AdRotate Pro – lassen Sie das Update lieber

Der eigene Erfolg scheint dem Entwickler von AdRotate offensichtlich zu Kopf gestiegen zu sein. Vielleicht ist er auch einfach schlicht zu jung, um sich an den originären Shareware-Gedanken zu erinnern. Oder er suchte nach einer Möglichkeit, schnell Geld mit seinem Plug-in zu verdienen.

Ich habe einige Jahre AdRotate sehr gern genutzt. Das Programm kümmerte sich (kostenfrei) um die Platzierung von Anzeigen in einer WordPress-Installation, wobei sogar eine Gewichtung der Anzeigen möglich war. Eine super Sache, für die ich auch gern einige Euros via Paypal spendete.

Nun hat Arnan de Gans sich offensichtlich überlegt, dass das Plug-in eine gute Möglichkeit wäre, eine eigene Existenz aufzubauen. Daran ist überhaupt nichts verwerfliches, allein der Weg erscheint etwas bedenklich. Denn im Rahmen eines Bulk-Updates von Plug-ins in meinem WordPress musste ich erstaunt feststellen, dass die aktuelle Version so gar keine Funktionen mehr enthielt, die ich bisher genutzt habe.

Stattdessen befindet sich dort der lapidare Hinweis, dass “einige Funktionen” nun der “Pro-Version” vorbehalten seien.

Lassen Sie sich nicht von “einige” blenden. Bannersteuerung und Auswertungen sind alle nun der Pro-Version vorbehalten. Mit anderen Worten: Ein Programmentwickler kastriert sein kostenfreies Produkt und bittet zur Kasse. Für das, was sich jetzt noch kostenfrei herunterladen lässt, wäre indes die freundlichen Bezeichnung “Demoversion” passender. In der Shareware gibt es dafür den wenig schmeichelhaften Namen “Crippleware”. Statt also den Grundbestand an Funktionen zu behalten und diese mit weiteren Funktionen zu ergänzen, der gegenteilige Weg. Schade…

Da ich keine Lust darauf hatte, mich geschwind nach einer Alternative umzusehen, trug ich mich dann leicht verschnupft mit dem Gedanken, die Pro-Version zu erwerben.

Parsing ist Glückssache!

Wenn man sich die Seite von AdRotate so betrachtet, erhält man schnell das Gefühl vermittelt, absolut an der richtigen Stelle zu sein. Zwar wird eingeräumt, dass es sich um ein kleines Business handelt, aber man den Kunden sehr ernst nehme.

Also ab in den Shop und eine Version in den Warenkorb gelegt. Leider fingen damit die Probleme auch schon einmal an. Denn der Shop wollte meine Bestellung nicht akzeptieren. Die Eingabe meiner Umsatzsteuer-ID scheiterte und wurde abgelehnt. Schade, da diese absolut gültig ist. Kurze Nachfrage beim Autor – nun durfte ich bestellen.

Bug-Fixing offensichtlich auch

Der Entwickler nennt folgende Schritte, um das Update durchzuführen:

  • Das alte Plug-in deaktivieren
  • Per FTP die alten Dateien auf dem Server löschen
  • Das neue Plug-in per FTP auf den Server übertragen
  • Das Plug-in aktivieren

Diese Schritte habe ich dann auch durchgeführt. Als ich den Bereich von AdRotate in meinem WordPress gewechselt bin, war ich dann überrascht, dass keine einzige Anzeige zu sehen war. Stattdessen meldete die Software, dass es Probleme gebe.

Ich setzte daraufhin dann ein Ticket ab. Lobenswert: Obwohl Samstag hatte ich wenige Minuten später bereits eine Antwort. Die vorgestellte Lösung, Plug-in de-aktivieren und erneut aktivieren, löste aber nicht das Problem.

Nun wollte der Entwickler gern von mir Zugangsdaten zum Blog mit Administrator-Rechten. Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht. Ich habe bei so etwas immer ein ungutes Gefühl. Richtete aber das Benutzerkonto ein. Parallel schaute ich mit dann mal meine SQL-Tabellen an. Die, die eindeutig AdRotate zuzuordnen waren, waren leider leer. Und zwar vollständig. Kein Wunder, dass keine Anzeigen gefunden werden konnte.

Dies teilte ich, zugegeben inzwischen schon verärgert, dem Entwickler mit. Die Essenz unserer Kommunikation: Ich hätte ihm mehr Zeit für die Fehlersuche geben müssen. Ich hätte die Tabellen gelöscht und falls es ein Problem gegeben habe, hätte dies nichts mit dem Update zu tun, sondern könnte allenfalls durch das Update ausgelöst worden sein. Er hätte die Daten wiederherstellen können.

Wodurch nur? Zauberkräfte?

Fazit: Ich habe Geld für ein Plug-in ausgeben müssen, um Funktionen weiter nutzen zu können. Das Update hat meine Installation so beeinträchtigt, dass ich nun von vorn anfangen musste. Sie können sicher verstehen, dass ich derzeit gar keine Lust auf ein Update einer anderen Installation mit AdRotate habe.

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3 Antworten auf AdRotate Pro – lassen Sie das Update lieber

  1. Michel 10/1/2014 at 10:26 #

    Vielen Dank für den Beitrag, denn ich habe gerade sehr ähnliche Erfahrungen mit dem AdRotate Plugin gemacht und war mich nicht ganz sicher, ob ich selbst daran schuld bin, dass nach einem update der Rotator quasi gar nicht mehr funktioniert.
    Das Teil ist nun sogar weniger als eine Demoversion. Groups lassen sich nur noch mit der Pro-Version in das Theme einbauen.

    Ob mit oder ohne Gebühr: Für mich ist das Plugin gestorben.

  2. Pius Röösli 2/2/2015 at 12:58 #

    Danke Stephan, beinahe hätte ich jetzt die Pro-Version auch gekauft. Bei mir geht das Klick-Tracking plötzlich nicht mehr. Manage Add und Manage Groups gehen. Haben Sie inzwischen eine Alternative gefunden, die auch funktioniert ?

    Freundlich grüsst
    Pius

    • Ben 25/10/2016 at 11:54 #

      Auf der Suche nach einem Anzeigen-Plugin, das meine Bedürfnisse befriedigen kann, habe eine lange Reise hinter mir.
      WPads war zu einfach und wurde seit 2009 nicht mehr aktualisiert und lief dementsprechend schlecht. Der Simple Ads Manager war eine super Alternative, jedoch ist auch der irgendwann eingestellt worden. AdRotate fand ich anfangs ganz brauchbar, aber in der kostenlosen Version sind doch die Einstellungsmöglichkeiten sehr überschaubar.
      Angekommen bin ich jetzt bei Advanced Ads (https://wordpress.org/plugins/advanced-ads/). Mit dem Plugin lässt sich so ziemlich alles umsetzen, auch wenn man sich Zeit nehmen muss, um die unzähligen Optionen und Einstellmöglichkeiten zu verstehen.

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