollten Sie aber nicht vergessen und schon mit Spülmittel reinigen.

Dank seines Konzepts kann mit dem Milchschäumer wirklich jeder eine riesige Menge an leckeren Milchschaum produzieren. Schneller und einfacher können Sie zu Hause zum Beispiel keine Tasse Kinder-Cappucciono produzieren.

Pannarello von Saeco aus Kunststoff

Ich hatte jetzt keine Lust dazu, herauszufinden, ob es sich um den Nachfolger oder Vorgänger des bereits vorgestellten Teiles aus Chrom handelt. Um einen runderen Vergleich zu haben, besorgte ich noch die Milchaufschäumhilfe von Saeco aus Kunststoff.

Auch dieses Gerät passt an die Maschinen anderer Hersteller. Die Befestigung geschieht dabei wie bei der verchromten Variante. Allerdings ist die Düse, auf die das Rohr gesteckt wird, anders gebaut und deutlich länger.

Klar. So richtig schick sieht das nicht aus. Aber wichtig ist ja auch, was Sie damit anstellen.

Was ich im Zusammenhang mit dem Saeco Pannarello aus Chrom geschrieben habe, gilt auch für diese Variante. Damit gelingt Milchschaum wirklich jedem. Die Konsistenz ist perfekt. Im unmittelbaren Vergleich sind die Poren aber größer, das Teil schlägt also etwas größere Blasen. Wem Optik nicht so wichtig ist, kann mit diesem Produkt Geld sparen.

Fazit: Wenn Ihre Maschine ein Dampfrohr besitzt, gönnen Sie sich eine der beiden Aufschäumhilfen von Saeco. Wenn das mit Ihrem Gerät nicht geht, dann können Sie beherzt zum Schäumer aus dem Hause Tchibo greifen. Der ist auch praktisch, wenn Sie viel Milchschaum für kleinere Gäste herstellen wollen.

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