Ciao Rivva

War dieser Tag nicht irgendwie bezeichnend? Während die Blogs und IT-Gazetten heute begeistert darüber berichten, wie sich AOL in den USA gegen seinen eigenen Niedergang sträubt und sich ein weiteres Online-Portal einverleibt, geht Rivva down. Besser kann man aus meiner Sicht den derzeitigen Unterschied zwischen der Web-Kultur in den USA und hier bei uns nicht illustrieren. Dort gibt es durchaus sehr beeindruckend Beispiele dafür, wie Menschen durch ein eigenes Online-Medium tatsächlich eine Existenz aufbauen können. Und damit meine ich nicht, bei jedem Affiliate-Programm mitzumachen und extra Landing-Pages dafür zu bauen. Sondern schlicht durch gute Inhalte. Nach anfänglicher Euphorie bauen hierzulande immer mehr Blogger die Kachingle und Flattr-Buttons wieder aus. Die Frage nach dem „Warum“ muss an dieser Stelle kaum diskutiert werden, oder? So lange die Bigotterie des Verlagswesens nicht aufhört, wird sich da, leider, aus meiner Sicht nicht viel ändern. Denn die Verlage, die öffentlich über die Gratiskultur lamentieren und sich jetzt um das iPad als heiligen Gral versammeln, propagieren in ihren Fachzeitschriften und Medienseiten doch genau die Gratiskultur, die sie so sehr erschüttert. Ein Blogger, der hierzuland mal eine Überraschung aus seiner Amazon-Wunschliste erhält oder eine Spende via Paypal wird sich wahrscheinlich verdutzt die Augen reiben. Unterhalten werden, Rat erhalten, Tipps lesen – das wollen viele. Dafür bezahlen offensichtlich nur wenige. Ob dies am Temperament des deutschen Internet-Michel liegt?

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